Ausgabe 
2.3.1867
 
Einzelbild herunterladen

Reb-

Die Schiffe

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.

Den 2 4. Februar. Friedrich Martin Petri, Bürger und WeißbindermeiÜer, alt 40 I. 10 M. 20 T., gestorben den 22. Februar.

Den 2 5. Februar. Johannette Christine Marie Magnus, gebornc Flett, Wittwe deserstorbenen Bürgers und Küfers, Philipp Konrad MagnuS, alt 71 I. 4 3)1. 11 r., gestorben den 23. Februar.

Den 26. Februar. Johann Georg KleeS, pcnfionirter Grobherzoglich Badnischcr Canzleidiener und Bürger zu Büdesheim, alt 78 I. 2 M. 8 T., gestorben den 24. Februar.

Den 2 7. Februar. Kaspac Weimar, Bürger zu Alten Buseck und Dienstmann dahier, alt 28 I., gestorben den 25. Februar.

Margarethe Buß, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Schuhmachers zu Butzbach, Georg Buß, ge- borne Zeiß.

Beerdigte.

Den IS, Februar. Marie Henriette Karoline Becker, deS OrtSbürgerS in Rödgen und Schmieds dahier, Johannes Becker, eheliche Tochter, alt 1 I., gestorben den 17. Februar.

Den 2 2. Februar. Philipp Karl Heinrich LampnS, des Bürgers und Oekonomen, Johann Philipp LampuS, ehelicher Sohn, alt 2 I. 3 M. 22 T., gestorben den 19. Februar.

De n 2 3. Februar. Margarethe Arnold, des Ortsbürgers und Steinhaucrs zu Reiskirchen, Hein­rich Arnold, eheliche Tochter, alt 19 3- 2 M. 1 T, in der Lahn verunglückt den 8. Februar.

Denselben. Johann Georg Ludwig Ehrhard Drescher, penstvnirter Großhcrzoglichcr StadtgerichtS- Aktuar, alt 63 I. 7 M. 12 T., gestorben den 21. Februar.

die politische Erziehung der Venetianer zu leiten und in wichtigen politischen Fragen die öffentliche Meinung zu dirigiren. Den Borstehern des Vereins wurde officiell angezeigt, das, d,c Regie­rung derlei Vereine im ganzen Umfange des Reiches untersagt habe.

Eine Ordonnanz des Generalcapitäns in Madrid erklärt die Redacteure und Drucker geheimer Druckschriften, sowie die Capitalisten, welche die Mittel dazu liefern, der Todesstrafe

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Gemeinde zu Hießen.

Gottesdienst.

Am 3. März.

Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittag- : Pfarrer Dr. Seel.

jropulirte

Rundschau.

Am 25. Februar ll1/2 Uhr eröffnete der Altersprästdent v. Frankenberg-LudwigSdorf Vie erste Sitzung des nord­deutschen Reichstages mit einer kurzen Anrede, in welcher er zur Einigkeit ermahnte. Nachdem Vie vier jüngsten Mitglieder Richter (Wanzleben), Stumm (Saarbrücken), Graf Watzdorf unv Graf zu Stolberg die Functionen als Schriftführer über­nommen, wurde durch Namensaufruf Vie Anwesenheit von 220 Mitglievern constatirt. Auch Prinz Friedrich Earl war an- wesend und hatte seinen Platz aus der rechten Seite genommen. Die Plätze der Eommiffarien waren vollständig besetzt. In Be­treff der Geschäftsordnung lagen 5 Anträge vor, von denen der von Graf Schwerin auf destnitive Enblocannahme der Geschäfts- ordnung des Abgeordnetenhauses unter bestimmten durch die Natur der Versammlung bedingten Modistcationen, nachdem Graf Schwerin dabei die Geschäftsordnung als eine provisorische be­zeichnet, mit sehr großer Majorität angenommen wurde. Hierauf sand die Verloosung der Mitglieder in vic 7 Abteilungen statt. Nach der Verloosung der Mitglieder in die Abtheilungen verlas Graf Bismarck die königliche Ordre, betreffend die^Ver­tretung der Bundesregierungen gegenüber vem Reichstage. Ferner erklärte Herr v. Bismarck, daß der Mangel einer Rednertribüne lediglich in den Raumverhältnissen feinen Grund habe. Er sehe jedoch, daß sich eine, wenn auch enge Tribüne anbringen lasse und werde dies veranlassen, wenn der Reichstag den Wunsch aus­spreche. Auf den Antrag v. Vincke's wurde dieser Wunsch aus­gesprochen. , .

Die französische und englische Presse beurthe.lt die am 24. Februar bei der Eröffnung des norddeutschen Reichstags vom Könige gehaltene Thronrede im Allgemeinen sehr günstig, öie zeichne sich vor allem durch ihren freundlichen und gemäßigten Character aus; sie sei von einer gewissen stolzen Bescheivenheit

durchweht. m

In der zwischen Oesterreich und Preußen, resp. Preu- ßen und Frankreich, schwebenden Zollsrage soll neuerdings Aus­sicht auf einen alle Parteien zufriedenstellenden Ausweg sein.

