Wohrrrrrrgs - Vekändernng.
108) Von jetzt an wohne ich im Hause der Fran P. Vogt Wittwe am Wallthor.
} 1 Georg Eiff, Kappenmacher.
89) Hiermit die Anzeige, daß von jetzt ab nur an den Tagen: Dienstag und Donnerstag in der städtischen Sandgrube am Schiffenberger Weg Sand geladen werden kann und daß Alle, welche an anderen als den obengenannten Tagen dort Sand holen, der gesetzlichen Strafe verfallen. — Sollte Jemand Sand außer den genannten Tagen holen wollen, so wird gebeten, die Meldung Tags zuvor bei Katharine Schäfer in der Fabrik von den Herren Gebr- Homberg er und Söhne machen zu wollen, und die Tagesstunde anzugeben.
Christian Schäfer, in Hausen.
Zugelaufen.
88) Ein kleiner Hofhund von brauner Farbe und weißer Stirne ist dem Unterzeichneten zugelaufen und kann derselbe von dem Eigenthümer gegen Erstattung des Futtergeldes und der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden.
Forstwart Alb ach, in Hattenrod.
112) Webe r's Weltgeschichte, neuere Ausgabe, und George's Lexikon werden zu kaufen gesucht. Offerten bei der Exped. d- Bltts- abzugeben.
101) Eine ordentliche Frau wird für einige Stunden des Tages als Aufwärterin gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d- Bltts.
97) Altes Zeitunaspapier in großen und kleinen Partieen rauft
I. Rothenberger, Lindenplatz.
116) Einem geehrten Publikum mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich mich als Hebamme dahier niedergelassen- habe. Genügende Zeugnisse über meine Befähigung in diesem Fache lassen mich hoffen, das Vertrauen eines geehrten Publikums.zu erhalten, das ich in jeder Beziehung zu rechtfertigen bemüht sein werde.
Emma Löwcnthal, wohnhaft bei Joseph Beyfuß-
93) Im Flöten-, Zither- und Violin- spielen crtheilt gründlichen Unterricht
G. Richter, Wolkengasse.
Stenographen-Verein.
120) Morgen (Mittwoch)-Abend 8 Uhr: Monatsitzung im Lindcnhof — zweiten Stock — wozu einladet
Der Vorstand.
118) Eingetretener Hindernisse wegen findet die Abhör der Rechnung des Consum- Vereins au einem später auberaumt werdenden Tage statt.
100) Ein Zapfjunge wird gesucht im Darmstädter Haus.
117) Nr. 30 hat den Teppich und Nr. 135 die Reisetasche gewonnen.
Rühl, Polizeidiener.
Charles van Diemen Camp.,
Spediteure.
Altona. Hamburg. Harburg. Bremen.
Directe
Verladung nach allen überseeischen Plätzen.
114) Wir bringen hierdurch zur Anzeige, daß wir vom 2. Januar 1868 ab einen Zollverschlußwagcn zwischen Harburg und Altona et vice versa fahren lassen, welcher Eil- und Stückgüter ohne Aufenthalt von einem Bahnhof zum andern expedirt und eine täglich regelmäßige Verbindung mit Schleswig-Holstein herstellt. Die Fracht incl. aller Spesen beträgt 5 Sgr. pr. 100 Pfund, Partieen billiger-
Die Güter bitten wir an unsere Firma in Harburg oder Altona zu stellen.
Börseiinachrichlen.
4. Januar 1868.
Preuss. 4*/2o/q Obi. —
Frankf. 3%°/o Obi. 81%
Nass. 41/2O/o Obi. 95%
Kurh. 4o/o Obi. 90
Hess. 4O/o Obi. b. Roths. 86% P.
„ 31/3% do. do. —
Bayer. 5% Obi. lOl’/g
„ 4'/2"/o 1jährige 93%
„ 4i/2% Vsjährige 94»/4
Würtemb. 4%% Öbl. 933/g
Baden 4l/2% Obi. c. E.L. 937/s
Oestr. 5% b. R. 60%
„ 5% National 53>/4
„ 50/0 Metall. Obi. —
„ M. steuert. 47%
Amer. 6% 1882r Bds. 77%
„ 6% 1885r 76%
Actien.
Frankf. Bank 125%
Oester. Bank 678
„ Creditact. 179%
Darmst. Bankact. 202
Geldsorten,
1
4478-45i/8
1864r
73%
9
9
9
9
5
9
Engi. Soiver. 11
Russ. Imjer. 9
Doll, in (Sold 2
Pr. Gass. Sch. Div. Casi.-A. Pr. Fried-dor. Pistolen . .
„ dojpelte Holl. fl. 1) St. Ducaten . . 20 Franlenst.
Anleliensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 53% Nassau fl. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 145 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 41 40/o bayr. Präm. Anl. 99% 4% badische Loose 957? Badische fl. 35 Loose 507g 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 69%
S7%-58% 48-50 49-51 53-55 37-39 29i/2-30i/2 54-58 49-51 27-28
Prioritäten.
5% östr. F. St. E. B. 236 Lud wigsh.-Bexbach 156% Maxbahn 107 7« Bayer. Ostbahn 118% Hess. Ludwigsbahn 128.
3% östr. Stsb.-Prior. 51 %
3% östr. s. Lombard. 42
3O/o Livorneser —■ Toscaner —
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse —: 5% Elisabeth-Prior. 74'/4 do. II. Emiss. 72%
Wechsel.
Amsterd. k. S. 100% Augsb. k. S. 100 Berlin k. 8. 105 Bremen k. 8. 97% Cöln k. 8. 105 Hamburg k. 8. 88% Leipzig k. S. 105 London k. S. 119% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 947s Wien k. 8. 97% Disconto 3% G.
Berzeichniß der im Decanate Gießen im Jahre 1867 erhobenen Collecten.
»5
Namen
Für die Landes-Waisen-
Für die
Für den Schul-
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Für die
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Für den Verein der (Shiftati<s21bol£-
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Anstalt
Ortskirchen-
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Mission auf Epiphanias.
deutsch- evangel
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Stiftung
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Pfarreien.
auf Neujahr.
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1
Allendorf a. d- Lda.
2 38
2 55
10
56
1
10
1
34
2
—
1
331
—
—
15
—
4
45
11
—
53
401
2
Gießen
23
7z
21 50
186
12
9
17
16
58
—
16
10
38
7|
—
—
—
—
36
9
598
51
946
42
Festfollecte für te Stadtarmen 76 fl.
3
Heuchelheim
1
50j
1 30
7
12i
1
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—
33
—
—
4
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2
17
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—
5
52z
2
3
6
30
33
11
11 Vs fr-
4
Kirchberg
2
—
1 45
12
45
—
2
—
—
—
2
30
1
45
—
—
—
—
2
45
23
30
49
5
Wieseck
2
13
2 36
1 6
411
—
—
2
341
—
—
—
56z
1 56
5
—
5
—
1
27 i)
23
51
24
Summe
31|4«|
30|36
1223146 Mil
434
23|39£
-
25142 J
45
39z
5
—
25|52,|
47| 9>62|51
1133|57 J
Gießen, den 2. Januar 1868.
Das Großherzogliche evangelisch Dekanat.
Landmann.
Feuilleton.
Vetter und Base.
Eine Familiengeschichte.
(Fortsetzung.)
Um's Himmels willen, erlaß mir Deinen Romankram, Ida!" rief Henriette lebhaft „Dieses ewige Romanlesen vom Morgen bis zum Abend ist ja unerträglich, und muß Dich noch ganz krank machen. Wenn Du Dir jedoch durchaus die Augen mit dem Lesen verderben willst und wenn es Dir gleichgültig ist, ob Deine Kleider passen oder nicht, so liegt mir auch nichts daran. Du wirst wieder einmal zu spät fertig werden, wie gewöhnlich, denn Du bist in Allem die letzte. Ich aber werde heute eine besondere Sorgfalt auf meine Toilette verwenden, denn es liegt mir daran, auf Vetter Robert einen günstigen Eindruck zu machen. Und bedenke nur, mit wem wir es zu thun haben, Iva's Wenn er Dich jetzt hier sähe, in dem Schlafrocke und mit den Papilloiten im Nacken und den zerzausten Locken, was sollte er da von Dir denken? Er, der alle große Hauptstädte Europa's gesehen und mit den besten Gesellschaften verkehrt hat und jetzt eben aus Italien kommt, das Auge und den Geist noch ganz voll von südlicher Schönheit!? — Mama weiß recht gut, warum sie unserem heutigen Fest diesen großartigen Zuschnitt gibt; sie will ihm zeigen, daß unsere Soiröen die elegantesten, feinsten und fashionabelsten in ganz Stock» heim sind!...."
»Das er gar nicht wieder erkennen wird," fiel ihr Ida in's Wort; „Du liebe Zeit, wie sich die Stadt in diesen zwölf Jahren verändert hat, seit er von hier fort ist. Und nicht wahr, Jettchen, früher hatte Robert eine besondere Vorliebe für Julie Fink!"
