des Geh. RegierungSrath Metzel statt und war in der Weise . eingerichtet, daß 10 Minuten lang dictirt, und sofort die lieber» tragung von Seiten der Stenographen vorgenommen wurde. Die Tüchtigkeit der Concurrenten wurde nach ter Vollständigkeit und raschen Erledigung der Arbeit bemessen, und wiewohl wir hieraus nicht direct aus die ®üte. des einen oder antern Systems schließen wollen, so muß es doch für die Anhänger der Gabels- bergcr'schen Schule ein höchst erfreuliches Resultat sein, daß die beiden Mitbewerber, welche zuerst ihre Arbeiten ablicferten, (Sa- belsbergianer sind. Der erste war (56 Minuten) JnstitutSmit- gliev Oppermann (ein G eßener), 14 Minuten später folgte Dr. Bicrey, ebenfalls JnstitutSmitglied von Dresden, erst eine halbe Stunde später der erste Stolzeaner. Der seiner Zeit durch seine Herausforderung an Dr. Bierey bekannt geworbene Stolzeaner Pauly lieferte erst nach 1'/, Stunde seine Arbeit ein. Wir erinnern uns hierbei lebhaft an die bei dem früher projectirten Weitschreiben Seitens der Stolzeaner stets gestellte Bedingung, daß ein solches nur in Berlin, cem Hauptsitz ihrer Schule, statt- finden dürfe. Diese Bedingung ist ihnen durch die gegebenen Verhältnisse erfüllt worden, ohne daß ihnen dadurch der Sieg über ihre Gegner möglich geworden wäre.
(Sichert. Nachrichten au« Wien bestätigen den in Men- tone erfolgten Tode des Erzherzogs Stephan von Oesterreich. Derselbe war ein Sohn des Erzherzogs Palatin Joseph aus dessen 2ter Ehe mit Hermine, Prinzessin von Anhalt-Bernburg- Schaumburg. Er war ein Zwillingskind; seine Zwillingsschwester starb schon im Jahr 1842. Erzherzog Stephan stanv in seinem 50. Jahre. Im Jahre 1844 war er Statthalter in Böhmen und wurde einige Jahre später, nach dem Tode seines Vaters, zum Palatin von Ungarn gewählt. In Folge der Revolution 1848 mußte er das Land verlassen und lebte feit dieser Zeit auf seinem mütterlichen Erbschlosse Schaumburg in Nassau. Er war ein Mäcen der Wissenschaft und ein Vater der Armen. In seinem Schlosse hatte er eine Schule errichtet, in der an 40 Kinder von 2 reich dotirten Lehrern einen trefflichen Unterricht erhielten. Ein Brustleiten nöthigte ihn im letzten Herbste unter italienischem Himmel Linderung von Leiden zu suchen, die feine menschliche Kunst mehr zu heben vermochte. Allgemein ist in der Umgebung Schaumburgs, namentlich dem Orte Balduinstein , die Trauer und der Schmerz um ihren geliebten heimge- gangenen Schloßherrn. — Vielen unserer Leser wird der liebenswürdige und freundliche Gastgeber zu Schaumburg von der Zeit der deutschen Naturforscher-Versammlung her noch im besten Andenken stehen.
Gießen. Es ist unserer Polizei gelungen, den Thäter Mehrerer am hiesigen Bahnhofe und in den Waggons rc. verübter Diebstähle zu ergreifen.
Gießen. Am 6. März, Vormittags von 8 Uhr 30 Minuten bis 11 Uhr 13 Minuten findet eine bei uns sichtbare Sonnenfinsterm'ß statt. Der Mond wird um 2/3 die Sonne bedecken. Am 20. März, Abends von 7 Uhr 45 Minuten bis 11 Uhr wird eine Mondfinsterniß eintreten.
Sich. Der frühere Präsident der ersten Kammer der hessischen Lanvstänve, Fürst zu SolmS-Lich, ist in dem Wahlkreise Wetzlar-Rooheim-Altenkirchcn mit 9800 Stimmen in den norddeutschen Reichstag gewählt worden.
Klein-Karben, 8. Febr. Der Taubstumme, F. Lemp, ein wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften und biederen Charakters bei Jedermann äußerst wohlgelittene Person, war im de- nachbarten Walde bei andern Arbeitern mit Holzfällen beschäftigt. Wohlgemuth und sorglos, wie er stets gewesen, war er eben im Begriffe, einem Baume die Seitemvurzeln loszulösen, als ihm ein anderer gefällter Baum, der wider Willen der Holzmacher von heftigem Winde die entgegengesetzte Richtung getrieben wurde, das Haupt zerschmetterte. Unter Röcheln und Stöhnen hauchte er erst nach einigen Stunden seinen Geist aus. Das harte Schicksal seines alten tiefgebeugten Vaters ruft das allgemeinste Mitleid wach, denn seit wenigen Jahren ist es der zweite Sohn, den er auf so tragische Weise verliert; der erste verlor bei Eisenbahnarbeiten ein Leben. (Wett. B.)
Darmstadt, 2t. Febr. In den letzten Tagen vergangener Woche hatte eine Deputation aus dem ehemaligen nassauischen Amte Reichelsheim den Ministern v. Dalwigk und v. Lindelof die Bitte um Errichtung eines Landgerichts in Reichelsheim wiederholt vorgebracht. Reichelsheim war feit Jahr- hunderten der Sitz eines Amtes, die geographische Lage desselben ist eine außerordentlich günstige, und für die Bevölkerung wäre es eine Wohlthat, wenn dort ein Landgericht errichtet würde.
