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Schnlprkfungen.

Die öffentlichen Prüfungen unserer städtischen Schulen werden nm 7. b. M. be­ginnen, und zwar sollen

Donnerstag den 7. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klasse,

Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die Zweite Klasse und

Freitag den 8. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadt- knabenschnle (Schulstraße),

Montag den 11. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die vierte und dritte Klaffe, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr die zweite Klaffe und

Dienstag den 12. Mai, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, die erste Klasse der Stadt­mädchenschule (Neustadt),

Mittwoch den 13. Mai, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, die vierte Klasse, und Nach- mittags von 3 bis 5 Uhr die dritte Klasse,

Donnerstag den 14. Mai, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, die zweite Klasse und

Freitag den 15. Mai, Nachmittags von 2 bis. 5 Uhr, die erste Klasse der höheren Mädchenschule

geprüft werden.

Indem wir Vorstehendes zur Anzeige bringen, laden wir Aeltern und Schul­freunde zur Theilnahme an diesen Prüfungen freundlichst ein.

Gießen, den 4. Mai 1868. Der evang. Schulvorstand.

I>r. Seel.

I Hu«" Perger.

Photograph und Portraitmater, Asterweg 104,

zeigt sein Scheiden aus dem Geschäft des Herrn H. Stix ergebenst au und empfiehlt sich dem geehrten Publikum unter Zusiche­rung vorzüglicher Bedienung.

3166) Ein kräftiger Jung-Schmied fin« det dauernde Beschäftigung in der Maschi­nenfabrik von

Georg Nenzel, in Gießen.

3137) Ein gesitteter Junge kann als Hausbursche eintreten bei

___________ H. Hochstätter.

3171) Ein Junge, der das Schuhmacher­geschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei Ph. Becker, Weidgasse.

g CoiiconSia.

Samstag den 9. Mai, Abends 8 Uhr:

Generalversammlung.

Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Rechnungsablage. Vorstandswahl.

Der Vorstand.

Lurnverem.

3174) Freitag den 8. I. Mts., Abends

9 Uhr, in der Turnhalle:

Generalversammlung.

Tages-Ordnung: Bericht, Schauturnen, Zehntes Stiftungsfest.

__Der Vorstand.

3150) Ein junger Mann, der sich als Scribent ausbilden will, kann auf meinem Büreau eintreten. O. Wcidig,

Hofger. - Advokat.

Tanzunterricht.

3145) Unterzeichneter ist gesonnen, den 11. Mai einen Tanzkursus zu eröffnen.

Anmeldungen beliebe man bis dahin an ihn ergehen zu lassen.

Röse, Univ.-Tanz- und Fechtlehrer.

3167) Ein Uhrmacher-Lehrling wird gesucht von Ehr. Leo.

Beachtens werth!

3158) Unterzeichneter besitzt ein vortreff­liches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwächezustände der Harn­blase nnd Geschlechtsorgane.

Speeialarzt Dr. Kirchhoffcr, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz.)

3092) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei

Fr. Berg, Schuhmacher.

FraHtdriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formu­lare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mausburg.

Börsennachricliten.

5. Mai 1868.

i Preuss. 41/30/0 Obi. 95* * 3 * * * * * * * */4

I Frankf. 3«/2% Obi. 81% Nass. 41/2% Obi. 943/j Kurh. 4O/o Obi. 89 Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 89% - 3%% do. do. 83%

Bayer. 5°/ Obi. 101%

» 41/-0/0 1jährige 93 . » 41/26/0 i/jjährige 93% Würtemb. 4%0/g Obi. 93%

! Baden 4%% Obi. c. E.L. 93% 1 Oestr. 50/0 b. R. 62%

56/o National 53%

j 50/0 Metall. Obi.

! M. steuert. 50%

! Amer. 6% 1882r Bds. 75%

I 66/0 1885r 751A________

Actien.

| Frankf. Bank 124%

Oester. Bank 704

Creditact. 191

[ Darmst. Bankact. 223%

Prioritäten.

