Steuerverhältnisse betreffend.

2569) Das Vcrzeichniß Der Cultnrver- änoerungen vom 1. August 1859 bis Ende Juli 1860 und das Verzeichniß Der im Laufe des Jahres 1860 ganz neu erbauten, sowie der durch Bauveränderungen im Werthe erhöhten oder verminderten und der ganz abgegangenen Wohnhäuser und Gewerbs­anlagen liegt zu Jedermanns Einsicht vier Wochen lang auf dem Rathhause dahier offen. Gießen, Den 26. October 1860.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________________D. E b e l._______________

2545) Von dem Brieftarife nach und aus Dem Poftvereins-Ausland ist eine neue Auflage erschienen, von welcher einzelne Exem» plare zu 35 fr. bei der unterzeichneten Stelle bezogen werden können.

Gießen, den 24. October 1860. Großherzogliches Postamt Gießen.

Schön.

Edictalladungeu.

2587) Nachdem Großherzogliches Hof­gericht der Provinz Oberhessen gegen Den Rothgerbermeister Hermann Pugge von Gießen Den förmlichen Coneurs erkannt hat, werden alle, welche Ansprüche an denselben zu bilden baden, aufgefordert, solche im Liquidationstermine

Montag Den 10. December l. I., Vormittags 10 Uhr, bei Meldung des stillschweigend erfolg,enDen Ausschlusses von Der Masse, anzuzeigen unD zu begrünDen. Von den nicht erscheinenden Gläubigern wird unterstellt, daß sie allen Beschlüssen Der Mehrzahl Der Anwesenden bezüglich Der in Demselben Termin zu »er» suchenDen Güte, Wahl eines Maffepflegers UND Gläubiger-Ausschusses zustimmen.

Gießen, am 23. October 1860.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Bott,

Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

2236) Nachdem Großherzogliches Hof­gericht der Provinz Oberhessen über Den Nachlaß Des verstorbenen C. L. Reis Da­hier Den förmlichen Concursprozeß erkannt hat, werden hiermit alle bekannten und un­bekannten Gläubiger Des genannten Nach- lasses aufgefordert, ihre Forderungen und sonstigen rechtlichen Ansprüche sogewiß in dem Liquidationstermine

Montag Den 19. November l. I., Vormittags 9 Uhr, bei unterzeichnetem Gerichte anzumelDen und zu begründen, als sonst angenommen wer­den wirD, sie hätten auf ihre Ansprüche an die Concursmasse verzichtet und ihr Aus­schluß stillschweigend erfolgt.

Zugleich soll in genanntem Termine ein Arrangement versucht und über die Wahl eines Massecurators, der bereits provisorisch von Dem Gerichte bestellt wurde, verhandelt werden. Kommt eine Einigung zu Stande,

so ist die Minderheit an den Beschluß der Mehrheit gebunden.

Gießen, den 10. September 1860.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Dr. A. v. Grolman, Stadlrichter. Stadtger.-Assessor.

Oeffentliche Aufforderung.

2588) Georg Schimmel, geboren zu Heuchelheim am 5. December 1758, Sohn von Johann Adam Schimmel und Maria Christina Will, ist irn Jahre 1776 nach Amerika ausgewanDert und wurde, da sein Aufenthaltsort unbekannt war, im Jahr 1810 dessen Präsumtiverben Das zurückgelassene Vermögen gegen Caution überlassen. Im Jahre 1826 wurde von Dem aus Heuchel- heim nach Amerika ausgewanderten Johan­nes Kröck eine Vollmacht für Johann Georg Ritter in PhilaDelphia resp. Johann Chri­stian Krieger zu Marburg eingesanDt, in­haltlich welcher Johannes Kröck von Dem abwesenden Georg Schimmel zur Empfang­nahme seines Vermögens bevollmächtigt wor­den sein will. Da diese letztere Vollmacht aber nicht zu den Acten gebracht werden konnte, auch die in Amerika auf Diploma­tischem Wege nach Dem Leben unD Aufent­haltsort Des Georg Schimmel angestellten Nachforschungen ohne Erfolg geblieben sinD, so konnte auf Die proDucirte Urkunde hin eine Ausantwortung Des fraglichen Ver­mögens an Johannes Kröck resp. Dessen Bevollmächtigte nicht stattsinDen. Auf An­trag Der in Den Vermögensbesttz eingewie­senen Präsumtiverben Des Georg Schimmel wird dieser oder dessen etwaige Leibeserben, oder sonstige Erbberechtigte aufgefordert, so­gewiß binnen 60 Tagen Das hier zurückge­lassene Vermögen in Empfang zu nehmen, resp. ihre Erbrechte geltend zu machen, Widrigenfalls den aufgetretenen Erben das fragliche Vermögen Definitiv überlassen unD Die Kautionen gelöscht werDen.

