Dermieth ungen.
645) Im „Russischen Hof" sind mehrere möblirtc Zimmer zu vermiethen.
654) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ist zu vermiethen und am 1. März zu beziehen- Näheres bei der Exped- d- Bltts.
648) Bei L- B- Loos in der Sandgasse ist ein Logis zu vermiethen und am 8- März beziehbar-___________________________________
647) Der untere Stock meines Hauses auf dem Seltersberg ist zu vermiethen und am 1- Mai zu beziehen.
Balthasar Kann.
610) Ein freundliches, möblirtes Zimmer mit Cabinet in einer Gartcnwohnung ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen- Nähe- rcs bei der Exped- d. Bltts._________________
611) Ein kleines Familienlogis ist zn vermiethen bei Alexander Mayer-
612) Ein freundliches, möblirtes Zimmer ist am Canzlciberg Lit- B- Nr- 67 billig zu vermiethen-_________________________________
618) Zwei möblirte Zimmer mit einem Cabinet sind, getrennt oder zusammen, in der neuen Anlage zu vermiethen- Näheres bei der Exped- d- Bltts-_____________________
616) Im „Russischen Hof" sind La- gerräume zu vermiethen._________________
609) Ein Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen bei
Fr- Fürst, in der Neustadt.
626) Zwei möblirte Zimmer sind zu vermiethen bei, Wernhard Brück,
Flügelsgasse.
Vermischte Anzeigen.
651) Ein junger Mann wünscht als Einsteher zu dienen. Hierauf Reflectirende wollen sich bei der Expedition dieses Blat- tes melden.________________________________
636) Nr. 128 hat das Sophakissen und Nr- 323 das Schemelstühlchen gewonnen.
Vogel, Polizeidiener.
615) Ein junger Mann, welcher bei der Musterung des Jahres 1867 ein FreilooS gezogen, wird sofort als Einsteher gesucht. V»n wem? sagt die Exped. d- Bltts.______
629) JES’ Von heute an nehme ich Hüte zum Waschen und Fa?onniren an.
Gießen, den 1. Februar 1868-
S- Flörsheim.
Epileptische Krämpfe (Fallsucht) heilt Dr. O. Killisch, Spezialarzt für Epilepsie, Berlin, Jägerstr. 75/76. Auswärtige brieflich. (631)
iMemi'tthlichkeit."
619) Mittwoch den 5. Februar, Abends präcis halb 9 Uhr:
Generalversammlung.
Tagesordnung: 1) Bericht.
2) Vorstandswahl. __________________Der Vorstand.
Gcnerchlversammlllng.
644) Auf nächsten Sonntag, den 9. Februar, Nachmittags 4 Uhr, werden die Mitglieder der Leichenkasse-Gesellschaft zu einer Generalversammlung in das Gasthaus zum Rappen mit dem Wunsche eingeladen, sich recht zahlreich einzufinden.
Tagesordnung:
1) Abhör der Rechnung pro 1867,
2) Ergänzungswahl des Vorstandes,
3) Vorlage der Kostenbeträge über den neu zu erbauenden Leichenwagen.
Gießen, am 3- Februar 1868.
Für den Vorstand: _______________Georg Schmitt.
Bürger Club
646) Mittwoch den 5- Februar, Abends 8 Uhr:
Musikalische Aliendmtterhnltuna im Gesellfchafts-Locale. Steiwgraphei-Verein.
649) Morgen Abend 8 Uhr: Monatssitzung im gewöhnlichen Locale. Wegen der projectirtcn Feier dts Geburtstags Ga- belsberger's ist der Besuch Seitens aller Mitglieder sehr zu wünschen, und ladet darum dringend ein der Vorstand.
614) Unterzeichneter macht hiermit bekannt, daß er fich seit dem 23. Januar d. I. in Treis a. d. L. als praktischer Arzt niedergelassen hat.
_______M»'. C. Dickor«.
622) In die Conditorei des Unterzeichneten wird ein Lehrling gesucht. _______________________ Ed. Lind.
627) Ein ordentlicher junger Mensch findet dauernde und leichte Beschäftigung in meinem Atelier.__________Hans St ix.
617) Gegen guten Lohn wird ein fleißiger Dienstmädchen gesucht. Zu erfragen bei des Exped. d. Bltts.____________________________
596) Ein Mädchen sucht Beschäftigung im Nähen (auf Wunsch auch mit der Nähmaschine) oder Bügeln. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
630) Reisende nach Amerika befördert billigst
Christian Wallenfels, L»»».
Ledensverflcherungslmnk f. D. in Gotha.
642) Die Geschäftsergebnisse dieser Anstalt im Jahre 1867 waren sehr günstiger Art- Durch einen reichen Zugang an neuen Versicherungen (2379 Pers, mit 5,052700 Thlr.), welcher nächst dem Jahre 1865 größer war als in irgend einem anderen Jahre, ist die Zahl der Versicherten auf 31000 Pers., die Versicherungssumme auf 56,400000 Thlr-,
der Bankfonds auf 14,600000 Thlr.
gestiegen.
