Darmstadt zum LandgerichtS-Actuar bei dem Landgerichte Lauterbach, — den ActuariatS-ASpiranten Hermann Gustav Burger aus Darmstadt zum Landgerichts-Aktuar bei dem Landgerichte Groß-Gerau, — den ActuariatS-ASpiranten . AloyS Höfling aus Seligenstadt zum . Landgerichts-Actuar bei dem Landgerichte Offenbach, — den ActuariatS-
ASpiranten Wilhelm Roth aus Öber-Klingen zum LandgerichtS-Actuar bei dem Landgerichte Ulrichstein — und den GerichtS-Accefststen Michael Joseph Kronenberger aus Seligenstadt zum LandgerichtS-Actuar bei dem Landgerichte Wimpfen zu ernennen,
V. Versetzungen in den Ruhestand, Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht : 1) am 14. Januar den HofgerichtS-Secrerär bei dem Hofgcrichte der Provinz Oberheffen Justizralh Earl Ludwig Balser — und den Land- gerrchtS-Astestor bei dem Landgerichte Lauterbach Friedrich Ebel, beide auf Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, — und
2) an demselben Tage den LandgcrichtS-Affeflor bei dem Landgerichte Battenberg Heinrich Earl Gebhard auf sein Nachsuchen teniporär in den Ruhestand zu versetzen.
Darmstadt. Mit Bestimmtheit will man wissen, raß in Folge ter Ratification der Slultgarier Conferenzbescklüsse die preußischen Ercreicrreglements ohne Verzug bei der großh. Ar- meediviston eingeführt würden.
Darmstadt. Die verschiedenen Andeutungen über die zukünftige Gestaltung unserer militärischen Verhällnisse, welche durch die Zeitungen die Runde machen, entbehren, wie cs scheint, alle ter Begründung, denn sie tauchen nur auf, um alsbald wieder in Abrede gestellt zu werden. Es ist bis letzt überhaupt noch nicht entschieden, ob unsere Division in zwei Theile getrennt wird, und viel weniger festgesetzt, welche Truppeutheile tünftig ter norddeutschen Armee zugetheilt werden. Daß im Falle der Ausscheidung des Oberhessischen Contingents dieses etwa aus einer Brigade bestehen wird, ist wohl richtig, da diese Leistung nach preußischen Einrichtungen der Bevölkerungszahl Obcrhessenö entspricht. „ _ _ ,,,, .
Darmstadt, 24. Febr. Hofrath Pabst, der langjährige Redakteur der „Darmst. Zeitung", ist heute, 71 Fahre alt, ge» ' storben. ....
Darmstadt, 26. Febr. Es ist dahier eine besondere Commission ernannt worden, um die dermaligen höchst traurigen Zustände der hiesigen technischen Schule zu prüfen, den Ursachen des unverkennbaren Ruins dieser Anstalt nachzufvcschen und die Mittel und Wege zu suchen, wie derselben neue Lebensfähigkeit gegeben werden kann. Bekanntlich war schon vor einigen Jahren eine neue Organisation versucht worden. Allein theils hatte man sich dabei kein bestimmtes vorhandenes Bedürf- niß klar vor Augen gestellt, das durch die Reorganisation der Anstalt hätte befriedigt werden.sollen und können; theils hatte man unterlassen, das Gleichgewicht zwischen dcn derselben geslell- ten Aufgaben und den ihr gewährten Mitteln zu finden. Es wird abzuwarten sein, ob es der neuernannten Commission gelingen wird, zu einem besseren Ergebniß zu gelangen. Dieselbe besteht aus Obersteuerdircetor Dr. Hügel, Geheimrath Wernher, Oberstudienrath Wagner, Generalsekretär Dr. Krämer und Com- merzienrath Fink.
Offenbach, 21. Febr. Gegen die deutsch-katholischen Prediger Kerbler in Offenbach, FloS in Frankfurt und gegen den Vorstand des freireligiösen Vereins in Mühlheim a. M. ist eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet wegen der in Mühlheim am 23. Dec. v. I. stattgefundenen Einweihungsfeicrlichkeit der dortigen freireligiösen Halle. Gegen Prediger Kerbler soll, wie das „D. S." berichtet, Vas bischöfliche Ordinariat zu Mainz außerdem eine Anklage auf Herabwürdigung der Religion erhoben haben. (Rh. H.)
Mainz, 24. Febr. Da Mainz zum Waffenplatz bestimmt ist, so sieht man seit einigen Tagen bedeutende Waffen trans- Porte hier ankommen, welche von einer starken Militärabthei- lung aus den Eisenbahnwagen ausgeladen werden, um sie sogleich in das Arsenal zu bringen. Richt allein Gewehre, sondern auch Kanonen, besonders Schwergeschütz, kommen hier mit der Bahn an. Während am Donnerstag und Freitag eS meistens Waffen waren, welche hier mit der Eisenbahn eingebracht wurden, bemerkte man gestern viele Wagen mit Pulver, welche von der Eisenbahn in die Pulvermagazine geführt wurden. (Hess. Ldsztg.)
Worms. In den letzten Tagen hat sich hier ein Fall ereignet, der zur größten Vorsicht der bei (Entleerung der Aborte auffordert. Im Reuber'schen Holzhofe dahier waren am Freitag Abend drei Arbeiter mit der Grubenräumung beschäftigt, als plötzlich einer derselben wegen Einathmung einer allzugroßen Menge Stickluft in die Tiefe sank; der zweite wollte Hülfe leisten, theilte aber das gleiche Schicksal; ebenso auch der
dritte. Vermittelst rascher ärztlicher Hülfe gelang es, die zwei zuletzt Gesunkenen wieder ins Leben zurückzurufen, der erste aber, Vater von sechs kleinen Kindern, blieb todt.
