aufgeschüttet werden kann. Da das Dörren durch die später zu erörternde Vertheilung der Wärme ungemein schnell von statten geht und schon nach 2 bis 3 Stunden die eingelegten frischen Früchte nur die Hälfte des Raumes mehr bedürfen, den sie anfangs brauchten, so können zu gleicher Zeit die in verschiedenen Stadien des Dörrens befindlichen Früchte von 2 bis 3 Simmer grünem Obst untergebracht werden. Die Dörre ist mit einem durch Holznägel angeschraubten Deckel versehen. In diesem Deckel befinden sich für jede Abtheilung der Dörre drei %" weite Löcher zur Ableitung des Dampfes, welche nach Belieben mit gewöhnlichen Korkstöpseln geschlossen werden können. Die der einen Heistern Abtheilung bleiben gewöhnlich fest geschlossen, die ver andern kältern gröstten- theils offen. Die Dörre ist mit einer Thüre versehen, welche die Schubladen vollständig abschließt, und überhaupt kann der Zutritt der äustern Luft vollständig verhindert werben. — Auf dem Herd in meiner Küche habe ich eine solche Dörre und gebrauche sie seit drei Jahren stets mit großem Nutzen. Allerdings habe ich den Herd etwas dazu einrichten lassen und es genügt auch die Wärme des Küchenfeuers nicht allein, sondern es ist ein besonderes kleines Schürloch da, in welches, wenn das Herdfeuer abgegangen, ein kleines Feuer gemacht wird. Unter dem Hintern Theil der Herdplatten, auf welche die Dörre aufgestellt wird, befindet sich ein hohler Raum von 4" Höhe, in dessen Mitte einige Backsteine, die eine Art Zunge bilden, aufgestellt sind und um welche die Wärme circulirt. Der ganze Rauch vom Herdfeuer wird zur Zeit des Dörrens in diesem Canal herumgeleitet und trotz der horizontalen Lage desselben zeigt sich doch keine »pur von Rauch in der Küche. — Die Dörre kostet, abgerechnet die besondere Einrichtung des Herves, welche übrigens nicht immer nöthig ist, nur 6 fl. und wird in der Hohenheimer Ackerwerkzeugfabrik dafür verfertigt. Der Verbrauch an Holz ist, das Herdfeuer natürlich ungerechnet, während 18 Stunden, wenn fortwährend gedörrt wird, 12—15 gewöhnliche buchene Holzscheive, wie sie in den Stubenöfen gebraucht werden. Nachts lasse ich nicht fortdörren. — Will man die erwähnte Einrichtung des Herdes, die sich übrigens auch sonst für die Haushaltung sehr vortheilhaft gezeigt hat, nicht anlegen, so must vie letzte von den zum Einhängcn der Kvchhäfen bestimmten Oeffnungen des Herdes mit einem eisernen Blättchen bedeckt und die heiste Abtheilung der Dörre gerade über diese Stelle gebracht werden. In diesem Fall wird man der Dörre eine etwas abgeänderte Form geben müssen und kann die zwei Abtheilungen nicht neben einander, sondern hinter einander anbringen. — Die Dörre wird auf einem 2" hohen und 3" breiten Lehmdamm aufgesetzt oder gleichsam eingevrückt. Ich verwende hierzu drei Theile Lehm, einen Theil Ziegelmehl und einen Theil Asche, welche Materialien zusammengeknetet, eine Masse geben, die auf der beisten Platte sich länger hält, als Lehm allein. Der noch freie innere Raum der Eisenplatte wirv zu gleichmästigerer Vertheilung der Wärme dünn mit gewaschenem Sand bestreut. Dieser Damm wirv frisch angefertigt, wenn Vie Dörre ausgestellt wird, und entfernt, sowie man sie wegnimmt. Es versteht sich von selbst, vast diese Dörre jeden Herbst neu aufgestellt und nach Vollendung des Dörrgeschäftes wieder vom Herde weggenommen wird. — Die erwähnte Abtheilung dieser Dörre in zwei vollkommen von einander getrennte Hälften ist nicht nur in monomischer Beziehung sehr vortheilhaft, sondern auch desthalb, weil es bei einer solchen Einrichtung vorzugsweise möglich ist, sehr schönes und delicates Dörrobst zu erzeugen. Die der Feuerung zunächst befindliche heiste Hälfte der Dörre dient namentlich bei dem Kernobtz zum Schwelgen oder zum Sieden desselben in seinem eigenen Dampfe. Dieser völlig abgesperrte Raum hält zwischen 50 und 70° R. feuchte Wärme. Das hier zuerst gedämpfte unv dadurch ziemlich weich gewordene Obst kommt nach einigen Stunden in die zweite minder heiste Abtheilung. In dieser ist eine Wärme von nur 35 bis 50° R. Ein fortwährender Luftstrom, der durch eine längliche Oeffnung in ven Lehmdamm unter der Darre unv übet den heisten Lehm einströmt, tritt als heiste trockene Luft in den Raum und findet durch die drei offenen Zuglöcher der Darre