Bei einer Jahreseinnahme von 2,600000 Thlr- waren nur 1,140000 Thlr. für 650 gestorbene Versicherte zu vergüten, welcher Betrag wesentlich hinter der rechnungsmäßigen Erwartung zurücksteht und den Versicherten eine abermalige hohe Dividende in Aussicht stellt.
In diesem und den nächsten Jahren werden über
Zwei unii eine l)albc Million Thalcr
vorhandene reine Ueberschüssc an die Versicherten vertheilt, was für das Jahr 1868 eine Dividende von 36 Proz. und für 1869 eine solche von 39 Proz. ergibt- Versicherungen werden vermittelt durch:
Hofger.-Advocat F. Krauskopf in Gießen, Gutspächter Dr. Groß in Lich, Oskar Ehrhardt in Marburg.
638) Nachstehende Danksagung erschien im „Schwäbischen Merkur" Nr. 24 vom 28- Januar 1868 :
Deffentliehe DmrkssrHrmH.
Wir Unterzeichnete fühlen uns doppelt veranlaßt, der werthe'n Feuerversicherungsgesellschaft „TEimringia“ für die schnelle und hinreichende Entschädigung , welche sie uns für die am 15. December v. I. erlittenen Brandschäden vergütete, hiermit öffentlich unfern verbindlichsten Dank abzustatten, und empfehlen daher Jedermann, welcher noch nicht versichert hat, diese solide Gesellschaft.
Bittenfeld, O- A. Waiblingen, im Januar 1868.
Georg Lulthardt, Gottlob Lulthardt.
52
tieldsorten,
44%-45%
9
9
5
9
Börseimaclirichlcn.
1. Februar 1868.
57-58
49-51
50-52
54-56
37-39
29%-30,/2 54-58
50-52
27-28
„ doppelte Holl. fl. 10 St. Ducaten 20 Frankenst.
Prioritäten.
5% östr. F. St. E. B. 246
Ludwigsh.-Bexbach 157
Maxbahn 107%
Bayer. Ustbahn 119% Hess. Ludwigsbahn 130% 3% östr. Stsb.-Prior.
Aiileliensloose.
Kurh. -lO Thlr. Loose 53% Nassau fi. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. 144 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 42 % 4% bayr. Präm. Aul. 100 4% badische Loose 99 % Badische fl. 35 Loose 51% 1858r Prioritätsloose 128% 1860r Loose — 1864r„ 80
Engi. Souver. 11
Buss. Imper. 9
Doll, in Gold 2
WeeHisel.
Amsterd. k. S. 100%
Augsb. k. 8. 100
Berlin k. 8. 105
Bremen k. S. 97%
Cöln k. 8. 105
Hamburg k. 8. 88%
Leipzig k. 8. 105
London k. 8. 119%
Lyon k. 8. —
Paris k. 8. 94%
Wien k. 8. 99%
Disconto 3% G.
Preuss. 4%0/0 Obi. 95% Frankf. 3%% Obi. 82% Nass. 4%<% Obi. 94% Kurh. 4% Obi. 89%
Hess. 4% Obi. b. Roths. 90%
» 3 %% do. do. 85
Bayer. 5% Obi. 101%
„ 4%% 1jährige 94%
„ 4%o/0 %iährige 94% Würtemb. 4%% Obi. 93% Baden 4%% Obi. c. E.L. 93% Oestr. 50/0 b. R. 60%
„ 5% National 531 4
» 5% Metall. Obi. ■ —
„ M. steuerf. 487/g
Amer. 6% 188 Ir Bds. 77«/4 „ 6% 1882r 76ii
Actien*
Frankf. Bank 1271 4
Oester. Bank 667
„ Creditact. 186
Darmst. Bankact. 217 ■/•>
Pr. Gass. Sch. 1 Div. Cass.-A.
Pr. Friedrdor. 9
Pistolen . . 9
3% dstr. s. Lombard. 42’/^
3°/o Livorneser 28
Toscaner 41 y4
Frankf. Hypoth.-Bank —
F rankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior.' 75 do. II. Emiss. 73
Feuilleton.
Vetter und Base.
Eine Familiengeschichte.
(Fortsetzung.)
„Nun denn, so füge Dich in Alles, was ich mit Dir vornehme! Willst Du, so schlag ein!"
»Topp! ich vertraue Dir, und Du sollst keinen Undankbaren in mir verpflichten," erwicverte der Wetterfelver. „Was muß ich thun?"
„Morgen früh abreisen."
Rudolph staunte. „Nicht möglich! Wie kann denn dicß mich zum Ziele fuhren?"
„Es muß sein, keine Widerrede!" versetzte Robert und nahm aus seiner Tasche ein Billet von tausend Francs. „Hier ist Dein Reisegeld, morgen früh ^hältst Du noch einigt Empfehlungen an meinen Geschäftsmann in Amsterdam. Du reisest statt meiner nach Holland, siehst Dir dort Land und Leute an und gehst dann nach Belgien. Du schreibst täglich an Cousine Henriette, machst ihr schriftlich in bester Form den Hof, wirbst um sie als R. Balder schlechtweg, aber im Charakter des Holländer Vetters, und ich bleibe hier an Deiner Stelle und werde als angeblicher Wetterfelver Neffe des Onkels Buchhalter."
