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Endlich ist Der langersehnte Frieden zwischen Preußen und unserm Lande abgeschlossen- Sind auch die Bedingungen schwer so ist doch die furchtbare Militärlast, die auf unseren beiden Nachbar-Provinzen Starkenburg und Rheinhessen lag und die unserm Lande täglich 35,000 fl- kostete, hinweggenommen, und der peinliche Druck der Ungewißheit, der wie em Alp auf uns lastete, beseitigt. Um ein Ende in die langen Verhandlungen zu bringen, hatte Preußen noch»,als 10,000 Mann in die Provinz Starkenburg marschiren lassen, die ans unsere Kosten verpstegt werden mußten. Durch diesen Druck wohl veranlaßt, hat man von diesem oder jenem kleineren Punkt abgesehen und sich zu folgendem Frieden vereinigt:

Das Großherzogthum Hessen zahlt an Preußen 3,000,000 fl. Kriegsentschädigung und tritt die Landgrafschaft Hessen-Homburg (mit Meisenheim), die Aemter Vöhl (Herrschaft Itter) und Biedenkopf, sowie den nordwestlichen Theil des Lreffes Greßen (zur bessern Arrondirung des Kreises Wetzlar) und die bei Frankfurt gelegenen Orte Niedcrursel und Rödelheim ab. Die Stadt Gießen bleibt dem Großherzogthum erhalten, das durch die in der Provinz Oberhessen gelegenen knrhessichcu (Amt Nauheim) und nassauischen (Amt Reichelsheim) Enclaven, ferner die Orte Dortelweil, Rieder-Erlenbach, Haarheim und Massen­heim und das auf der linken Seite gelegene Rumpenhcim, ver­stärkt wird. Die Provinz Oberhessen gehört dem norddeutschen Bunde an, die beiden andern Provinzen dem süddeutschen.

Wie wir hieraus ersehen, ist unser Land am härtesten Don den süddeutschen Ländern mitgenommen worden. 20 Quadrat­meilen gehen ihm verloren, 50,000 Einwohner hat cs elnge- büßt. Was aber am schmerzlichsten ist, ist die schon erwähnte halbe Lage unserer Provinz. L>ie gehört zum norddeutschen Bunde und doch auch wieder zu Hessen-Darmstadt, sie hat für beide Staaten Lasten zu tragen z. B- an Preußen das Militär zu stellen, und welche Vortheile werden ihr dafür rn der Zu­kunft geboten werden? Wir fürchten - keine. Ein schwacher Hoffnnngsanker ist uns noch geblieben m einer Notiz verschie­dener Zeitungen, daß auch wegen der beiden anderen Provinzen mit Darmstadt ein geheimer Vertrag abgeschlossen worden sei vielleicht, daß hierin eine Besserung unserer Zukunft liegt.

Solange die Friedensbedingungen unsererseits nicht erfüllt sind oder geiiügende Garantie für deren Erfüllung gegeben ist, halten die preußischen Truppen das Land besetzt- Was das besagen will, können wir ans einem Beispiel entnehmen: Die Stadt Mainz muß bis zu diesem angedeuteten Zcltpnnkt für jeden Soldaten täglich 30 fr., für jeden Unterofsicier 1 fl, Lieutenant 5 fl., Hauptmann 7 fl-, Stabsofsicier 10 fl-, Summa Summarum täglich 5000 fl. zahlen. Möchten darum ba d die 3,000,000 abgeführt werden, damit das Land erleichtert und unsere eigenen Truppen nicht nur ihreii Rückmarsch aus Rhein­hessen in die Garnisonen, sondern soweit als möglich m die Heimath nehmen können. ~

Baden hat bei seinem Friedensschlüsse kein Gebiet ver­loren, dagegen 5,000,000 fl. zu zahlen.

Meiningen hat sich bis jetzt noch nicht den Bedingungen zum Anschluß an den norddeutschen Bund gefugt, und sind da­her von Seiten Preußens die Verhandlungen mit dem fetzigen : Inhaber des Landes abgebrochen worden. Wahrscheinlich wird ; hierdurch die Uebernahme der Regierung des Ländchens durch i den Kronprinzen nöthig werden, um das Schicksal der vollen : Einverleibung abzuwenden. . r

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Durchmarsch durch jenes Gebiet oder eine Stellung in demsel- i ben zu nehmen gestatten.