Gießen, Den 22. October 1860.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Dr. v. Schinalkalder, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

Resolution.

2237) In Sachen des Jean Weber von Gießen, Klägers, gegen seine Ehefrau, Wilhelmine, geb. Peufter, Beklagte, Ehe­scheidung betr., wird Der Beklagten durch öffentliche Ladung Davon Kenntniß gegeben, Daß ihr Ehemann unter Dem Heutigen gegen sie eine Klage auf EhescheiDung wegen bös­williger Verlassung erhoben hat, Deren Ein- sichtsnahme in Der Registratur frei steht, unD Damit Die AufforDerung verbunden, sich darauf innerhalb einer Frist von drei Mona­ten, bei Meidung der Annahme des Ein­geständnisses und des Ausschlusses mit Ein­reden, zu erklären. Weitere Verfügungen

werden nur durch Anschlag an der Gerichts» thüre bekannt gemacht.

Gießen, den 11. September 1860.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Bott,

Stadtrichter. Stadtger. - Assessor.

Versteigerungen.

2533) Freitag den 9. November, Morgens 11 Uhr,

sollen auf Dem Gießener Braunsteinbergwerke Die Dem Hofaerichts-ADvocaten Briel Dahier gehörigen 1609 (Str. Braunsteine theils derbe, theils Wascherze, theils Mulm mit einem Gehalte von 7060 % auf Dem Bergwerke selbst gegen gleich haare Zahlung öffentlich meiftbietenD versteigert werDen, wozu Steigliebhaber hiermit ein» gelaDen werden. Bei annehmbaren Geboten erfolgt Der Zuschlag sofort.

Gießen, Den 25. October 1860. Großherzogliches StaDtgericht Gießen.

Muhl, v. Rotsmann, StaDtrichter. Stadtger.-Assessor.

2563) Das den Conrad Ufer's Erben gehörige Ackergut, welches auf Martinitag 1861 leihfällig wird, soll auf den Wunsch mehrerer bisheriger Pächter, welche ausge­stellte Grundstücke zurückzuliefern haben, Dienstag Den 6. November, Nachmittags 2 Uhr,

auf weitere 6 Jahre, vom 11. November 1861 anfangenD, auf hiesigem Rathhause verpachtet werden.

Gießen, den 26. October 1860.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen. D. Ebel.

2589) Montag den 5. November, Nachmittags 2 Uhr,

sollen im (Safe Leib die zur Buchdruckerei des Carl Daubenberger gehörenden fämmt» liehen Utensilien, Pressen und Schriften ic., gegen gleich baare Zahlung versteigert wer­den, wozu man Steigliebhaber hiermit ein­ladet. Gießen, den 27. October 1860.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen. In Auftrag des Vorstehers :

C. Weidig, Ortsgerichtsmann.

2609) Montag Den 5. November 1860, Nachmittags 3 Ubr,

werden bet der Stadt Gießen verschiedene überflüssige Gegenstände, als: 1 Ofen, 1 Sparherd, 1 messingenes Pumpenaus­gußrohr, 1 Parkhie Feuerhaken unD Har- nifeln, altes Eisen, 1 große Balkenwaage mit Gewicht, 2 große StaDtlaternen, alte Lampen und sonstige alte Baumaterialien, öffentlich versteigert unD Der Anfang int RathhauS gemacht.

Gießen, Den 29. October 1860.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

D. Ebel.