50/o östr. F. St. E. B. 265% Ludwigsh.-Bexbach 148% Maxbahn 105%

Bayer. Ostbahn 123% Hess. Ludwigsbahn 134% 3% östr. Stsb.-Prior. 51% 3% östr. s. Lombard. 42% 3O/o Livorneser 28% Toscaner

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 97 50/g Elisabeth-Prior. 73% do. II. Emiss. 71 %

Anleliensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 56 Nassau fl. 25 b. Roth. 35 % Gr. Hess. fl. 50 b. R. 145 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 38 4O/o bayr. Präm. Anl. 99% 40/o badische Loose 97 Badische fl. 35 Loose 511/4 1858r Prioritätsloose 133 1860r Loose 70% £86ti 87

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 100% Augsb. k. 8. 99% Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 98 Cöln k. 8. 105

Hamburg k. 8. 88 % Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. Paris k. 8. 95

Wien k. 8. 101% Disconto 3°/o G.

Geldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 44%-15 Div. Cass.-A.- Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 49-51 doppelte 9 50-52

Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 29-30 Engi. Souver. 11 55-59 Russ. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28%-29%

Schützengesellschaft in Gießen.

3152) Die Schießübungen werden von jetzt an wieder regelmäßig Sonntags und Donnerstags, Nach­mittags von halb 3 Uhr an, bei günstigem Wetter abgehalten.

Zugleich wird hiermit ein für allemal bestimmt, daß Sonntags nur auf 300 Meter und Donnerstags aus 175 Meter Distance nach den vom deutschen Schützenbund bestimmten Scheibenbildern geschossen wird.

Der V o r st a n d.

_________________Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenaunten Orten und Fruchtmärkten.

Watzen.

Korn.

Gerste.

Spelz.

Hafer.

Erbsen.

Linsen.

Wicken.

Kartoffel,

5

Fruchtmärkte.

Mai

Aus dem Markt

Mit- preis

Auf dem Markt

Mit.- preis

Auf dem Markt

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Auf dem Markt

Mit preis

Auf dem Markt

Mit.- preis

Auf dem Markt

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Markt

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M.

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11

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M.

M.

M.

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M.

M.

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Lauterbach Mainz

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108

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1320

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8

40

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12

24

-

Normalgemicht per Malter

: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120,

Erbsen, Linsen,

Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund.

Gießen zur Zeit des siebenjährigen Krieges.

Bei den sehr spärlichen Nachrichten, welche wir über die Geschichte der Stadt Gießen während des siebenjährigen Krieges besitzen, dürsten die folgen­den Auszüge aus den Aufzeichnungen des französischen Militär-Schriftstellers Bourcet, der seine Erlebnisse als commandirender Brigade-General in Deutsch­land unter dem Titel:Mdmoires Historiques, sur la guerre quo les 1* rangois ont soutenue en Allemagne depuis 1'757 jusquen 1762, par M. de Bourcet, Lieutenant-General etc. etc. Paris 1792, veröffentlicht hat, nicht ohne allgemeines Interesse sein.

Berschen wir uns kurz in die politische Lage der Dinge im Jahr 1758. Die für die Franzosen so unglückliche und schmachvolle Schlacht von Roßbach war im November des vorhergehenden Jahres, ebenso die Schlachten bei Leuthen gegen bte Oesterreicher und bei Zorndvrf gegen die Russen waren von Friedrich dem Großen glänzend gewonnen worden, er stand auf dem Höhepunkt seines Ruhmes auf dem Schlachtfeld. In Folge der am 23. Juni 1758 von den Franzosen unter dem Grafen von Clermont gegen Prinz Ferdinand von Braun­schweig verlorenen Schlacht bei Erefelo erhielt kurz darauf, nachdem dem Mar­quis de Contades der französische Oberbefehl übertragen worden war, der Prinz de Soubise, der Günstling der Pompadour und. Besiegte von Roßbach, dessen Heeresabtheilung eigentlich nach Baiern und Böhmen bestimmt war, von Contades den Befehl, zunächst eine Scitenbewegung nach Hessen (Kurhesscn) zu machen. Demgemäß sammelten sich seine Truppen vom Rhein und unteren Main aus bei Frankfurt und Friedberg.Bon da brach man am 15. Juli nach Butzbach auf, cantonnirte den 16. in Großen - Linden, in der Gegend von Gießen. Am 17. marschirte die Armee nach Wieseck und am 18. in zwei Colonnen theils nach Marburg, theils nach Kirchhain."

