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6126) Ein leichter Oeconomiewagen wird zu kaufen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.

6130) Ein Kellner-Lehrling und ein Zimmermädchen werden in einen hiesigen Gasthof gesucht. Zu erfra­gen bei der Erped. d. Bltts.

6154) Unterzeichnetem ist am 28. August ein hellrothes Ochsenkalb entlaufen. Der­jenige, welcher zu dessen Wiedererlangung verhelfen kann, erhält eine angemessene Be­lohnung. Philipp Hardt,

in Großen-Linden.

,6141) Ein braves Mädchen, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann, wird zu Michaeli in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts._____________________

6114) Ein anständiger Herr kann Kost und Logis vom 1. September an erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. _______

6121) Bei Maurermeister Schmidt können noch mehrere Maurergesellen und Handlanger dauernde Beschäftigung finden.

6122) Altes Zeitungspapier kauft I. Rothenberger, ________________________Lindenplatz._______

6166) Ein Zapfjunge wird gesucht von ____________________H. Schmoll.

Die

6138)

zu

Vaterländische Feuer - Verflcherungs - Actien- GeseUschast;u Elberfelds gegründet im Jahre 1 823, (Garantie-Capital: 3,300,000 ft.), übernimmt Versicherungen gegen Feuersgefahr auf Mobilien, Früchte, Vieh rc. billigen und festen Prämien.

Die unterzeichneten Agenten ertheilen gern nähere Auskunft und nehmen Versiche­rungen entgegen. Gießen: F. Hoffmann.

Firma: Carl Hoffmann. Steinbach: Nicolaus, Kreisbote.

Berichtigung.

In dem Inserat Nr. 6086 in Nr. 102 des AnzeigersDr. Landmann's Knaben­lehranstalt betr.", soll es Zeile 4 v. o- heißen: übergehen statt übergeben.

Borseunachrlchten.

29. August 1868.

Preuss. 4%<% Obi. 95% Frankf. 3%<% Obi. 803/.

Nass. 4'/2«/o Obi. 953/.

Kurh. 40/0 Obi. 881/.'

Hess. 40/o Obi. b. Roths. 893/.

» 3%<% do. do. 84

Bayer. 5% Obi. 102%

n 4%% 1jährige 963/8

n 4%% Valährige 963/. Würtemb. 4%9/0 Obi. 94% Baden 4%<% Obi. c. E.L. 94*/. Oestr. 50/g b. R.

50/0 National 53%

, 5% Metall. Obi.

M. steuerf. 513/g

Amer. 6»/0 1882r Bds. 75

6% 1885r 74%

Actlen.

Frankf. Bank 124

Oester. Bank 750

Creditact. 219% Darmst. Bankaet. 242%

Prioritäten.

5% östr. F.'St. E. B. 254% Ludwigsh.-Bexbaeh 158% Maibahn 107% Bayer. Ostbahn 128 Hess. Ludwigsbahn 135% 5% östr. Stsb.-Prior. 53% 3% östr. s. Lombard. 43% 3% Livorneser 30% Toseaner 46% Frankf. Hypotb.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 5% Elisabeth-Prior. 743/. do. II. Emiss. 74

Anlehensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 55 Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 160 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40% 4% bayr. Präm. Anl. 102% 4% badische Loose 1003/. Badische fl. 35 Loose 53% 1858r Prioritätsloose 141% 1860r Loose 74% 1864r 1003/.

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 100

Augsb. k. 8. 100

Berlin k. 8. 104%

Bremen k. 8. 98

Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 119% Lyon k. 8. Paris k. 8. 95

Wien k. 8. 104% Disconto 3% G.

Geldsorten.

Pr. Gass. Sch. 1 44%-45% Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 58%-59% Pistolen . . 9 47-49

doppelte 9 48-50 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 36-38 20 Frankens!. 9 29%-30% Engi. Souver. 11 54-58 Russ. Imper. 9 48-50 Doll, in Gold 2 27-28

Feuilleton.

Die Verschwörer von 1799.

Roman von de Saint-Felix.

(Fortsetzung)

Bewunderungswürdig! rief ein General. Welch' ein Meisterschnitt!

Unsere Wirthin, versetzte ein Lichter, erinnert mich an eine jener jungen Druidinnen, welche die heilige Mistel zerschnitten.

Nein, wandte ein JnstitutSmitglied ein, sie ist Hebe

Welche die Gotter bedient, lachte Coraly und reichte einigen hochge­stellten Persönlichkeiten Stücke von der Bombe.

Und von Ihnen bedient wird, Fräulein, erwiederte Barras verliebten Tones.