— „Oja, und noch mehr für ihre ältere Schwester Charlotte," erwiderte Henriette. „Aber Charlotte ist ja verheirathet und die Neigung zu Julien, die damals noch ein Kind war, soll nicht wieder aufleben, denn offen gestanden, Jdchen, Mama und ich haben uns vorgenommen, Robert, der vielleicht nur auf die Brautschau hieher kommt, soll keine andere Frau wählen, als aus unserer Familie, und der Plan muß gelingen, wenn wir es nur Halbwegs geschickt an- greiffn, Robert ist eine vortreffliche Parthie: hübsch, talentvoll, umsichtig und von einem bedeutenden Vermögen. Und ich verlasse mich auf Mama, die ihn schon emzusangen wissen wird, und auch alle Anordnungen schon getroffen hat, um Robert mit diesem heutigen Fest aus das angenehmste zu überraschen. Papa war freilich dagegen und sträubte sich mit Händen und Füßen gegen die Kosten eines solchen Festes in dieser kritischen Zeit; aber er klagt ja immer, als ob ihm das Geld ausgehen wollte, und Mama setzt doch am Ende ihren Willen durch, wie immer. Und wie hab' ich mich seitdem auf das Fest gefreut, und wie ärgerlich daher, daß mir die Freude verdorben wird durch das verpfuschte Kleid, das ich gar nicht mehr ansehen mag!"
„Gib Dich doch zufrieden, Henriette, und laß Paulinen rufen, daß sie den Leib ausläßt! Sie hat eine merkwürdige Geschicklichkeit in solchen Dingen,"
sagte Zda. „Wo sie es nur gelernt haben mag, da sie dost immer nur auf dem Lande war?
— „Hm, ich bitte Paulinen nicht gern um etwas," sagt Henriette stolz; „ich kann die armen Verwandten nicht leiden, die uns der Vaer immer in die Familie hineinschmuggelt. Aber freilich heute muß ich ihr lhon gute Worte geben, wenn ich nicht haben will, daß mir die Fuchs den Leib noch einmal verdirbt. Bitte, Ira! laß Paulinen doch rufen!"
Eine Minute später erschien diese schon und fragte freindlich nach dem Anliegen der Cousinen. Die Eile, womit sie die Treppe hinaugceilt war, hatte ihr frisches Antlitz noch mehr geröthet, und ihr braunes Auge lachte ordentlich über die Freude, baß die stolzen Cousinen einmal ihr entgcgenamen. Sie war eine allerliebste Erscheinung, ein „Prachtmädchen," wie veralte Gärtner sie richtig bezeichnet hatte. Nicht klein und nicht groß, nicht chlank und nicht korpulent, aber mit einer reizenden Taille und einem hübschen löpfchen, das beweglich wie das eines Finken aus dem frischen Halse saß; ihr öcsicht nicht eben schön noch gar streng regelmäßig, aber pikant und mit dem ojensten herzlichsten Ausdruck; die klugen lebhaften Augen voll Schelmerei, die Stirne frei und klar, mit einem Ausdruck von seltener Intelligenz, die Nase fein unv schmal und leicht gewölbt, das Kinn spitz und mit einem Grübchen, der Mund frisch und schalkhaft, die Wangen gesund geröthet und von einem Neichen Flaum bekleidet, wie die Sonnenseite eines reifen Pfirsichs. Dazu dmkle Brauen und lange seidene Wimpern und ein reiches dunkelbraunes Haar, das über der Stirn sich von Natur in hübsche krause Wellenlinien legte uiv das Obertheil des reizenden Köpfchens wie mit einem hübschen dunklen Rahnen einfaßte.
„Was steht zu Befehl, meine lieben Väschen?" rief Pmline mit glockenreiner Altstimme. „Womit kann ich dienen?"
„Zunächst, Pauline, möcht' ich Sie bitten, mir dieses Libchen an meinem Ballkleide abzuändern, welches mir zu eng gefertigt worden if," sagte Henriette mit einer gewissen förmlichen Herablassung, und bequemte sich dazu, Paulinen'S Dienste als Kammerjungfer anzunehmen, um das verfehlte Kunststück ihrer Schneiderin noch einmal anzulegen und Paulinen die Mißstände zu zeigen, welche diese sogleich begriff. — „Und dann noch eines," setzte sie zögernd hinzu, als Pauline mit ihrer herzlichen dienstfertigen Weise sich um alle diese Einzelheiten bekümmert und Abhülfe versprach.
„Nun, was denn, Väschen?" fragte Pauline.
„Es wäre mir sehr angenehm, Pauline," erwicderte Henriette, „wenn Sie sich endlich merken wollten, daß es mir sehr unangenehm und ärgerlich klingt, daß Sie uns immer als Väschen behandeln. Weit entfernt leugnen zu wollen, daß Sie eine entfernte Verwandte von Papa's erster Frau sind, haben Ida und ich uns doch noch nicht zu überzeugen vermocht, daß wir mit Ihnen irgendwie in Blutsverwandtschaft stehen. Und so sehr wir daher Ihnen auch ein Asyl in unferm Elternhause gönnen, meine Liebe," fuhr sie mit erzwungener gesteigerter Artigkeit fort, „so müßte es uns doch befremden, wenn Sie noch immer geflissentlich fortfahren wollten, uns als Cousinen zu behandeln, geschweige denn


