Die Stadt Gießen nun 600 Jahre zu Hessen gehörig.
1148) Für Gießen wird der 29. September d. I. das sechste Jahrhundert von dem Zeitpunkte abschließen, an welchem t< nachweisbar zu Hessen gehört hat. Am 15. August 1264 war es nocb im Besitze des Pfalzgrafen Ulrich von Tübingen, welcher damals dem Hartrad V. von Merenberg ein Burglehn zu Gießen erthcilte; am 29. September 1265 aber bestätigte Landgraf Heinrich von Hessen demselben Hartrad dieses Burglehn, und nach der hierüber noch vorhandenen Urkunde war um diese Zeit der Landgraf Herr von Gießen. Auf welche Weise der Besitz auf ihn übergegangen war, darüber besteht keine Gewißheit; wahrscheinlich aber ist es durch Kauf geschehen. Da auch die Zeit des Uebergangs nur soweit bekannt ist, daß sie zwischen den 15. August 1264 und den 29. September 1265 fällt, so bleibt der 29. September der erste Tag, von welchem sicher behauptet werden kann, daß Gießen an Hessen gekommen war.
Wenn wir diese Notiz mittheilen, so denken wir nicht daran, ein kostspieliges Säcularfest anregen zu wollen; wir möchten aber doch darauf Hinweisen, daß es geeignet sein dürfte, das siebente Jahrhundert nicht stillschweigend anzutreten, und möchten den Wunsch aussprechen, daß der Gemeinverath für eine würdige Bezeichnung des 29. Septembers als eines Freudentags für die Stadt Gießen' ^em auch das Großherzogliche Haus seine Theilnahme nicht versagen wird, besorgt sein möge.
1152) Die öffentliche Prüfung meiner Lehranstalt findet Montag den 10. April, öon Morgens 8 bis 12 Ubr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr in meinem Schul» locale statt, wozu ich die Eltern meiner Schüler, sowie alle Freunde meiner Anstalt, hiermit höflichst einlave. C. Rahn.
Guts-Veräußerung.
838) Ein in der schönsten Gegenv der Schweiz, am Genfer-See, gelegenes Gut mit ansehnlichem Areal unv herrschaftlicher Billa, soll wegen Sterbefalls des bis- herigen Besitzers mittelst Berloosung veräußert werden. Bei dieser Berloosung kommen gleichzeitig 259 Gewinne, bestehend in 260 Staats - Prämien - Obligationen, deren Werth niemals verloren geht unk worauf man im glücklichen Falle 350,000, 300,000, 250,000, 220,000, 200,000, 100,000, 50,000 rc. rc Gulden gewinnen ^ann, zur Bertheilung. Ein Loos kostet 12 st. Drei Loose kosten 35 fl Sechs Loose kosten 08 fl Elf Loose kosten 120 fl.
Auswärtige Aufträge, unter Beifügung res Betrages, werden baldigst erbeten und soweit der Borrath reicht, prompt ausgeführt. Ausführliche Prospekte gratis. Man wende sich direkt an den mit dem Verkaufe dieser Loose beauftragten General» Agenten Alfred 8. Cleiger, in Frankfurt a. M.
33 Herzoglich Nassauische Staatseisenbahn. ____Fahrplan vom 1. November 1864 ab.
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1056) Es wird ein junges Mädchen sogleich, oder auf Ostern, in Dienst gesucht. Zu erfragen bei der Exped d. BlttS.
1019) Das Orchester deS Gie- stener MustkinstitutS steht von -Ostern an dem Publikum zur Verfügung. Hierauf bezügliche Bestellungen werden schon jetzt ent^egengenommen.
Gietzen, den 30. März 1865.
Dr. Königer.
„Heiterkeit."
1129) Samstag den 8. April, Abends 9 Uhr:
außerordentliche Versammlung im Locale.
Dkr Vorstand.
1 1128) Zu der künftigen Montag um
2 Uhr Nachmittags in dem städtischen Schul» : Hause in der Schulstraße stattfindenden Prü» fung in meiner Lehr» Anstalt, lade ich die ! verehelichen Eltern, sowie Freunde meiner ! Anstalt, ganz ergebcnst ein.
C. Franz.
Carneval-Verein „Türkei." 1104) Dienstag den 11. April, Abend« 8 Ubr:
Generalversammlung.
Tagesordnung: Rechnungsvorlage.
1084) In der Neustadt wünscht sich Jemand am Mitlesen des Frankfurter Journals zu beteiligen. Das Nähere bei der Exped. t. BlitS.
A u s z u l e i h e n.
915) 500 st. Vormunbfchaftsgelver liegen gegen gute Unterpfänder zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Expedition diese« Blattes.
Fnfchdäcker zu Gießen.
Sonntag »en 9. April. Friedrich Zülch auf dem Seltersweg. Heinrich Plank in der Neustadt. Martin Lenz am Markt.
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Am allgemeinen Buß» und Bettag, den 9. April.
Morgens; Pfarrer Landmann.
Nachmittags: Mitprediger Krug.
(EoUecte für die LandeS-Walsenanstalt.)
Am Gründonnerstag, den 13. April.
Morgens: Mitprediger Krug.
A m Charfreitag, den 14. April. Morgens: Pfarrer Landmann.
Nachmittags: Mitprediger LipS.
Universitäts-Gottesdienst.
Um 11 Uhr: Professor Dr. Hesse.
Kopulirte.
®(n 2. April. Heinrich Lehrmuud, Bürger und Schlosser in der mechanischen Werkstätte der Main-Weserbahn dahier, de« hiesigen Bürgers und Schlvffermeisters, Johann Heinrich Lehrmund, ehelicher Sohn; und Elisabeth- Mahr, des Bürgers in Schotten und BahnwärterSzu Kirch-G)n«, Philipp Mahr, eheliche Tochter.
Den 6. April. Heinrich Earl Wilhelm Plank, Bürger und Lederhändlec dahier, des Bürgers und GerdermeisterS, Andreas Plank, ehelicher Sohn; und Christiane Friederike Luise Wilhelmine Johan- nette Adolfine Köhler, des Großherzogllchen Gpm- nafiallehrer«, Dr. Heinrich Köhler, eheliche Tochter.
Getauft.
Den 2. April. Dem Bürger und Schneidermeister, Emil Zinßer, eine Tochter, Susanne Marie Johannette Christiane, geboren den 5. Februar.
Beerdigt.
®tn 2 91 peil. Georgine Auguste Zinßer, de« Bürger« und Schlossers in der mechanischen Werk» stätte der Main-Weserbahn dahier, Heinrich Zinßer, eheliche Tochter, alt 1 I. 2 M. 16 T., gestorben den 31. Marz.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Mitpretiger Krug.
Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch» und Stcindruckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


