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den Person, welche sich, so viel wir hören in Butzbach aufhält, angcwendet wurde.Man findet nun im Wett. Boten weiter folgende Mittbeilung : Gestern wurde dahier eine von Darmstadt gekommene Weibsperson geb. von Nidda arretirt, die im Verdacht stand, dem am 10. d. M. in Darmstadt verübten Diebstahl von Werthpapieren und Geld begangen zu haben. Sie hatte Be- kanntschaft mit einem Wachtmeister der hiesigen Garnison, dem sie den Betrag der zu stellenden Heirathscaution in Papieren als ihr gehöriges Eigenthum überbracht hatte und der als unbetei­ligt an der Sache solche alsbald herausgab. Sie hat sich als die Thäterin bekannt und wurde gestern Morgen unter Bedeckung mit der Eisenbahn nach Darmstadt abgeführt.

Darmstadt, 15. Februar. Mittags 12 Uhr. Bis jetzt wurden von den hessischen fl. 25 Loosen solgende Nummern mit beigesetzten Gewinnen gezogen: 1213 15000 fl., 9112 1000 fl., 43,372 100 fl., 64,520 400 fl., 10,779 100 fl., 40,429 200 fl., 1243 50 fl., 10,106 50 fl., 1152 50 fl., 2021 60 fl., 12,323

50 fl., 14188 50 fl., 14936 50 fl., 14064 50 fl., 15558

50 fl., 16129 60 fl., 18052 50 fl., 18172 50 fl., 19191

50 fl., 20094 50 fl., 32283 50 fl., 33620 50 fl., 33664

4000 fl., 36460 50 fl., 37335 50 fl., 38465 60 fl., 40943 200 fl., 42966 50 fl., 43372 100 fl., 44004 50 fl., 45382 50 fl., 46433 60 fl., 50143 60 fl., 51411 50 fl., 52702 50 fl., 53732 200 fl., 54151 50 fl., 55627 50 fl., 57307 50 fl., 59609 50 fl., 59017 50 fl., 61174 60 fl., 62564 50 fl.,

62758 50 fl., 64520 200 fl., 64070 50 fl. , 66388 50 fl.,

67304 60 fl., 69756 50 fl., 74066 50 fl., 74408 50 fl.,

76893 50 fl., 79508 50 fl., 81986 50 fl., 81559 50 fl.,

84488 55 fl., 88537 50 fl., 90786 50 fl., 91576 60 fl.,

91930 60 fl., 94753 50 fl.

Am 21. d. M. wird die militärische Feierlichkeit der Ver- theilung der Felddienstmcdaillen an diejenigen hessischen Militär­personen, welche am Feldzug des letztvergangencn Sommers acti- ven Antheil genommen haben, dahier stattfinden.

Der k. k. österreichische Geschäftsträger am hiesigen Hofe, Graf Hoyos, hat an den Bürgermeister ein sehr verbindliches Schreiben erlassen, worin er im Namen des Kaisers von Oester­reich, den wärmsten Dank ausspricht für die von den Bewohnern Darmstadts den österreichischen Verwundeten bewiesene Theilnahme und für die denselben gewahrte sorgfältigste Pflege sowie Spen­den aller Art. Die letzten bisher noch in Pflege gewesenen Ver­wundeten werden in Kürze vollständig geheilt in ihre Hcimath zurückkchren.

Der Kreisassessor Doflcin in Lindenfels veröffentlicht in dem Gewerbeblatt" einen Aufsatz über diegesetzlichen Heirathsbe- schränkungen", welcher in recht verständiger Weise nachweist, daß die frühere Befürchtung allzugroßer Volksvermehrung ebenso un­begründet ist, als die Ansicht, man könne durch Erschwerung des Heiraihens der Zunahme des Proletariats steuern. Er kommt daher zu der Ansicht, daß von einer Einmischung der Gesetz­gebung in das Verehelichungsrecht ganz abgesehen werden müsse, wodurch die Ehe wieder auf den Standpunkt zurückkehre, die ihr nach den moralischen und Religionsgrundsätzen angewiesen sei.

Aus Rheinhessen. Am 7. Febr. ward am Bezirks­gerichte zu Alzey ein Proceß verhandelt, der cs werth wäre, daß ein genauer stenographischer Bericht von ihm erschiene. Daniel Baum, Handelsmann zu Alzey, war beschuldigt, ein ihm an- vertrautes Blanket, welches mit der Unterschrift August Römer in Alzey versehen war, ausgefüllt, in eine Schuldurkunde von 37,887 fl. verwandelt und von dieser Urkunde Gebrauch gemacht zu haben. Die Verhandlungen boten ein großes Interesse dar und währten den ganzen Tag. Das Gericht erklärte ihn für überwiesen und verurtheiltc den Daniel Baum in eine Zuchthaus- strafe von 4 Jahren mit Schärfung. Baurn ist erst vor 18 Monaten aus dem Correctionshause zurückgekehrt. Er hat nun Appell eingelegt.

Mainz. DerMainzer Anzeiger" berichtet, daß am 14. d. Morgens kurz vor sieben Uhr zwei rasch aufeinander folgende Erdstöße verspürt wurden, die ziemlich stark waren, aber nur einige Secunden andauerten. Am stärksten seien dieselben auf den Thürmen bemerkbar gewesen.

