■"B^T Am 15. April 1868
20ste ^ielnuig- der österr. Staats - JLoose
vom Jahre 1SÄ4.
Höchster Treffer fl. 220,000, niedrigster fl. 150 östr. Währ.
Einlage Ä Thia-, — fl. 3. SO süddeutsch j>r. Loos. Sielten Loose kosten nur Tlilr. AS — fl. SR südd.
Mit k. k. Stempel versehene Loose empfehlen
VOELCKER & (.*"•
(2353) Bankgeschäft in Wien, Kolowratring Nr. 4.
2388) Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich das von Schmied- meister Hellmold Wittwe seither betriebene Schmiedegeschäft in deren Hause in der Löwengaste übernommen habe und halte mich zu geneigten Aufträgen bestens empfohlen.
Gießen, März 1868. Theodor Vogt,
Schmiedmeister.
Zinß er scher Garten.
2382) Den zweiten Osterfeiertag:
Großes Militär-Concert, ansgeführt vom ganzen Musik-Corps des hiesigen Jäger-Bataillons, unter Leitung seines Capellmeisters Herrn Schellhaus. Anfang 4 Uhr. — (Siitree für Herren 12 fr., für Damen 6 kr.
2381) Die
Badische allgemeine in Karlsruhe, gegründet im Jahre 1835,
schließt unter ganz vortheilhaften Bedingungen alle Arten von Lebens- und Rentenversicherungen nach dem Princip der Gegenseitigkeit mit Anspruch auf Dividenden und Zinsengenuß ab. #
Ueberficht des Geschäftskreises:
1) Lebensverstcherungs - Verträge,
2) Versorgungs-Verträge: a. Leibrenten verschiedener Art, b. Altersversorgungen, c. Versicherung von Studien- und Lehrgeldern, d. Versicherung von Capitalien, e. Aussteuer - Verträge, 3) Kinderversorgungs - Verein.
Die Versorgungs-Anstalt hat einen Sicherheitsfonds von gegen 9 Millionen Gulden auf doppelte Hypotheken angelegt und bietet unter specieller Staatsaufsicht ganz besondere Sicherheit und Vortheile. Der Gewinn der Anstalt kommt ausschließlich den Versicherten, welche sämmtlich zugleich Mitglieder derselben sind, zu gut.
Den Abschluß von Verträgen vermitteln die Unterzeichneten, bei welchen auch specielle Auskunft, sowie Prospecte, Antragsformulare rc. zu haben sind.
Jean Boeck in Gießen, v. Sack in Wetzlar. Gerichts-Secretär Schellenberg in Braunfels.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg.
BÖrsennachricliten.
7. April 1868.
Preuss. 4*/2% Obi. 95’/2 Frankf. 3st2»/g Obi. 8O3/4
Nass. 41/2% Obi. 941/2
Kurh. 4O/o Obi. 89-/8
Hess. 40/o Obi. b. Roths. 89’/s
„ 3V2% do. do. 84
Bayer. 5<>/0 Obi. lOL/s
» 4‘/2O/o 1jährige 931/4
„ 41/2% Vsjährige 933/8
Würtemb. 4i/2°/o Öbl. 931/4 Baden 41/2% Obi. c. E.L. 93-/g Oestr. 5% b. R, 631/4
„ 50/0 National 537/g
„ 5% Metall. Obi. —
„ M. steuerf. 5O3/4
Amer. 6»/0 1882r Bds. 753/g „ 60/p 1885r 743/4
Actien.
Frankf. Bank 125
Oester. Bank 721
„ Creditact. 1931/2 Darmst. Bankact. 224
. Prioritäten.
5O/o östr. F. St. E. B. 258 Ludwigsh.-Bexbach 1491/2 Maxbahn 105 !/2
Bayer. Ostbahn 1221/4 Hess. Ludwigsbahn — 3O/o östr. Stsb.-Prior. 513/s 3% östr. s. Lombard. 427/8 3% Livorneser 28*/2 Toscaner 421/4
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5O/o Elisabeth-Prior. 727/g do. II. Emiss. 7Oi/i
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 557/g Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144i/2 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 4% bayr. Präm. Anl. 991/g 40/0 badische Loose 973/4 Badische fl. 35 Loose 5 l3/g 1858r Prioritätsloose 1331/2 1860r Loose 721/4 1864r „ 88
Wechsel.
