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Der Theil also, der in seinem eigenen Lande angegriffen wird, hat vor dem andern viele Vortheile voraus. In dieser Lage befinden sich nun die Paragnayen. Sie haben nach den letzten Nachrichten 30,000 Mann, die sie in einer befestigten Stellung angriffen, der Art zurückgeschlagen, daß 7000 Mann an Todten und Berwundeten auf dem Platze blieben, und nunmehr Aus­sichten zum Frieden vorhanden sind.

Wenden wir uns nun wieder nach Europa zurück und zwar nach einem Lande, welches schon feit undenklicher Zeit der Zank­apfel der europäischen Mächte gewesen ist, nämlich der Türkei. Die Schlachten, welche dort im Jahr 1854 bis 1856 zwischen Ruffen, Franzosen und Engländern geschlagen wurden und deren Ausgang für Rußland unglücklich, den nochmaligen Fortbestand der türkischen Herrschaft in Europa sicherte, waren nicht geetg- net in ihren Folgen segensreich für die Bevölkerungen des tür­kischen Reiches zu werden. Schwäche und Unselbstständigkeit, welche die türkische Regiernng im Laufe des Krieges mit Ruß­land an den Tag gelegt hatte, bekundete sich auch später im Frieden. Alle guten Vorsätze, Versprechungen und Mainfeste der Regierung blieben ein papierner Fetzen und namentlich waren es die unter türkischer Oberherrschaft stehenden Bevölkerungen von Montenegro und Griechenland, welche alle Ursache hatten, unzufrieden zu sein und sich der Hoffnung Hingaben, baldigst das türkische Joch abzuschüttelu. Der frühere König Otto war nicht die Persönlichkeit, die Wünsche der Griechen deremst zu verwirkliche», während der jetzige junge König Georg eher dazu geschaffen scheint, die große Idee der Griechen, die Wiederher­stellung der Macht imb des Ansehens des alten Griechenlands, zu verwirklichen. _ on .n

Das jetzige Griechenland, welches sich vor ungefähr 30 40 Jahren von der Türkei losriß, ist zum Leben zu klein und zum Sterben zu groß- Da es jedoch noch viele Stammesgenoffen in dem Lande seines Nachbars zu Constantinopel hat, ja, die,e Länder ursprünglich griechische Länder waren, die von den Türken gewaltsam erobert worden sind, so lag für Griechenland nichts Näheres, als jede Gelegenheit zu benutzen, um seine Stammes- genossen zu befreien und sich dadurch zu einer Macht emporzu- schwingen, die auf eignen Füßen stehen kann.

Rußland, daschieses geheime Begehren wohl kennt, kann aus edler Menschenliebe nicht anders, als ihm helfen, wenig­stens ihm heimlich Unterstützung zuzusageii und durch Agenten allerwärts die Massen der Griechen in der Türkei zum Auf­stande aufzuwiegeln. Dieses Beginnen hat seit einigen Wochen Früchte getragen. Auf der größten und südlichsten der tür­kischen Jnselii, Candia, ist ein furchtbarer Aufstand ausgebrochen. Türkische und ägyptische Truppen wurden in Massen unter dem Befehle des Mustapha Pascha gelaudet, um ihn zu unterdrücken, allein ob sie auch in mörderischen Kämpfen gegen die schlecht bewaffneten Candioten den Sieg davongetragen und schon vor einigen Wochen den Aufstand als unterdrückr dargestellt haben, das muß erst noch abgewartet werden.

Die Insurgenten sind durch Zuzüge aus dem freien Grie­chenland, sowie durch mehrere tausend Garibaldianer aus Ita­lien verstärkt worden und setzen den Kampf unausgesetzt fort. Die schrecklichsten Greuel werden von den türkischeii Soldaten an wehrlosen Frauen und Kindern verübt, die Ortschaften me- derqebrannt und Alles verwüstet. Von den Seemächten (Frank­reich und England) die einige Schiffe zum Schutze ihrer Lands­leute dorthin geschickt haben, sind bereits Tausende von Fluch­tigen nach Griechenland gerettet worden, und dieses Letztere zuckt bei dem Anblick des Elends, das also an feuien Küsten gelandet wird, immer heftiger auf, so daß es den Schutzmachten Griechenlands schwerlich gelingen wird, den Sturm ^'be­schwören der sich jetzt in Griechenland vorbereitet. Bereits haben ganze Banden die nördlichen Granzen uberschritttn und sind in Thessalien (türkische Provinz) emgefallem D/e Griechen dieser und der andern Provinzen beginnen sich gleichfalls zu reqen Serbien stellt Forderungen an den Sultan, um ähnlich der Moldau und Wallachei größere Selbstständigkeit zu er­halten Montenegro, dieser kleine freie Staat im türkischen Ge­biete, hart an dem adriatischen Meere, tritt ivieder kühner auf der kranke Mann (der türkische Sultan, zugleich auch das türkische Reich so genannt) wird allerwärts so harpunirt und