Anfang Winters 1758 erhielt der Marquis du Mesnil vom Hof in Paris den Befehl, nach Darmstadt zu gehen, um den Landgrafen zu der Erlaubniß zu bewegen, französische Garnison.nach Gießen legen zu dürfen: Dieß wurde iur die Dauer des Kriegs zugestanden, und den 16. December durch eine Schein- capitulatton des Commandanten der Stadt, der nur der Gewalt zu weichen vor­gab, auSgefuhrt."

Bon da an bleibt Gießen, von den Franzosen in besseren Verthcidigungs-

zustand gesetzt, unausgesetzt in ihren Händen, und bildete so unter Anlegung und Unterhaltung bedeutender Magazine und Spitäler häufig einen Stützpunkt für

ihre Operationen sowohl im Norden, als im Süden. October 1759 finden wir das Hauptcvrps der französischen Armee unter dem Herzog de Broglie nahe bei Gießen, hauptsächlich um Klein-Linden herum im Quartier. Es scheint nach der verlorenen Schlacht von Wesel auf ihrem unausgesetzten Rückzüge der erste sichere und längere Ruhepunkt derselben gewesen zu sein. Das Hauptquartier war in Annerod. Die Armee war auf's Aeußciste durch Märsche und Verluste geschwächt, und war dieser Zustand der Erschöpfung und Auflösung um so be- denklicher, als jenseits der Lahn in ihrer nächsten Nähe Ferdinand von Braun­

schweig in Ueberzahl schlagfertig stand. Seine Linie dehnte sich vom Gleiberg

an bis auf die Höhe des Staufenbergs aus. Dabei lagen die Franzosen zu

weit ausgedehnt aus einander, und fürchtet.n den Angriff des Feindes, sobald

der Frost die Lahn und die umliegenden Moräste gangbar machen würde.Gießen,

eine schlechte Festung (mauvaise place), an der Lahn gelegen, war der Haupt-

sächlichste und einzige Punkt, um das Centrum zu decken. Diese Statt, mit

starker Garnison ausgerüstet, konnte haltbar werden ; aber durch ihre Lage zwischen

den Armeen wurde sie zum Zankapfel, von dem schließlich nur der Theil Gewinn zog, der am längsten seine Stellung zu behaupten im Stande war. Es war die Rede davon gewesen, Gießen zu räumen und zu schleifen. Die Marschälle dEstrees und de Contades waren für diesen Plan, der Herzog von Broglie aber zeigte die Unthunlichkeit desselben, indem er die Unmöglichkeit bewies, die

Armee »uf dem rechten Ufer des Mains während der Winters zu halten, im Falle dieser Platz (Gießen) vom Feind besetzt würde. Der Marschall und Kriegs­minister de Belle-ile stimmte dieser Ansicht bei, und ließ den französischen Ge­neral seinen Plan verfolgen. Um ihn auszuführen, mußte man las Feld von Klein-Linden behaupten, trotz ter wieder angedeuteten Schwierigkeiten."

Zwei Monate später, in den ersten Tagen des December 1759, war dieser Plan aufgegeben.Der Herzog von Broglie, im Begriff, das Feld von Klein- Linden zu verlassen, warf 3000 Mann nach Gießen, aus Abtheilungen von Infanterie und leichten Truppen zusammengesetzt, und versah den Platz mit jeder Art Munition für 6 Monate. Da seine ganze Anlage und Befestigung äußerst schlecht war, so setzte man die alten Schleußen in Stand, um wenigstens die Umgegend unter Wasser setzen zu können; eine Vorsicht, welche die Stadt halt­bar machte. Der Baron du Blaisel, welcher daselbst commandirte, erhielt den

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