Darmstadt. Da« Regierungsblatt Nr. 9 enthält :
I. Bekanntmachung, die Einberufung de« Reichstag« de« Norddeutschen Bunde« betreffend.
Da« nachstehende Patent, welche« Seine Majestät der König von Preußen auf Grund der Allerhöchst 2hm von den Regierungen der zum Norddeutschen Bunde vereinigten Staaten nach dem beigedruckten ProtocollauSzug ertheilten Eruiächtigung erlaffen hat, wird hiermit für die nördlich de« Maingelegenen GebietStheile de« Großherzogthum« zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Darmstadt, den 15. Februar 1867.
Großherzogliches Ministerium de« Innern.
v. Dalwigk. Zimmermann.
Wir Wilhelm
von Gotte« Gnaden König von Preußen k. thun kund und fügen hiermit zu wissen :
Nachdem Wir mit den verbündeten Regierungen der Norddeutschen Staaten übereingekommen sind, zur Berathung der Verfassung und der Einrichtungen de« Norddeutschen Bunde« Vertreter der Nation zu einem Reichstage zu versammeln, die gedachten Regierungen auch durch ihre Bevollmächtigte» am 18. Januar d. I. den Beschluß gefaßt haben, die Einberustmg de« Reichstag« der Krone Preußen zu übertragen, und nachdem die allgemeinen Wahlen am 12. Februar d. I. stattgefunden haben, berufen Wir den Reichstag M Norddeutschen Bundes hierdurch auf
Sonntag den 24. Februar d. I.
in Unsere Haupt- und Residenzstadt Berlin.
Gegeben zu Berlin den 13. Februar 1867.
(L. 8.) sgez.) Wilhelm.
fgegengez.) v. Bismarck.
Für hie wörtliche Uebereinstimmung mit dem Original. (L. S.) de la Croix II.,
Geheimer Hoftath im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten.
Folgt Auszug
au« dem Protocoll der Eonferenz zur Berathung und Feststellung der Verfassung des Norddeutschen Bunde«.
II. Bekanntmachung, die Aufbringung der B dürfniffe der israelitische» Religionsgemeinde zu Offenbach für 1867 betreffend.
III. Uebersicht der für da« Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Eommunalbedürfniff« in den Gemeinden de« Kreise« Al«feld.
IV. Dienftnachrichten.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht :
1) am 16. Januar den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Alsfeld und Bezirksstrafrichter bei dem Bezirksstrafgerichte Alsfeld Dr. Earl August Stammler zum Landrichter bei dem Landgerichte Altenstadt zu ernennen; ,
2) am 17. Januar den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Fürth Wilhelm Mittler zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Groß-Gerau, — den Stadtgerichts-Assessor bei dem Stadtgerichte Darmstadt Friedrich Zimmermann zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Friedberg, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Offenbach Johanne« Holzapfel zum Stadtgerichts- Assessor bei dem Stadtgerichte Darmstadt, — den Landgerichts-Assessor bet dem Landgerichte Vilbel Hermann Langsdorfs zum Landgericht«- Affeffor bei dem Landgerichte Offenbach, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Grünberg Philipp Becker zum Landgericht«- Affcffor bei dem Landgerichte Groß-Gerau, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Beerfelden Eduard Bogen zum Landgerichts- Assessor bei dem Landgerichte Herbstein, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Groß-Umstadt Dr. Wilhelm Beck zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Beerfelden, — den Landgerichl«- Affeffor bei dem Landgerichte Wald-Michelbach Earl Wiener zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Vilbel, — den Landgerichts- Assessor bei dem Landgericht- Nidda Wilhelm Sch uchard zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Grunberg, — den Landgerichts- Assessor bei dem Landgerichte Schlitz Moritz Hempel zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Alsfeld, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Friedberg Gustav Suppe s zum Landgerichts- Assessor bei dem Landgerichte Schlitz, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Alsfeld Karl Srllheim zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Lauterbach, — den Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Herbstein Johannes Christoph Gustav Kull mann zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Alsfeld, — den Bezirksstraf- gerichtS-Secretär bei dem BezirkSftrafgerichte Michelstadt Bernhard Freiherrn v. Di em ar zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgericht« Groß-Umstadt, — den BezirkSstrafgerichtS-Secretär bei dem BezirkS- strafgerichte Ortenberg Georg Muhl zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Ortenberg, — den Gericht« Accessistcn Engelbert von Biegeleben aus Darmstadt zum Stadtgerichts-Assessor bei dem Stadtgerichte Darmstadt, — den Gerichtö-A ressisten Emil Zimmermann aus Darmstadt zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Offenbach, — den Gerichts-Accessisten Julius Zipp aus Hirschhorn zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Fürth, - den GerichtS- Accelsisten Albrecht Braun au« Höchst zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Wald-Michelbach, — den Gerichts-Accessisten August Klingelböffer au« Butzbach zum Landgerichts-Assessor bei dem Landgerichte Nidda, — den Gerichts-Accessisten Alerander Röm Held aus Königstädten zum Secretär bei dem Bezirksstrafgerichte Michelstadt, — den GeriebtS-AccesKen Moritz Kattrein au« Darmstadt zum Secretär bei dem BezirkSstrasgerichte Ortenberg — und den Gerichts- Accessisten Christian Eckstein aus Gießen zum HofgerichtS-Secretär bei dem Hofgerichte der Provinz Oberheffen zu ernennen:
3) am 17. Januar den Landgerichts Actuar bei dem Landgerichte Wimpfen Wilhelm Bier au zum LandgerichiS-Actnar bei dem Landgerichte Hungen, — den Landgerichts-Actuar bei dem Landgerichte Ulrichstein Johannes Schnauder zum LandgerichtS-Acluar bei dem Landgerichte Reinheim, — den Actuariats-Aspiranten Ludwig Friedrich Seitz au«