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U>ch nach so sehr von der zu Boden geschlagenen Politik des Südens umgarnen lasten, daß er jetzt ganz in dessen Fahrwasser geht, und der Süden wohl feinen besseren Vertheidiger seiner verlornen Sache hätte finden können. Kaum daß die gegen bte Anmaßungen des Südens gerichtete» Anträge des Eongresses die Stimmenmehrheit erlangt haben, so legt auch Johnson schon seinVeto" ein, und die Absichten des Eongresses sind geschei­tert. So ist es schon eine geraume Zeit gegangen. Eine all­gemeine Erbitterung der deutsch republikanischen Parthei gegen Johnson und dessen Demokraten war die yolge dieses treibens den letzten Eongreßwahlen konnte es uichi ausbleiben, Mehrzahl der gewählten Congreßmitglieder aus der

daß die Mehrzahl der gewählten Eoitgreßmitgtteoer aus oer Johnson feindlichen Parthei hervorgingen, die Politik des Letzte­ren also von dem Lande desavouirt wurde. Sus ist die gegen­wärtige Lage. Was die Zukunft bringen wird, wenn der neue Congreß feine Trümpfe gegen den Präsidenten ausfptelt, dieser aber auf feinem Kopfe beharrt, ist bei den eigentümlich gestal­teten Verhältnissen Norbamerikas um so schwerer vorauszujagen, als nicht blos die innere Politik, sondern auch die äiißere, und diese unter Umständen wohl noch am meisten, ein Wort mit- sprechen wird. Nordamerika hat sich tu der äußeren Politik zwei mächtige Gegner geschaffen. Wer der @ine ist, haben wir bereits gezeigt, der mit seinen Plänen bezüglich Mexicos ge­scheiterte und zwar hauptsächlich durch diorbamenta gescheiterte Napoleon. Wenn Der tiefe in ben Augen der Franzosen so ungemein bemüthigenbe Nieberlage ben Siorbamerikanern wteber, wie man zu sagen pfiegt, einbrocken kann, so wirb er s sicherlich und zwar mit hoppelten Zinsen thun. Der anbere geheime Feind, der zu gelegener Zeit sein Wort mitsprechen wird, sind die Engländer. Diese haben nämlich seit dem Bestehen der nordamerikanischen Republik ein solche Maste von Einwatiberern aus dem zu ihrem Juselreiche gehörigen katholischen Irland nach Amerika gesandt, daß diese Irländer nicht bloß einen ge­waltigen Factor in ben politischen Verhältnissen Norbamerikas bilden, sondern auch seit zwei Jahreii in die englischen Verhält­nisse bedeiitend überzugreifen drohen. Irland will sich einmal unter das protestantische England nicht fügen- So lange es auch schon unterjocht ist, haben bis auf die neueste Zeit immer wieder Empörungen bas Joch abzuschüttelii gesucht. Diese Em­pörungen habe» nu» in ben vielen Millionen Jrlänberu Norbame- rikas eine festere Unterlage, eine wenigstens Etwas bessere Aus­sicht auf Erfolg erlangt. Ein gewaltiger Bund sämmtlicher Jrläiiber Norbamerikas hat sich unter bem Namen der Fenier qcbilbet. Er besaß in einem gewissen Stephens sein Oberhaupt und hat bie ausgesprochene Absicht, das Mutterland Irland frei zu machen. Seine Fäden reiche» bereits bis in bas ge­rumste Dorf Jrlanbs hinein, unb biefer Bund ist für bie Eng- lanber um so gefährlicher, als er nicht bloß an Irland- feine Hebel anzusetzen braucht, fonbern auch in bem an Nordamerika gräiizenben englischen Canada ein gar herrliches Angriffvproject besitzt. Nach ben neuesten Nachrichten rückt biefer Feind ben Englänbern immer unheimlicher auf ben Leib. Sie müssen ein Regiment nach bem anbern nach Jrlanb schicken, bie Sud- unb Westküste Jrlanbs mit einer Kette von Kanonenbooten becken, unb bas Alles, weil biefe Fenier in Norbarnerika ein unan­greifbares Asyl haben, von bem aus sie ihre Pläne verfolgen unb ben Feind auf jede mögliche Weise necken können. $lnrb England, wen» sich Nordamerika in Noth befindet, diese Zeche unbezahlt lasten? . ,

Während auf diese Weise Mittelamerika unter der Knegs- furie seufzet, und Nordamerika einer abermals unglücksschwan- qereu Zeit entgegengeht, hat auch Südamerika fein Kriegstheater aufzuweisen. Das' Kaiserreich Brasilien und die Staaten der sogenannten argentinischen Repiiblik befinden sich mit bem Staate Paraguay seit vorigem Jahre in blutigem Kriege. ->enn man auf die Karte schaut, sollte man meinen, daß das kleine Para- guay gegen das große Brasilien allein schon mcht aufkommen könne, allein, wenn man die dortigen Verhaltmste betrachtet, gestaltet sich die Lage doch anders. Cs fehlen nämlich in jenen Ländern nicht bloß Eisenbabnen, sondern selbst bte all er gewöhn­lichsten Wege. Die Länder selbst sind nur sehr spärlich bewohnt und angebaut, und das macht uns klar, daß es den beiden kriegführenden Theilen nicht bloß an Mannschaft fehlt, sondern auch an Mitteln, um bie vorhandene Mannschaft unb bte nö­tige» Lebeiisrnittel an ben Ort ihrer Bestimmung zu bttngen.