Bravo! Bravo! applaudirten im Chorus einige seiner Höflinge, von welchen er damals fast zu jcver Zeit in nicht geringer Anzahl umgeben war.

Die Bombe bestand aus Erdbeeren und Citronensaft; sie kam aus dem ehemaligen Palais Royal, wo der Bürger de Foy das vorzüglichste Cafe von Paris etablirt hatte. Sie empfing die wohlverdientesten Elogen von Seiten der berühmtesten Feinschmecker jener Tage.

Unter ihnen befand sich namentlich ein gewisser Chevalier d'Aigreftuille, dessen Urtheil in Sachen der Kochkunst fast die Geltung eines Gesetzes hatte. D'Aigrescuille gab unter dem Direktorium dar Vorspiel zu seinen Triumphen während der Kaiserzeit an der erzgastronomischen Tafel des Erzkanzlers Cam- bacörvs.

Aber zu den Delikatessen des goüter sollte sich der Wohllaut der Klänge gesellen und die reichvergoldete Harfe Coraly's strahlte in einer Ecke des Zimmers.

Garat er fehlte bei keinem Feste hatte sich mehrmals bitten lassen; und obschon er zwanzigmal erklärt hatte, daß er gerade heute unausstehlich heiser sei, ließ er doch oft jene Rouladen erschallen, welche alle Herzen entzückten.

Coraly setzte sich an ihre Harfe; man bildete einen Kreis um sie, und Garat wie ein bunter Schmetterling vom Licht angezogen wird ver­mochte nicht der Lockung zu widerstehen. Zu der schönen Muse hintretend, griff er die von der Harfe gespielte Melodie auf und improvisirte nicht eine Can­tate, noch eine Romanze oder eine pompöse Arie, sondern ein harmonisch unge­stümes, liebliches, komisches und erhabenes Etwas, das mit Allem und mit Li- rumlarumlalala alles Mögliche zu sagen schien.

W:r verlassen einen Augenblick die enthusiastischen Gruppen im Saale, um das ernsthafte Gespräch zweier Männer im Garten zu belauschen. Unter dem Laubdache der Linden spazierten der Direktor Gohier auf und ab mit seinem Collegen Moulins und zeigte ihm ein kleines Papierblättchen oder vielmehr einen kleinen Pergamentstreifen, auf dem zwei oder drei Zeilen von unbekannter Hand geschrieben standen.

Aber wer in aller Welt hat Euch dies gegeben? fragte Moulins.

Ich wiederhole Euch, antwortete Gohier, daß sich dies Biüet auf meinem Teller inmitten des Inhaltes der Bombe fand, welchen mir Coraly prä- sentirte. Die arme Kleine hat sicherlich keine Ahnung von dem gehabt, was sie mir gab; denn ich sah ihr Gesicht an, nachdem ich den Zettel gefunU.., . I war ebenso wunderbar heiter wie sonst.

Die Frauen sind Meisterinnen der Verstcllungskunst, bemerkte Moulins.

Nein, sage ich Euch, das ist unmöglich. Denkt nur ein wenig nach, verehrter College. Wenn Ihr zugeben müßt, daß Coraly eine gewisse Passion für den Offizier hatte, der uns mit ihrer Hülfe entschlüpft ist Ihr wißt ja, der Emissair Bonaparte's könnt Ihr Euch dann denken, daß Coraly mit Vorbedacht dem Direktorium durch ein anonymes Billet das große Geheimniß des Generals en Chef der egyptischen Armee verrathen wird? Das ist ganz unmöglich. Ferner, dies Pergamentstreifchen war in einer überzuckerten Bombe verborgen, welche aus einem Cafö kam; es war also nicht wohl zu finden und konnte zufällig auf den Teller des ersten besten der eingeladenen Gaste fallen. Denkt nur ein wenig nach!

Das thu' ich eben, mein werther Freund. Wahrhaftig ich kann nicht daraus klug werden. Komm, lies noch einmal bas Blatt!

Gohier entfaltete von Neuem das kostbare Pergamentstreifchen, welches die Erdbeeren- und Citronenbrühe durchfeuchtet hatte, ohne jedoch die Schrift auS- zulöschen. Er las, vorsichtig nach allen Seiten umblickend, die folgenden Worte:

Der General en Chef Bonaparte schifft sich gegen Ende des Au­gustmonats ein und verläßt Egypten, um nach Frankreich zurückzukehren.

Ihn begleiten Berthicr, Marmont, Murat, Lannes, Andröoffy, Monqe, Bertholet, re. re."

