3334) Allen freundlichen Gebern, welche der Noth unserer armen Kranken in Gonterskirchen theilnchmend gedacht haben, sagen wir für die durch Herrn Dr. Bindewald uns zugestellte Sammlung an Leinwand uno 34‘/4 fl. an baarem Gelde herzlichen Dank. Auch der Weinhandlung Gebr. Mayer in Gießen fühlen wir uns abermals verpflichtet, hiermit für den zu billigstem Preise überlassenen trefflichen Krankenwein unfern Dank abzustattcn, ebenso wie den Dörfern bei Kloster Arnsburg, welche uns durch Herrn Hausvater Kü sthardt daselbst und durch Herrn Pfarrer Kayser in Nieder-Weisel so reiche Spenden an Leinwand, Hemden und baarem Gelte zugesendet haben. Der treue Gott wolle alle Geber, auch die hohen Herrschaften, welche unfern Kranken so thätige Theilnahme bewiesen, reichlich segnen. — Leider sind unsere Nachrichten noch immer höchst trauiig. Wohl schien vor etwa 14 Tagen die Epidemie nachzulassen, aber neue, schwere Erkrankungen und Todesfälle folgten rasch uno haben bis heute noch nicht aufgehort. Die Zahl der Erkrankungen in der kleinen Gemeinde von nicht 500 Seelen beträgt wett über 100. Kaum ein Haus ist mehr verschont. In vielen Häusern lagen lange Zeit alle Glieder darnieder. Dabei herrscht große Armulh, da viele nur vom täglichen Erwerb als Kohler im Walde oder als Arbeiter auf ter nahen Eisenhütte leben. Als die von unfern Herrn Erb- grafen persönlich in Darmstadt abgeholten Diaeonissinnen ankamen, lagen viele Kranke seit Wochen ohne Reinigung und Pflege. Wir sprechen es gerne öffentlich aus, daß wir die aufopfernde, hingehende Thätigkeit der beiden Schwestern mit Worten nicht zu schildern vermögen. Täglich besuchen sie 40 bis 50 Häuser, um in manchen alle und jegliche Pflege, Reinigung und nöihige Arbeit zu vollziehen. Täglich werden seit vielen Wochen 15 bis 20 Pst. Fleisch gekocht, und circa 50 Portionen Suppe an die Kranken, und Wein an die Reeonvaleseenten verabreicht. An Leinwand ist, Dank der theilnehmenden Liebe so vieler Geber, jetzt kein Mangel mehr, aber Gaben an Geld werden fortwährend mit Dank angenommen und gewissenhaft verwendet. Herr Reallehrer Dr. Bindewald will auch ferner die Güte haben, solche an uns zu befördern.
Gonterskirchen, Ende September 1865. Gombel, Pfarrer.
F. Schick, Ir Pfarrer zu Laubach. Hch. Salzer, cand. mcd.
Auffordevu n g.
3212) Es ist mehrfach in hiesigen juristischen Kreisen der Wunsch nach Bildung eines allgemeinen juristischen Vereins laut geworden, an welchem jedem hier anwesendcn Juristen die Bctheiligung freistehe. Die Unterzeichneten haben sich entschlossen, die Sache in die Hand zu nehmen, und fordern alle ihre hiesigen Evllegen, d. h. alle diejenigen, welche das juristische FaeultätSexamen bestanden haben und die sich an dem Verein zu betheiligen wünschen, auf, ihre Geneigtheit einem der Unterzeichneten bis zum 15. Oktober d. I. zu erkennen zu geben. Auf Grund der eingegangenen Meldungen würde sich sodann der Verein constituiren; die erst spater sich Meldenden müßten sich einer Abstimmung unterwerfen. Das Nähere wird in der demnächst stattfindenden ersten Versammlung des Vereins vereinbart werden-
Gießen, im September 1865.
Dr. Engelbach, Prof. Dr. Jhering, Dr. Eckstein, Diery, Hofgcr.-Abvoe. Geh. Justiz-Rath. Hofger.-Advoe. Hosger.-Advoc.
Dr. Dietz, Buff, Bramm, Becker, Ober-Staatsanwalt. Hofger.-Rath. Landger.-Assessor. Staktger.-Asscssor.
| 3309) Es wird ein Uhu zu kaufen ! gesucht. Näheres bei Der lüxped. D. BlttS. i--------
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Gießen, 29. Septbe. . . .
Grünberg, 30. n ...
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Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