Der Schleier, der seither über der Zukunft Dentschlands lag hat sich, wenn auch noch nicht ganz, so doch einigermaßen gelüftet. Der Frieden ist vorerst gesichert, nachdem Frankreich einen vergeblichen Anlauf genommen hatte, seine Rbeiiigelüste zu befriedigen. Die einfache Erklärung Preußens, daß es in keine Abtretung irgend welcher Art au Frankreich willigen könne und werde, genügt, um den Kriegslärm unter den Franzosen, die in den letzten Wochen gewaltigen Respect vor den deutschen Puffen bekom nen haben, zu beschwichtigen. Die Umänderungen in Deutschland können sonach unbehindert von außen vor sich gehen und sind fast zu ihrem Ende gediehen.. '

Preußen hat im Allgemeinen die Bildung eines Nord- und Südbundes unter den Deutschen im Auge. Der Nordbund findet seine Südgränze am Main, der -Lüdbund soll bestehen aus Baiern, Würtemberg, Lichtenstein, Baden und, je nachdem die Verhandlungen enden, Hessen-Darmstadt. Wahrend der Nordbund durchaus unter preußischer Führung stehen wird,. be­hält der Südbund eine gewisse Selbstständigkeit bis auf spatere Tage, bis die norddeutschen Verhältnisse festere Gestalt ge­wonnen haben und nicht mehr so leicht erschüttert werden

Unter den zum Nordbuiide gehörigen Staaten unterscheiden wir, von Preußen abgesehen, zwei Staatengruppen, solche, welche ihre Selbstständigkeit gänzlich verloren haben und Preußeil voll­ständig eiiiverleibt worden sind, und solche, welche nur die Mili- tärsacheu und die Leitung aller auswärtigen Augelegenheiteii an Preußen abgetreten haben, im Uebrigen dagegen eine gewisse Selbstständigkeit bewahren. Zu den ersteren gehören Schles­wig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt. <2ie haben aufgehört, als selbstständige Staaten zu existircu, sind preußische Provinzen geworden, ihre seitherigen Regenten müssen fernerhin auswärts als Privatleute leben. Zu den letzteren ge­hören alle anderen Staaten nördlich des Mains, das illömg- reich Sachsen inbegriffen. Preußen hat durch jene Einverleibung einen Zuwachs von 4,188,000 Seelen erhalten, so daß seine jetzige Bevölkerung 23,490,000 Seelen beträgt. Rechnet man hierzu die übrigen Nordstaaten, die ihre Militärgewalt abge­treten haben, so steigt die Einwohnerzahl nochmals um 5,406,000 Seelen, so daß die ganze Macht, über die Preußen verfugen kann, auf 28,896,000 Köpfen ruht. Der L-üdbund wurde hiergegen, vorausgesetzt, daß das ganze Großherzogthum Hessen demselben verbliebe, mir 8,864,000 Seelen zählen.

Wie weit iudesseii sind die betreffenden Friedcnsverhand- lunqen gediehen? Mit Schleswig-Holstein, Hannover, Knrhessen, Nassau und Frankfurt braucht Preußen selbstverständlich gar nicht mehr um den Frieden zu verhandeln , da sie einfach em- verleibt find. (Frankfurt wurde hierbei die letzte Contribiition von einigen 20,000,000 Gulden erlassen.)

Mit Oesterreich ist der Frieden abgeschlossen. Es behalt seine Stammländer mit Ausnahme Venetiens, das es an Italien abtritt, verzichtet auf den Mitbesitz von L-chleswig- Holstein, tritt aus Deutschland gänzlich aus, so daß Preußen schalten und walten kann, wie es will und zahlt 20,000 000 Thaler Kriegskostenentschädigung. So lange letztere mcht be­zahlt ist, halten preußische Truppen das seither oecupirte -and

riffeu, desgleichen Homburg Preußen eiiiverleibt, und die Herr­schaft Meisenheim an Zahlung für die 7,000,000 fl. genommen würde. Dafür würde Darmstadt mit den nassauischen und kur- hessischen Enclaven unserer Provinz (Reichelsheim rc., Nau­heim rc.), sowie einigen baierischcn Orten entschädigt. Die ersten Tage müssen dieses Dunkel lichten.

Baiern soll auf Hammelburg und Kissiugen in Unterfranken und Culmbach in Oberfranken sammt den dazu gehörigen Be­zirken verzichten. Weitergehende Forderungen, wie Verzicht auf Bayreuth, Nürnberg und Ansbach hat Preußen fallen lasten. Dagegen besteht es auf einer bedeucenden Summe für Kriegs- kosten, und wird ihre Höhe zu 12, von Anderen sogar zn 35,000,000 fl. angegeben.

' ^Mit Württemberg ist gleichfalls bereits Frieden geschlossen. Es zahlt 8,000,000 fl. Kriegskosten und behalt sein ganzes ^^^Mit Baiern und Hesten-Darmstadt schweben noch die Friedensverhandlnngen, da Baiern noch Schwierigkeit macht, gewisse Gebiete abzntreten, die Preußen zur Abrundmig feiner Mainlinie, soivie ziir Entschädigung für Hcsscn-Darmstadt, das gleichfalls Ländereien an Preußen abtreten soll, nothlg hat. lieber diesen ganzen Verhandlungen schwebt noch em großes Dunkel.

In Bezug auf unser Land redete man von der Abketung der Provinz Oberhessen an Preußen, sowie Kriegskostenent- schädigung von 7,000,000 fl. Weiteren Verhandlungen wäre es gelungen, den größten Theil von Oberhesscn dem Lande zu erhalten, sodaß nur das Hinterland bis in te , .7L ,^7 Verhandlungen mit iLacyfen pno ivieuci u>

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