Aus Mainz, 12. Februar, berichtet man :Ein Eon- | current Mahner's hatte sich vor einigen Tagen gefunden in der | Person eines Taglöhners mit Namen Siebert, der gestern eben- j

falls eine Schwimmfahrt durch die Brücke machte. Er sprang am Fischthore in den Rhein, schwamm eine Strecke, stieg dann in einen Kahn und trank Wein, schwamm wieder, bestieg erst in der Nähe der Mühlen den Nachen wieder, feierte dann in einem Wirthshause seinen Sieg und liegt heute, wie dasAn­noncenblatt" schreibt, ohne Lebenszeichen am Starrkrampf darnieder. Man zweifelt an seinem Aufkommen. Nicht Jeder ist ein Ernst Mahner, und man muß es diesem Manne nach­rühmen, daß er vor derartigen Tollheiten eindringlich gewarnt hat."

Sauer-Schwabenheim. Ein ziemlich bejahrter Bür­ger von hier war mit.seinem Enkel, einem rüstigen Jungen von 16 Jahren, beschäftigt, Steine zu brechen. Da der Boden durch den Regen gelockert war, löste sich eine etwas überhängende Erd­schicht los und verschüttete Großvater und Enkel. Der rasch herbeigeeilten Hilfe gelang es, den Enkel fast unverletzt zu retten, den alten Mann jedoch fand man leider tobt. Der Verun­glückte , ein schlichter, aber sehr braver und rechtlicher Mann wird allgemein bedauert.

Frankfurt. Die Deputation, welche um Rückerstattung der MriegScontnbution von 6 Millionen Thaler beim Könige bitten soll, ist in Berlin angekommen und wurde von demselben am 19. Febr. Vormittags empfangen, worauf der König um 11% Uhr nach Dresden abgereist ist.

Die Commission, welche zur Auseinandersetzung des Bundes- eigenthums eingesetzt wurde, hat beschlossen, die Bibliothek der ehemaligen Bundesversammlung an die hiesige Stadtbibliothek zu verabfolgen. Es würde dadurch manch schätzbares historisches Material der geschichtlichen Forschung zugänglicher werden als bisher. Besonders bemerkenswerth ist in besagter Bibliothek eine vollständige Sammlung der Gesetzblätter und Gesetzsammlung sämmtlicher deutschen Staaten, wie sie in dieser Vollständigkeit wohl nirgends vorhanden ist. Man kann es nur dankend er- wähnen, daß die Liquieationseommission dabei die Empfehlung ausgesprochen hat, daß auch der künftigen Besitzerin der Bundes- bibliothek ein Exemplar der bisher gelieferten Gesetzblätter k. möge zugewendet werden.

Hildesheim. Die allgemeine deutsche Lehrcrversammlung wird am 11., 12. und 13. Juni d. I. dahier stattfinden. Wie man erfährt hat der CultuSminister v. Mühlcr erklärt, kein Bedenken gegen die Abhaltung dieser Versammlung zu haben, und daß er davon bereits das fön. Gouvernement in Hannover zur weitern Forderung der Angelegenheit in Kenniniß gesetzt habe. Sonach wird die deutsche Lehrerversammlung zum ersten Male in Preu­ßen tagen.

Kirchhain. Die Eisenbahnkasse mit angeblich 400 Thlr. ist dieser Tage gestohlen worden.

Dresden. Großes Aufsehen macht in ganz Sachsen die Tagesneuigk.it, daß der König den Postbetrieb gegen eint jährliche Entschädigung an die Krone Preußen abgetreten hat.

Köln. Die erst im vorigen Jahre hier so stark aufge­tretene Cholera ist hier abermals ausgebrochen und zwar in nicht unerheblicher Weise. Am 15. Februar sind fünf, am 16. vier und am 17. ebenfalls vier Cholerakranke gestorben. Im Cholera- Hospital war am 16. Februar ein Bestand von 29 Kranken.

München. Die Regierung hat den Kammern einen Ge- setzentwurf über die neue Militarorganisation vorgelegt, wonach jeder Baier der gesetzlichen Militärdienstpflicht persönlich zu ge­nügen hat; die bisher üblich gewesene Stellvertretung, das Loosen und der Nummerntausch sind ausgehoben. Der Eintritt in das Heer erfolgt mit zurückgclegtem zwanzigsten Lebensjahr. Die nichtstreitbare Mannschaft wird in den Militärcanzleien und Werkstätten verwendet. Einjähriger Freiwilligendienst ist zulässig. Der Dienst im stehenden Heere dauert 6 Jahre, die Präsenzzeit 3 Jahre, dann folgt eine dreijährige Kriegsreservezeit mit stän­digem Urlaub nach dreimonatlicher Uebungszeit jährlich. Eine Verehelichung der Militärpflichtigen dieser Kategorie begründet deren Uebertritt in die Landwehr. Nach der sechsjährigen Dienst­zeit im aetiven Heer erfolgt der Uebertritt in einen fünfjährigen Legionsdicnst mit jährlich zwei Controlversammlungen, acht UcbungStagen und ferner mit größeren Uebungen von einem Monat Dauer in Gemeinschaft mit den anderen HeereStheilen. Hinsichtlich der Landwehr bleibt die bisherige Landwehrordnnng bis zur Durchführung der Militärverfassung in Kraft.

Redaction, Druck und Verlag der Brühlsschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.