Die außerdeutschen Angelegenheiten boten in der verlaufenen Woche kein Errigniß von Bedeutung für uns. Die Publikation des französischen Blau- unv Gelbbuchs bestätigte nur Bekanntes. In der orientalischen Frage ist, wie man jetzt mit ziem- licher Klarheit Übersicht und roie noch jüngst auch von russi­scher oificiöscr Seite bestätigt wurde, zwischen den Mächten ein Einverstänvniß erzielt, das, freilich mit bedeutenden Opfern für die Pforte, den Weltfrieven einige Zeit hinaus sichert; die innere Reorganisation der Türkei, welche sich einejungtürkische Partei unter Führung des etwas abenteuerlichen ägyptischen Prinzen Mustapha Fazyl Pascha zum Ziele gesetzt hat, ist em Unternehmen, das kaum Aussicht auf Erfolg hat und höchstens zur Beschleunigung der Auflösung helfen kann.Der k r e tts ch e Aufstand lebt mit ungeschwächter Heftigkeit fort. Von Eanea zurückgekehrt, wurde Mustapha Pascha in dem Engpaß zwischen Jmbros unv Askypho von den Sphakioten angegriffen. Die Türken wurden geschlagen und erlitten schwere Verluste. Die siegreichen Insurgenten haben Promclo besetzt. Ein anderer gro­ßer Sieg wurve von den Patrioten zu Anoghi erkämpft; man spricht von 1500 türkischen Totten, worunter ihr General sein soll. Freilich bleibt die Bestätigung dieser, griechischen Quellen entstammenden Nachricht abzuwarten.

Unter dem Namencircolo patrioticofa hat sich in Vene­dig ein Verein gebildet, der es sich zur Aufgabe gestellt hat,

Was giebt es sonst Neues?

Gießen Wir entnehmen dem Frankfurter Journal Folgendes : Das auch in diesen Blättern seiner Zeit er- wähnte Wettschreiben zwischen Stenographen der Gabelsberger'schen und Stolze'schen Schule hat, wahrscheinlich mm großen Erstaunen Vieler, plötzlich ganz in der Stille am 19 v M in Berlin stattgefunden. Von Seiten der preußischen Regierung waren Behufs der Bildung des stenographischen Bu­reaus des norddeutschen Reichstags alle diejenigen, welche sich um Verwendung in demselben beworben hatten, zu einem Concur- renischreiben eingeladen morden, und batten sich dazu 10 Gabels- beraianer (5 Mitglieder des fgl. sächsischen Instituts in Dresden, 4 Stenographen ces Herrenhauses in Berlin, 1 aus Weimar) sowie 13 Stolzeaner aus Berlin eingefunden. Das Schreiben fand in dem Präsidentenzimmer des Herrenhauses unter Leitung

<frischbäcker zu gießen.

Sonntag den 3. März. Martin Lenz am Markt. Georg Busch am Kreuz. Christian Noll Wittwe in der Neustadt.

mundeten, aber sie ist beträchtlich. - anderes Obdach als Holzbaracken, die man in aller Eile nut ten Trümmern der eingestürzten Häuser erbaut hat. Tie schisse auf der Rhede boten allen ein Asyl die sie aufnehmen konnten, aber das Elend ist auf seinem Gipfel. Mitten in dieser Zer­störung leidet die Bevölkerung noch Mangel an Lebensmitteln. Der erste Stoß erfolgte Sonntag den 3. Februar gegen 6 Uhr Morgens : er murde gleichzeitig in Patras, Zante, Ithaka, Kephalonia, Paxo, Santa Maura und Eorsu verspürt. 21m b. dauerten die Schwankungen in Kephalonia noch fort und warfen vollends um was von Häusern stehen geblieben war.

Kaiser Max von Mexico ist bei seinem letzten Wagnttz angekommen. Die französischen Jnterventionstruppen haben seine Hauptstadt geräumt und schicken sich zur Heimkehr an. Den mit drohender Schnelligkeit hinter ihnen herrückenden Juaristen hat Maximilian ein Heer von 7000 Mann unter Mejia entgegen- geschickt. Auf dem Glück oder Unglück dieses Generals ruht jetzt das Schicksal des Kaiserthrons, Max hat kein weiteres H>eer

mehr zu versenden.

Der Conflict zwischen den Staatsgewalten der nordame- rifanifeben Union läßt noch keine Lösung voraussehen, doch scheint es, als würde man von der Präsidentenanklage abstehen. Der ziemlich feste Stand der amerikanischen Course beweist, daß man in dortigen finanziellen Kreisen keine ernstlichen Besurchiun-

^Die Fenier haben sich mit ihren Aufstandsversuchen einfach blamirt; die Ungefährlichkeit ihrer Bewegung siir die britische Herrschaft ist nun dargethan. Die Bevölkerung Irlands blieb ganz theilnahmlos.

Den 2 4. Februar. Johann Michael scher, Bürger zu König und Landpostbotc datuer, deS Bürgers und Flurschützen zu König, Philipp Jakob Rebscher, ehelicher Sohn; und Eüsabelb

Das Erdbeben, welches die ionischen Inseln betroffen, ist furchlbar. Man fürchtet für Santa Maura, von wo man noch keine Nachrichten hat. Die Städte Agostol, und Sixun aus Kephalonia sind in Trümmern, mehrere Dörfer ebenfalls verwüstet. Man kennt noch nicht die Zahl der Todten und 25er- - ------- Die Bevölkerung hat kein