Decret.

1947) Das Vermögen des vvrhinigen Bürgermeisters Johanne« Sprenger aus Großseelhcim ist, nach den bisherigen Verhandlungen, und insbesondere nach der Erklärung seiner Ehefrau, von ihren Jllalen im Betrage von 2400 Gulden nur den Betrag von 700 Gulden auf den gesamm- ten Anschlagspreis von 1400 Gulden für die ihr und ihrem Ehemann durch Vertrag vom 18. Juni 1830 angeschlagenen Grund­stücke anrechncn und den Rest der Jllaten mit 1700 Gulden zurückforbern zu wollen, überschuldet. Da bei der Abwesenheit des rc. Sprenger ein gütliches Abkommen mit seinen Gläubigern nicht zu Stande kommen kann, so wird über dessen Vermögen hier­mit der formelle Concurs erkannt. V. R. W.

Es werken daher die Gläubiger des Cridars hierdurch aufgefordert, ihre Forde­rungen im Termin

den 15. September d. I., Vormittags 9 Uhr, Cont.-Zeit, unter Vorlage der deshalbigen Beweisstücke beim Rechtsnachtheilc der Aus­schließung von der Masse gegen den bestell­ten Contradictor Untergerichtsanwalt Fr. Embach dahier auzumelden und zu be­gründen. Zugleich soll in diesem Termine zwischen den Erschienenen die Güte noch­mals versucht werden.

Dem Cridar dient zur Nachricht, daß ihm gegen obiges Decret die Berufung an Kurfürstliches Obergericht, Civil-Senat zu Marburg, zusteht, und dieselbe binnen 5 Tagen nach der dritten Insertion in dem­jenigen Blatte, in welchem diese zuletzt er­folgt , im Actuariate des unterzeichneten Justizamts anzuzeigen, und binnen weiteren 14 Tagen auszuführcn ist.

, Kirchhain, am 11. Juni 1864.

Kurfürstlich Hessisches Justizamt. Schimmelpfennig.

vdt. Rohde, O.»G.-Rfvr.

Besondere Bekanntmachungen.

L. «. kn Herzogs. Nassauische

2178) Des Sängerfestes zu Weil- burg wegen werden am Sonntag den 10. und am Biontag den 11. d. Mts. nachfolgende besondere Züge auf der Lahn­bahn gefahren werden:

1) zwei Extrazüge von Wetzlar nach Weilburg, ohne Anhalten an den Zwifchenstationcn, mit Wagen aller Claffen, und zwar:

a. der erste Zug ab Wetzlar 7 Uhr 35 Min. Morgens (im Anschluß an den Frühzug von Dillenburg), Ankunft in Weilburg 8 Uhr 5 Min.,

b. der zweite Zug ab Wetzlar 9 Uhr 20 Min. Vormittags,

Ankunft in Weilburg 9 Uhr 50 Min. Vormittags.

2) Extrazug von Weilburg nach Wetz­lar, ohne Anhalten an den Zwischen- stationen, mit Wagen aller Classen:

Abfahrt von Weilburg präcis 7 Uhr Abends,

Ankunft in Wetzlar 7 Uhr 30 Min. Abends (im Anschluß an die Züge nach Gießen Frankfurt und Wetz­lar Dillenburg.

3) Extrazug von Diez nach Ober­lahnstein mit Wagen aller Classen und mit Anhalten an den Zwischen- stationen:

Abfahrt von Diez 9 Uhr 30 Min. Abends, in Fortsetzung des letz- ten regelmäßigen, um 8 Uhr 30 Min. Abends von Weilburg, abgehen­den ZugeS Nr. XX,

Ankunft in Ems 10 Uhr 30 Min. Abds., in Oderlahnstein 11 Uhr

Wiesbaden, den 4. Juli 1864.

Herzogt. Eisenbahn-Dircction.

2198) Im Firmenregister des unter­zeichneten Stadtgerichts wurde heute folgen­der Eintrag vollzogen:

Die seitherigen Theilhaber der Firma: Gebrüder Homberger und Söhne" zu Gießen haben die Söhne des Adolph Homberger, Namens Hermann und Louis Homberger daselbst, am 25. Juni 1864 als Theilhaber ihres unter genannter Firma bestehenden Zeugfabrikationsge­schäfts angenommen. Letztere sind eben­falls berechtigt, die Firma zu vertreten und zu zeichnen.

Gießen, den 7. Juli 1864.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl.

2184) Da der bei Versteigerung des Heugrascs von den städtischen Wiesen fest- 1 gesetzte Termin schon längst verstrichen und verschiedene Wiesen noch nicht gemäht sind, so werden die Steigerer aufgefordert, sol­ches längstens bis zum nächsten Mitt­woch abzumachen, als sie sonst die in den Versteigerungsbedingungen enthaltenen Nach­theile treffen müßten.

Die Großderzoglichcn Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 7. Juli 1864.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

Für Kapitalisten.

2200) Bei der Stadt Gießen können Capitalien leihweise angelegt werden.

Gießen, den 7. Juli 1864.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

Cöln-Gießener Eisenbahn.

Netourbillete.

2114) Mit dem 3. Juli c. anfangend werden an allen Sonn- und Festtagen bis auf Weiteres Retourbillete zu ermäßigten Preisen für die II. und III. Wagenklaffe und auf 2 Tage gültig ausgegebcn: von Gießen nach Deutz und nach Wetzlar.

Die Expedition erfolgt mit allen Zügen. Cöln, den 30. Juni 1864.

Die Direktion.

Das H ast'sche Vermachtniß.

2102) Wer aus diesem Vermächtniß eine Unterstützung beanspruchen will, hat sich vor dem 20. Juli 1864 bei uns aufzeichnen zu lassen.

Gießen, den 28. Juni 1864.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

Versteigerungen.

2185) Montag den 11. Juli, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dabiesigem Rathhause 5 Päckchen Gold, was zum Vergolden gebraucht wird, gegen baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 7. Juli 1864.

Großherzogliches OrtSgericht Gießen. Ebel.

2135) Dienstag den 12. Juli, Nachmittags 2 Uhr, soll aus dahiesigem Rathhause die Hofraithe, zum Nachlasse der Heinrich Rothauge Wittwe gehörend, als:

Flur 1 Nr. 171, 33 Klftr. Hofraithe in der Wolkengasse, bestehend in Vorder- und Hinterhaus und Grabgarten, unter den alsdann bekannt gemacht werden­den Bedingungen, öffentlich meistbietend, auf Erb- und Eigenthum, versteigert werden.

Gießen, den 29. Juni 1864. Großberzoglichks Ortsgericht Gießen. Ebel.

2172) Da die am 25. v. Mts. von der NeustäVIer Schäferei-Gesellschaft abgehaltene Heugras - Versteigerung die Genehmigung nicht erhalten hat, so wird dieselbe

heute Abend um 8 Uhr in der Wohnung des Herrn L. Herbert nochmals vorgenommen.

Gießen, den 9. Juli 1864.

Friedrich Müller.