Ausgabe 
24.12.1856
 
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Hr. Weinheim, Lehr. v. Wermuthshausen; Hr. Dürlam, Oecon. v. Rüd- dingSha;fe;i ; Hr Heinlein, Verw. u. Hr. v. Knoblauch, Gutsbes. ».Lon­dorf; Hr. Raab, Fabrik, y. Hamburg; Hr. v. Arndorf, Lieuteu. v. Wien; Hr i. Hauvtl. Lorenz v. Berlin u. v. Radelis v. New-Yvrk; Hr Wieser, Ingen v. Dresden; Hr. Schilling, Fabrik, v. Schlitz; Hrn. Kauft. Neu- dörffer v. Weilburg, Stäicke v. Rheydt, Langlotz v. Freudenberg, Schäfer ». Bern, Jäger v. Mannheim, Schädler v. Mainz, Fischer v. Heidelberg, Löffler ». Rostock 11. Bauschbach v. Hamburg.

Im Prin; Carl : Hr. Müller, Oecon. v. Selters; Hr. Standt, Bnchh. v. Frankfurt; Hrn. Privat! Blaußner v. Darmstadt v. Ruhl v. Schotten; Hr. Hecker, Gärtn. v. Rhoden; Hr. Reining, Oecon. ». Weilburg; Hr. Pfeissee, Bereit, v. Wiesbaden; Hr. Hoffmann, Privatm. v. Eoin; Hr. Schuldlnecht, Bierbr. v. Wurzburg; Hrn. sind. jur. Hatzfeld v. Marburg u. Heck V. New-York; Hr. Pfeil, Tech», v. Hatzfeld; Hrn. Kaust. Keller v. Dresden, Weimann v, Iserlohn, Kling v. Biagdeburg, Bröckelinann ». Neiv-OrleanS, Gutenstein, Kempf u. Weiller ». Frankfurt.

Im Darmstädter Haus: Hrn. weshäfksl. Rühl v. Vilbel, Holler v. Gladenbach, Kehr v. Grunberg, yay v. Holzhausen, Schön v. Fronhausen, Klein v. Bonn, Holz v. Eoblenz, Kuhl v. Hungen, Altstadt v. Schlitz, Rust v. Offenbach u. Kohler v. Halle; Hr. Scheerer, Schr-fln. v. Londorf.

Km Stern : Hr. Withling, Färb. v. Greifenberg; Hr. Dietz, Han­delsmann v. Nordeck; Hrn. Kauft. Hermann v. Gunningen, Schlender u. Kans v. Marienzell.

I»> Hirsch : Hr. Binzer, Fabrik, v. Hatzfeld; Hr. Kreutz, Haudelsm. v. Lutzen; Hrn. Fuhr!. Göbel v. La,ibach, Sudler v. Rumrud u. Benner v. Herbornseelbach.

In der Sonne : Hrn. HandelSl. Knieriem v. Frankenheim, Vvrier v. Sudel u. Morenhaut v. Hohensolms ; Hrn. Fuhrt- Nebel n. Nickel v. Bicken - Hr. Scheuermann, Schniied v. Friedrichsfeld. '

In den Privathäusern.

Bei Hrn. Auoth. Witte: Hr. Algeier, Pfarr. v. Eudorf.

Frucht- und Mehlpreise von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten.

Gießen ; Außerdem wurden noch 3 Malter Erbsen im Mittelpreis zn 9 st. 40 fr. und 1 Malter Wicken im Mittelpreis zu 7 ft. 50 fr. verfällst.

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Gießen,

19. Decbr.

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Der Weihnachtsabend.

Als Kind feierte man Weihnachten wie die lebendiggewordenc Mährchenzeit.

Die Augen zu! sonst bläst Christkindchen sie aus!

Das war schon die hundertste Stufe auf der Wanderung in den Hellen lichten Himmel hinein. Vorher kamen die nieder» Stockiverke.

An der untern Sprosse dieser Jacobstraumleiter der Freude siand im umgewandten Pelzrock mit langer, frisch aus Besenreisern gewundener Ruthe der schauerliche Knecht Ruprecht im nördlichen Deutschland oder St.-Niklas im südlichen und fragte mit drohender Stimme; Kannst du auch beten?