seinen Ausgang, indem er das Obst zugleich vollkommen austrocknet. Wie leicht begreiflich, wird das Trocknen hierdurch sehr befördert. Das Steinobst kommt gewöhnlich erst in die kältere und dann in die heistere Abtheilung, doch habe ich es auch gleich vem Kernobst behandelt und gefunden, dast es in der höheren Temperatur in Folge des darin befindlichen Dampfes nicht aufsprang und keinen Saft verlor. — Kleine Birnen dörrten bei dieser Einrichtung schon in 10 Stunden, Kirschen in 6 bis 8 Stunden, gröstere Birnen in 18 Stunden; länger als diese Zeit war noch kein Obst in der Darre. Dast das in dieser Darre erzeugte Dörrobst in jeder Hinsicht schön, vollkommen und sehr schmackhaft ist, davon kann sich Jedermann durch den ersten Versuch schon überzeugen. — Eine solche einfache unv überall leicht anzubringende Darre sollte in keiner Haushaltung fehlen; sie kann ja außer zum Dörren des Obstes auch zum Trocknen der Bohnen (diese brauchten 12 Stundens und anderer Nahrungsmittel, Rüben und Kaffee rc. verwendet werden. Was die Gefahr des Verbrennens der Darre betrifft, so ist diese kaum anzunehmen, denn es steht ja der Holzkasten auf einem 2" hohen Damm von Lehm, und da, wo er stark erhitzt wird, ist er durch den abgesperrten Dampf stets so feucht, dast an ein Anbrennen des Holzes wohl kaum gedacht werden kann. Wollte man eine größere Vorsicht haben, so wäre eine Umfassung der Darre mit Sturzblech unv darüber ein hölzerner Mantel, um die Wärmeausstrahlung des Eisens nach Austen zu verhüten, sehr zweckmäßig."
Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen.
Edictallsdung.
Oeffentliche Aufforderung.
2172) Ludw. Krauskopf von Königsberg, welcher im August 1852 in Amerika verstorben ist, hat folgende Kinder hinterlassen :
1) Heinrich Krauskopf zu Königsberg,
2) August Krauskopf,
3) Juliane, Jacob Spiest Ehefrau in Amerika,
4) Katharine, Wilhelm Krauskopf's Ehefrau, und
5) Elisabethe, Heinrich Bißer's Ehefrau in Amerika,
und sinv diese zur Jntcstaterbfolge gerufen. Es haben aber Elisabethe, Heinrich Bißer's
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Ehefrau und Juliane, Jacob Spiest Ehe-Krauskopf, der rubricirte Nachlaß Über
frau, lt. Act vom 18. August 1855 auf ihre Erbrechte an ven in Europa befind- i liehen Nachlaß ves Ludwig Krauskopf zu! Gunsten ihrer übrigen Geschwister Verzicht geleistet. Da nun August Krauskopf unv Katharine, Wilhelm Krauskopf's Ehefrau« schon seit langer Zeit abwesend sinv unv I ihr Aufenthaltsort unbekannt ist, so wer- ! den auf Antrag des Heinrich Krauskopf; hiermit etwaige Erben ves Luvwig Krauskopf, insbesondere aber August Krauskopf ■ und Katharine, Wilhelm Krauskopf's Ehefrau, aufgefordert, ihre Ansprüche an den Nachlaß des Ludwig Krauskopf binnen 60 Tagen dahier geltend zu machen, widrigenfalls dem ausgetretenen Erben, Heinrich
lassen werden wird.
Gießen, den 29. August 1860. Grostherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, vr. v. Schmalkalver, Stavtrickter. Stavtger.-Assessor.
Besondere Bekanntmachung.
Feldstrafen-Erhebung bei dem Rentamt Gießen.
2331) Die Feldstrasen von der 4. Periode I. I. können vom 1. bis 15. k. Mts. an den Zahltagen: Dienstags und Samstags, ohne Kosten bezahlt werden.
Gießen, den 27. September 1860.
Grostherzogliches Rentamt Gießen- Melchior.
Verst
2315) In ' Weckesheim, K Advocaten Briel tragserfüllung l dem Hofgerichts- lich zustehenve 3
Montag der Vorn auf dem Rathh alscann bekann dingungen, web Registratur einge sich meistbietenv
I. Ein Drittt steinbergwcrks, i ungefähren Wert
Das Bergwerl etwa eine Stund Lindener Mark, der Braunstein über den Dolon Devenformation IllKlftr. mit eir circa 62,000
Der Gießener gemein bekannt, Erde, sein Gehal 60 pCt. unv k 66 pCt. gestellt > besten Betriebe, i berechn, Gebaut silien rc. reichlich
II. Das theil! gestern, theils in gelegene Hofgut gesähren Werthe
Das Gut liegt nur y2 Stunve Lang-Göns, durc straße nach Franko 300 Morgen Ackc und 20 Morgen 2 Wohnhäusern, nomiegebäuden ui Gebäuve sind grc
III. Das am gene, vor circa l pockige Wohnha ungefähren Wert
Es werden hier Anfügen eingclav leder Zeit einges baß bei annehmbc ssfort erfolgt.
Gießen, ven 2 , Großherzogli 3n Beurlaubum Grosth. Stadtrick
Bott, ^Stadtger.-Assesso
A r b ei t s v 2310) Montag bi von Nachm H auf hiesiger B