Und jetzt ist es schon Mitte Septembers! sagte Moulins.

Freilich.

Das heißt, seit vierzehn Tagen ist Bonaparte auf dem Meere; ja, wenn die Ueberfahrt günstig war, landet er jetzt vielleicht auf dem Boden der Republik!

Ganz richtig, verehrter Freund.

Während wir hier sind, wir, die Direktoren, und Zuckerzeug aus dem Caf6 de Foy essen und gemächlich dem Triller dieses unverschämten, girrenden Zierbengels zuhören!

Man kann nichts WahrererS sagen, mein lieber Moulins, erwiederte der Direktor Gohier, indem er das Billet wieder in seine Tasche schob.

Nun? fragte Moulins kurz und bündig.

Nun? lieber College? wiederholte Gohier, sich mit verschränkten Armen vor ihm hinflanzend.

Eure Meinung ist ?

Eure Ansicht geht dahin, daß-

Ihr glaubt, in diesem kritischen Augenblicke wäre es das Vernünftigste, das Heilsamste--

Und Ihr meint, fragte wiederum Gohier, da die Sicherheit des Staa­tes, zumal des Direktoriums gefährdet ist, Ihr meint, wollte ich sagen--

Ich meine gar nichts, verehrter Freund, antwortete Moulins; ich warte auf Eure Ansicht.

Gerade um die wollte ich Euch bitten, lieber College. Eure Ansicht also?

Ich habe mir augenblicklich noch keine gebildet.

Und ich auch nicht. Gruß und Brüderlichkeit!

Einen Augenblick, Gohier! hielt ihn der Andere zurück. In solchem Falle befragt man einen Dritten.

Und wen? Barras?

Pah! der ist trunken von Liebe, Zuckerbombe und Harmonie der Töne.

Sieyös ist nicht mehr da, Roger Dueos auch nicht. Wollt Ihr also, fuhr Moulins fort, Euch an den Bürger Talleyrand wenden?

Warum nicht! antwortete Gohier. In der That, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten muß doch etwas vom Auslände wissen. Ich will ihn holen.

Ihr wißt, daß der Herr Bischof lahm ist, bemerkte Moulins, und daß er schwer aufsteht, wenn er einmal auf seinem Lebnstuhl sitzt.

Wohlan, sagte Gohier, folgt mir! Er sitzt gerade neben der Veranda an der Fensterbank und kehrt der Gesellschaft halb und halb den Rücken zu Wenn wir jene zwei Stufen hinangehen, können wir bis zu seinem St schreiten, ohne von all' diesen Gesangsnarrcn bemerkt zu werden, tocldb68. drinnen im Saal amüsircn. Dort stehen wir gerade vor dem reeEerei Talleyrands.

wohlgepudertes Haupt umzudrehen,

So auf der Bübergerweg, glichen sie sehr zwei Silgäßchen, schwörung gegen den Schur. .

Bürger Talleyrand, Herr de Talleyrand, Fürst vo.

' "R ""DBrsie-ickerung.

6205) Dienstag den 8. September d. I. werden in den Freiherrlich o- Rabenau'schen Wiesen und Gärten zu Men-Buseck m Ab- theilungen an Ort und Stelle versteuert:

1) das Grummetgras des Vormittags, nm 10 Uhr anfangend, und

2) das Obst, bestehend m Aevfe n Bir­nen und Zwetschen, des Mittags um 12 Uhr anfangend.

Während sein linkes Ohr Garat zuhören wird, sagte Mo'------

> Der Plan war aut. Er wurde sofort ausgefübrt. db O b st- 4O/tO7U.io?a 684 m der Schwarz.u«), , , , .. 198 in der Lichten au;

folgte ihm. . f e n .

welche fast immer seinen scharfsichtigen B.r-teigliebhaber, welche vor der Verstei- begnügte sich, zwei Finger in seine goldenei Auskunft wünschen, wollen swh an den hinter seinem Sessel Stehenden zu antwoönwärter Müller m Alten-Buieck

Dazu habt Ihr das Recht, Bürger Diruw gz. August 1868.

Es sind Moulins und ich, Bürger. Der Rentmeister:

Ich weiß schon, versetzte der unerschütterliche W. Engel.

Aber Ihr habt un« nicht einmal angesehen, B ~ ,

Das wäre kein Grund, Euch nicht sehr wohl erft v D T c li c 9.

Zum Geier! habt Ihr denn Augen hinten im .rpfelwein, den Sckop-

Ist es das, was Ihr mir zu sagen habt, $üfcrer.

(F°