Berlin, 20. Febr. Rach einer Mittheilung der „Ztg. für Rvrdd." soll der Fürst von Waldeck Unierhandlungen zur Abtretung feiner Souveranitätsrechtc an Preußen emgckitct haben.
Berlin, 24 Febcuar. Während der Verlesung der Thronrede kam auf der Zuschauertribüne der tragische Zwischenfall vor, daß ein dort Anwesender plötzlich, vom Schlagfluffe getroffen, todt nieverstürzte.. Der Verstorbene soll ein Canzlcirath Riese gewesen sein.
Berlin. Die „Leip,. Ztg." schreibt : „Durch eine in Kopenhagen betriebene Adresse soll die dänische Regierung aufge- forvert werden, sich an die Großmächte zu wenden, um die norv- schleswig'sche Abstimmungsangelegenheit zur haltigen Verwirklichung zu bringen. Recht! ch hat Dänemark mit dieser Abstimmung gar nichts zu thun. Es handelt flch dabei um eine Abmachung zwischen Preußen und Oesterreich, die von beiden Mächten auch rückgängig gemacht werden könnle, ebne daß formell einem Dritten irgend ein Widerspruchsrecht zustchen würde. Höchstens kann von einer moralisch bindend.n Zusage an Frankreich die Rede sein. An Dänemark sind keinerlei Zu- sagen gemacht und im Uebrigen ist es ganz dem Ermessen Preußens anhcimgegeben, wann uns in welchem Umfang Vie Abstimmung in Rorrschleswig herbeizusühren sei."
Berlin. Wie man erfährt wird am 28. März d. I. die Fürstin Karoline von Reuß ihre Regentschaft niederlegen. Heinrich der zweiund zwanzigste tritt alsdann die Regierung an. Hierüber wird Freude sein bei den Reußer Schönen, sie dürfen dann doch einmal wieder tanzen.
Berlin. Die Veimählung des Grafen von Flandern mit der Prinzessin Marie von Hohenzollern wird im Mai in Berlin gefeiert werden.
Berlin, 25. Febr. Heute Mittag 5 Uhr war großes Diner im hiesigen Schlosse von 400 Gedecken. Unter den Gäften befinden sich Die bevollmächtigten Minister und die Abgeordneten des Reichstags. — Rach aufgehobener Tafel war Vorstellung der Reichstagsmitglieder und sprach sich dabei der König gegen Den Baron v. RoihschilD sehr huldvoll über dessen Wahl aus. — Run freue Dich Frankfurt!
Frankfurt. Eine im vorigen Jahre Dahier gegründete Gesellfchast zur Beschaffung billiger Wohnungen hat sich in Anbetracht Der gegenwärtigen ungünstigen Verhältnisse Frankfurts aufgelöst.
Sachsenhausen. Eine Anzahl hiesiger Einwohner hat, von Dem GeDanken ausgehend, daß einem jungen Manne, na- m ntlich wenn er keine Mittel besitzt, ein dreijähriger Militärdienst sehr hart und schwer ankommen muß, besonders wenn er von elterlicher Seite feinen Zuschuß zu dem kargen Solde erhalten kann, eine von Dem schönsten Erfolg begleitete Sammlung veranstaltet, aus Deren Ertrag nicht allein ein Fonds für die Zukunft gegründet, sondern auch für das ErsU die Mittel hergenommen werden sollen, um die bereits zu den Fahnen eingcrufenen Sachsen Däuser zu unterstützen.
Wiesbaden. Prinz Nicolaus von Nassau, der zur Regelung der nassauischen Domänen-Angelegenheit, von dem Herzog von Nassau nach Berlin enisendet worden war, ist das Großkreuz des rothen Adlerordens vom König von Preußen verliehen worben. Wahrscheinlich ist die nassauische Domänen-Angelegenheit zu beiderseitiger Zufriedenheit geordnet und spricht man schon davon, eaß der Herzog von Nassau seinen bleibenden Wohnsitz wieder in Biebrich nehmen wird.
Wiesbaden, 23. Febr. Nach dem „Rhein. Kur." ist das hiesige Schloß durch ein Arrangement mit dem Herzog Adolph definitiv in den Besitz des Königs Wilhelm übergegangen.
Hannover. Der Adjutant des Prinzen Ernst August von Hannover, v. Klenke, der von Wien mit einer Mission an Die Königin Marie abgeschickt war, wurde, als er den Eisenbahnzug verlassen wollte, auf dem Bahnhöfe zu Nordstemmen verhaftet und sein Gepäck mit Beschlag belegt. Man scheint ver- muthet zu haben, daß Derselbe preußenfeindliche Flugschriften, deren Kolportage im Hannoverschen jetzt wieder zu beginnen scheint, mit sich führe. Der VerDacht muß sich aber niajt bestätigt haben, Denn Der Verhaftete, der in ter Nacht im OisicierS- arrestzimmer auf der Markiwache oetinirt war, wurde wieder entlassen und seiner Fahrt nach der Marienburg kein Hinderniß m den Weg gelegt. — Der Pastor Nitolassen zu Fischerhude, der