Gebetet wurde dann mit kläglicher, zähneklappernder Angst, aber doch mit Herzensandacht; denn das neugeborene Jesulein, die be­scheidene Krippe, der wandernde Morgenstern, die Weisen mit Myrrhen und Aloe, das ganze blühende, orientalische Nachtgedicht der Heilands­geburt mit den Hirten auf den» Felde, den Engeln, die ihnen aus der Höhe den Weg wiesen, dem immerdar gläubigen Joseph und der glückseligen Maria, das lebte im Herzen wie linde, milde, duftende Sommernacht, wenn auch die Hände froren, die Nase blau anlief und die Füße in Schnee gesteckt werden mußten, weil sie die eom- pletteste Erstarrung von der Eisbahn mitgebracht hatten.

Die Wochen wurden schon von der ersten Gans zu Martini nach den Sonntagen gezählt und zwar Trinitatisweise, dann wurden es nur noch die Tage, zuletzt die Stunden.

Addentszeit hieß die ganze höchst merkwürdige Periode. Die Curenvejungcn" sangen des Abends auf den Straßen und sammel­ten in blechernen Büchsen; Nüsse und Aepfel wurden an Markttagen in Vorräthen eingekauft, aber noch nicht gezeigt, sie rasselten und dufteten nur; die ganze Erde war ein großes flüsterndes und tuscheln­des Geheimniß.

Auf die Mährchenzeit kam dann die rationalistische.

Für Säbel, Flinten, bleierne Soldaten gab es nun Schulmappen, Reißfedern, Schreibebücher und neue Hosenträger.

Man nahm schon mit größerer Kühle den Kalender in die Hand und rechnete die mystischen Begebenheiten nach der üblichen Chrono­logie ab, wie die Zerstörung Karthagos und die Hinrichtung Kon- radin's von Hohenstaufen, dieses Hauptfactums der deutschen Geschichte im Kopfe jedes gefühlvollen Untertertianers. Man sah schon das

Mährchen in seiner künstlichen Veranstaltung, die groben Drähte der Komödie; man lachte schon über das Wispern der Aeltern wie ein Neolog oder ein Geolog über die Schöpfnngsgeschichte. Bekannt­lich sinv das die Jahre, wo, wie in dem Rainrund'schen Mährchen, oft schon ausgerufen wird: Ach, was haben doch die Kinder Alles mit ihren Aeltern auszustchen! Die guten Aeltern sinv dann über die Weihnachtszeit schon vergnügter als die aufgeklärten Jungen, die bei all' der Freude ihre Ferienarbeiten im Kopf haben müssen und zur Bescheerung ohnehin nur Das bekommen, was sicauch so" erhalten würden, Dinge, die alle nach Leder riechen oder nach Tuch und dem ewigen Papier.

Dann aber die Jünglingszeit.

Ach! Der Weibnachtabend war dann schon oft nicht mehr der lustigste, sondern der traurigste Tag im Jahr.

Man war von seinen Aeltern entfernt, entweder durch Entfer­nungen der Erde oder Entfernungen des Himmels schon. Die Lichter wurven nicht mehr angezündet; man hörte nur die Weihnachtslust im Nachbarhause, sah fremde Fenster schimmern, hörte fremde Kin­der jauchzen, man machte einen Gang durch die Straßen, um das wehmüthige Herz zu stillen.

Du liebe ernste Jünglingszeit! Du verschwiegene heilige Knospe der ersten freiern Lebensentfaltung! Du erste heilige Sabbathstille unv Morgenfrühe des Menschenthums, eingeläutet meist von trauern­den Glocken ! Denn welche Erfüllung wird wohl schon den allgewalt - gen Jugendträumen ? Welcher erste Gruß des Lebens, des wirklichen, des rauhen Lebens der Pflichten und der Geschicke, ist wohl ein liebevoller unv freundlicher? Bereits bilvet sich auch schon das ganze Jahr hindurch um das Jünglingsherz die harte Schale, die das junge Leben braucht, um in der stoßenden Welt mit fortzu- koinmen. Starr, kalt werden die Grundsätze. Große, schroffe, spartanische Gesetztafeln werden aufgehängt in der innern Brust. Plancher Zug um die Lippe lächelt schon dämonisch und spröde wirft sich ver Mund auf, sieht der Jüngling was er zu hoffen hat und vergleicht es mit Dein, was er gewinnen möchte.

Am Weihnachtsabend bricht dann noch einmal die Eisdecke des Jahres. Auf einige Stunden sinken noch einmal alle gefrorenen Eispaläste der Seele, in deren bunten Lichtbrechungen sich der Jüng­ling schon gefällt. Das unsterbliche Anrecht auf Glück, das wir tief und unauslöschlich und durch keine Philosophie Hinwegzureden in unserer Brust tragen, meldet sich noch einmal wieder in diesem