Amsterd. k. S. 10O5/g Augsb. k. 8. 991/4 Berlin k. 8. 105
Bremen k. S. 981/g Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88-/g Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1191/2 Lyon k. 8. —
Paris k. 8. 947s Wien k. 8. 1023/4 Disconto 3% G.
Geldsorten.
Pr. Gass. Sch. 1 443/4-45 Div. Cass.-A. — Pr. Friedrdor. 9 57i/2-581/z Pistolen . . 9 49-51
„ doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29‘/2-30i/2 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29
Schutzengesellschäfl in Gießen.
Heute Mittag um 3 Uhr: Schießübung auf das neue Feldscheibenbild.
Landwiethsehaftliehes.
Futtermischung.
Einer der am Wenigsten entwickelten Zweige der Viehhaltung ist die geeignete Futtermischung. Soll der thierische Organismus in allen seinen Theilen recht gedeihen, so ist es unerläßlich demselben in der Nahrung diejenigen Nährstoffe zuzuführen, die nicht allein die Entwicklung des Körpers in allen seinen Theilen gleichmäßig und ausreichend unterstützen, sondern die auch dem speciellen Nutzungszwecke (Milch-, Fleisch-, Woll- rc. Production) den gebührenden Vorschub leisten. Thatsache ist es, daß die eiweiß-, käsestoff- und kleberreichen Nahrungsstoffe die verschiedenen Weichtheile des Thierkörpers auözubilven die Fähigkeit haben, daß hingegen die Stärkemehle und Zuckcrstoffe vorzugsweise die Athmung des Thicres unterhalten und fettbildend wirken. Beide Arten von Futtermitteln müssen daher in einem geeigneten Verhälinisse zu einander stehen. Ausschließlich nur Athem- und Fettbildner füttern zu wollen, würde zur Folge haben, daß die Ausbildung der Muskeln, also der Kraftleistungsorgane unzureichend erfolgen könnte, woher cs denn auch kommt, daß Zugthiere, auch bei der reichsten Fütterung mit Kartoffeln und Rüben rasch ermatten und ihrem Dienste dauernd nicht vorstehen können, während die Fütterung von gutem Heu, Hafer, Kleie und Schrot stets, selbst wenn die Thiere weniger fleischig erscheinen, bedeutende Kraft und Ausdauer verleihen. Und wollte man die Stärkemehl- und Futterstoffe von der Fütterung ganz ausschließen, so würden manche Funktionen des Thierkörpers ganz unterbleiben, oder ungenügend erfüllt werden, z. B. die Fetterzeugung bei der Milchprovuktion. Aber auch verschiedene Mineralstoffe dürfen den Futtermitteln nicht fehlen, namentlich nicht der phosphorsaure Kalk, welcher das Material zur Knochenbildung liefert. Wie oft ist es doch der Fall, daß ein Mangel an solchen nicht allein die Weiterentwicklung junger Thiere hemmt, sondern daß er auch ältere Thiere, der so sehr der Gesundheitszustand untergrabenden Knochenbrüchigkeit überliefert. Aus allen diesen Gründen bildet das Smdium der Futtermischunzslehre für jeden Landwirth nicht allein einen sehr interessanten, vielmehr einen praktischen sehr nützlichen Gegenstand.
Das Setzen der Obfibäume.
Jeder Jüngling und Mann bemühe sich diejenigen Stellen mit Obstbäumen zu bepflanzen, welche dazu geeignet sind. Was die Natur zu schaffen hat, be- darf seine Zeit im steten Entwickelungsgange, andere Schöpfungen und Ziele können durch verstärkte Kräfte auch bei Versäumungen noch zeitig erreicht werden l Wer in seiner Jugend nicht pflanzt, hat wenig Hoffnung, im Alter noch Zeugen seiner gesegneten Wirksamkeit zu erblicken! ■— Die beste Anlage ist ein geschützter mäßiger Abhang nach Süden und Südosten und zwar eine gruppenweise Bepflanzung; denn gerade hierdurch erhalten die Bäume Schutz und die Befruchtung durch den gegenseitigen Blüthenstaub ist sicherer. Von Nebel stark heimgesuchte Thäler und Niederungen eignen sich durchaus nicht bet Thalzug zu Anlagen. Der Boden selbst ist maßgebend, welche Art von Bäumen gepflanzt werden soll, ob Birnen, Aepfel, Nußbäume oder Steinobst.
