Bekannt m a ch u n g.
Betreffend: Bitte des Hüttenbesitzers Justus Kilian zu Lollar, um Concesstonirung zur Anlage eines Wehres in der Lahn zum Betrieb seines Hüttenwerks bei Lollar.
Die unterzeichnete Behörde bringt in Gemäßheit des Art. 4 des Gesetzes vom 20. Februar 1853, betreffend: die Errichtung und Beaufsichtigung der Wassertriebwerke an Bächen, hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß die das obige Gesuch betreffenden Actenstücke und dazu gehörigen Plane, sechs Wochen lang, vom 31. l. Mts. an, auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lollar offen liegen werden.
Diejenigen, welche etwa gegen das beabsichtigte Triebwerk Einwendungen erheben zu können glauben, werden aufgefordert, solche nach Ablauf der sechs Wochen an dem zur Verhandlung festgesetzten Termin
den 17. Mai l. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem Bürgermeisterei - Bürcau zu Lollar um so gewisser vorzubringen, als auf später vorgebracht werdende Einwendungen keine Rücksicht wird genommen werden.
Gießen den 20. März 1856. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
K ü ch l e r.
Polizeiliche Brkanntm a ch unge n.
Am Freitag den 14. d. Mts. ist von einem Wagen, der auf dem hiesigen Fruchtmarkte gestanden, ein dunkelblauer Tuch- mantel mit Plüschkragen und silbernen Krappen am Halse, gestohlen worden.
Man ersucht die resp. Localpolizeibehörven und das Aufsichtspcrsonal, die geeigneten Nachforschungen anzustellen und etwa sich ergebende Jndicien hierher auzeigen zu wollen. , , ,
Gießen am 21 März 1856. Der Großherzogliche Polizei-Commissar für die Provinzialhauptstadt Gießen:
13 L. Nover.
Gefundene Gegenstände.
Eine Bundaxt mit abgebrochenem Stiele, ein einspänniger Schicbekarren für einen Hund, ein graues Kindertaschentuch,eine Pettschaft von einer Uhrkette,' ein Knäuel Kordel (s. g. Bindfaden), ein im Schoorgraben schwimmendes Ziiberchen und ein Schlussel, sind gefunden worden. Die Eigenthümer haben sich baldig zu melden. , „ .... in _ ,
Gießen am 21. März 1856. Der Großherzvgliche Polizei. Eommissar für die Provinzialhauptstadt Gießen:
L. Nover.
Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen.
Edictalladungcn.
Oeffcntlichc Aufforderung.
626) Nachbenannte Besitzer in hiesigem Gerichtsbezirke gelegener Immobilien haben die ihren Namen beigesetzten Siücke verkauft resp. abgetreten, können aber ihr Eigen- thum an denselben nicht genügend nachweisen , nämlich:
1) Kaspar Wagner II., Beckers Eidam, modo dessen Wittwe zu Naunheim, Grundstücke in der Gemarkung Naunheim:
1/441 . 1/736 1/443 1/1155 1/1189
11/279 11/385 11/667 11/657 1V/50
IV/179 IV/343 1V/344 V/209 V/79
V/258 IX/608 X/118 X/304 X/581
XII/113 X1V/65 XHI/132. 133 X1V/70 XIV/230 XVI/106 XVII/93 XVI1/19 Vll/62 1X/140 Xl/126.
2) Philipp Eberhard Rau, Gg. PH. Sohn zu Wicseck, Grundstücke in der Gemarkung Gießen:
XXXIX/146,5 XXXIX/226 XXX1X/303.304 XXXXIV/95 XXXXV/218 XXX XVI'/41.
3) Balthasar Wilhelm Fillmann zu Gießen, Grundstücke in der Gemarkung Gießen: V/207, dem Johann Adam Fenster in Krofdorf, V/411, dem Andreas Drescher auf der Mühle bei Trohe, V/274, dem Ludwig Oswald zu Gießen zugeschrieben.
4) Katharina Gläsner, Tochter der Elisabeth» Räuber zu Waldgirmes, 1/18 Hof-
raithe im Ort, der Elisabeth» Räuber zugeschrieben.
Es werden deshalb alle diejenigen, welche Eigcnthum oder sonstige Rechte an diesen Immobilien zu haben glauben, hiermit aufgefordert, solche sogewiß binnen sechs Wochen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung in dm öffentlichen Blättern an, dahier anzumelden, als sonst das Eigen- thum der dermaligen Besitzer angenommen, die Erwerbsurkunden für die neuen Erwerber ausgefertigt und bestätigt, sowie die zum Einträge in das Mutationsvcrzeichniß erforderlichen Urkunden werden ertheilt werden. Gießen den 16 März 1856.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. ______________Muhl.
Oeffcntliche Aufforderung.
611) Heinrich Arnold von Reiskirchen ist wegen Unfähigkeit zur Verwaltung seines Vermögens unter Curatel gestellt worden ; es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte mit demselben bei Meldung der Nichtigkeit nicht abgeschlossen werden können. Zugleich werden die Gläubiger des Heinrich Arnold aufgefordert, binnen vier Wochen ihre Forderungen dahier einzureichen, widrigenfalls dieselben bei Negulirung des Vermögens keine Berücksichtigung finden sollen.
Gießen am 13. März 1856.
Großherzogliches Landgericht Gießen. Ploch.
Versteigerungen.
625) Dienstag den 6. Mai, Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Rathhaus die Hofraithe oes Carl Weißgerber, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meistbietend versteigert werden, als: Flur Rr. DÄlftc.
y.46 3 Hofraithe auf der Burg, IN
der Dreihäusergasse, an L. Th. Felsing, giebt 17'/2 kr. ablöste Grundrente.
Gießen den 19. März 1856. Großherzogliches Ortsqericht Gießen.
D. Ebel.
558) In der Klagsache des G. E. Böhm als Curator der I. C. Scipp'schen Eon- eursmasse gegen den Schlossermeister Balthasar Lang und dessen Ehefrau von hier, unbekannt wo abwesend, soll aus Verfügung Großherzoglichen Stadtgerichts Gießen das dem Beklagten gehörende Wohnhaus in ^cr Löwengasse, neben Franz Lampus und I"' lius Hoch gelegen,
Dienstag den 25. März, Nachmittags 2 Uhr, auf dahiesigem Rathhaus öffentlich versteigert werden.
Gießen den 14. März 1856.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. In Auftrag des Vorstehers :
C. Weidig, Ortsgerichtsmann.