„Aber, bester Betteri . . ."
„Äetn Aber, Rudolph! überlaß Dich meiner Führung, und der Preis für diese Einräumung sei Henriettens Hand. Sie wird Dir antworten, denn Du gibst ihr Die Adressen und Etapen Deiner Reise an, und der schriftliche Aus- tausch wird kein Nachtheil sein. Der Feder entgleitet oft mehr wahres Gefühl al« der Zunge, zumal wenn uns Berge und Thal scheiben. Ost auch freilich das Gegentheil! — Em Creditbrief von mir schafft Dir die Reisemittel, und wenn Du Deine Muße recht nützest, wird es in keiner Weise Dein Schade sein!"
„Aber sag' mir nur, lieber Vetter, muß denn dich wirklich sein? '
„Es muß! Der tolle Streich ist einmal begonnen und muß weiter geführt werden. Der Oheim, der mich bona fide für Dich hielt, weil er mich schon seit Jahren nicht mehr gesehen, hat mir Dinge anvertraut, welche nur dem ver- trauhn Neffen Buchhalter, nicht dem Neffen Kapitalisten bestimmt waren, der eine große Summe in seinem Geschäft stehen hat und den man mit Henriettens Hand vollends zu angeln wünscht — letzteres Project traue ich jedoch nur Den pamen zu, wohlverstanden, denn den Oheim halt' ich für allzu loyal zu einem solchen Plan. Was mir der Onkel anvertraute, sind Dinge, welche zu gestehen den alten Herrn eine furchtbare Ueberwindung, einen entsetzlichen Kampf gekostet Haben mag, den ich ihm nicht zum zweiten Male zumuthen will. Es ist Ehren
sache für mich, daß ich die Rolle fortspiele, die ich begonnen, und ihm Die Enttäuschung erspare, die für ihn grausam, einschneidend sein würde. Begreifst Du nun ?"
„„Noch nicht ganz aber ich ahne Die Sachlage, und unterwerfe mich Deiner Verfügung. Du bist ein edler, guter Mensch, und mir an Willenskraft zrnd Lebenserfahrung überlegen! Du kannst es trotz Deiner Ironie und Deiner kleinen Pique auf Die Tante doch nicht böse mit ihnen meinen!"
"Meiner Treu, nein! Ich will ja nur der Arzt fein, welcher ihr den Staar sticht!" rief der Holländer Vetter. „Der gute Onkel ist zu willensschwach, um diese bethörten verwöhnten Frauenzimmer von dem Abgrunde zurückzureißen, an dessen Rand sie schwindelnd stehen. Es muß eine rauhe, feste Hand sein, die den wilden tollen Rossen dieses Wahnwitzes in Die Zügel fällt, wenn nicht alles verloren sein soll!"
„Stehen Denn Die Angelegenheiten des Oheims so schlimm?" fragte der echte Wetterfelver bestürzt.
„ „Hm, wer kann heute sagen, ob er morgen noch stehe!" rief Robert. „Die Krisis, welche heranzieht, kann furchtbare tiefgehende Folgen haben. Es handelt sich Darum, Die Mittel zu schaffen, daß der Oheim mit seinem weitverzweigten umfassenden Geschäfte über die Krisis hinüberkomme! Guter Rath und Besonnen- beit allein thun's n cht, es muß auch Geld dahinter stehen, und dieß kann ich gottlob liefern. Also thu' mir Den Gefallen, lieber Vetter, und laß m:ch ge- währen."
„Ich fürchte nur, Der Oheim wird die Vertauschung unserer beiden Per- sönlichkeiten bald bemerken," meinte der Wetterfelder, „und Dann wird er mir böse werden . . . ."
„Ich nehme alle Verantwortung auf mich, und er schien ja heute Abend den Betrug nicht zu bemerken!"
„Allein er kennt unsere beiden Handschriften — dieß muß uns verrathen!" sagte Rudolph.
„Verwünscht!" rief Rodert und schlug sich vor die Stirne; „Du hast recht, an dieses besondere Kennzeichen hab' ich nicht gedacht. Jndeß ist hier zu Helsen! Laß uns unsere Handschriften vergleichen! Dein Notizbuch, Vetter, oder einen Brief von Dir!" rief er und zog zugleich fein eigenes Taschenbuch hervor. „Sieh nur, welch ein merkwürdiger Zufall! Wir haben bette dieselbe eigenthürnliche flößende englische Correntschrift angenommen, die beinahe allgemein gleich ist— sieh nur her, eine Familien-Aehnlichkeit, wie unter Hühnereiern!"
Rudolph verwunderte sich baß über diesen Zufall, und seinem besonnenem phlegmatischeren geistigen Wesen leuchtete Die Durchführung des Planes nun etwas mehr ein, welchen sein sanguinischer Vetter ersonnen hatte. Doch schien