Bei steinigem, thonigem Untergründe taugt kein Birnbaum, weil die tiefgehenden und weniger zähen Wurzeln nicht einzudringen vermögen. Hierzu
eignen sich Aepfel-, Zwetschen-, Kirschen- und Nußbäume. Zunächst ist also der Boden maßgebend, welcher Baum gepflanzt werden darf. — Hierin liegt auch der Grund bei den kümmerlich aussehcnden und nicht vorwärts gehenden Anlagen bei aller Pflege! — Die Gruben müssen möglichst tief und breit gemacht werden und über Winter hin recht ausfrieren. Das Setzen im Frühling ist immer das Beste; denn die angeschnittenen Wurzeln und Verletzungen nehmen leicht Veranlassung zu Faulstellen falls man im Spätjahre setzt. Nicht beziehe man Bäume aus vernachlässigten Schulen, denn die Sastgefäße sind zu eng und die Rinde zu hart, und der Baum selbst kann die reichgebotene Nahrung auf seinem neuen Standort nicht zinsbar machen; sein Kleid ist zu eng und störrig.
Oie von kärglichem Boden bezogenen Stämmchen haben allzuviel Wurzeln und müssen solche, die über einander stehen, sauber an der Wurzelkrone abgeschnitten werden, weil allzuviel Wurzeln unthätig bleiben.
Die meisten Wurzeln lasse man nach Westen gehen, um den aus dieser Himmelsgegend kommenden Stürmen zu begegnen und einen geraden Stand zu veranlassen.
In die Mitte des Loches stoße man den Stützen ein, der an dem oberen Ende aber spitz zugeschnitzt sein muß, damit die etwaige scharfe Oberfläche nicht einschneide, der Stützet darf aber nicht zur Krone hinreichen. — Um möglichste Reibung zu vermeiden, binde man mit einem dünnen Strohseil den Baum an, das Band muß aber in Gestalt eines Achters angelegt werden. — Die Krone muß mit den Wurzeln, nachdem die Aestchen auf mehrere Augen zurückgeschnitten wurden, in ein entsprechendes Verhältniß gesetzt werden, jedenfalls mehr Wurzeln als Aeste. — Auf Wüstungen taugen am wenigsten Kernobstbäume. Am besten setzt man Kirschbäume, welche namentlich bei etwaiger Realisirung der Eisenbahn sehr zu berücksichtigen sein dürfen.
Hackfrüchte in Rottfeldern.
In manchen Orten säet man noch immer Gelberüben (Möhren) auf Rottfelder. Da sieht man dann nicht selten im Spätjahre statt eines schützenden Pfahls 3—4 Gelberüben und ein Stöckchen mit 3—4 krüpplichen Blättchen stehen, und wenn ein unvorsichtiger Karst den Gelberübensegen aus dem Boden schafft, gibt er dem kaum sichtbaren Stöckchen einen Hieb oder einen Ruck, der das schwache Geschöpf vollends vernichtet. Entrinnt es aber auch der Gefahr des Erstickt- oder Todtgeschlagenwerdens, so muß es meistens in Einstigen Jahren kümmerlich sein Leben fristen, denn die Möhren haben ihm seine beste Nahrung entzogen. Manche Weinbergspflanzer gedenkens besser zu machen, sie setzen Kartoffeln aufs Rottfeld. Das gibt emen Kartoffelkrautwald, unter welchem man oft die jungen Weinstöcke suchen muß. Statt das auf dem Acker gewachsene Kartoffelkraut verwesen zu lassen und den gewonnenen kalireichen Dung den Rottfeldern zuzuführen, bringt man in Kartoffelkraut und Kartoffeln die Hauptnahrung der Rebe, das Kali vom Nottfeld weg. Will man die Rottfeldzwischenräume mit Hackfrüchten bepflanzen, so lasse man doch die Hackpfianzen weg, setze Weißkraut u. dgl. dahin, und behacke mit Viesen zugleich das ganze Feld.


