Ausgabe 
22.3.1856
 
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Das am nächsten Mittwoch erscheinende Anzeigeblatt wird nicht Vor­mittags, sondern erst Nachmittags ausgegeben werden. Die Red.

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für bie

Stadt und -en Kreis Gießen.

Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwochs und Samslags. Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 fl. 30 kr., ftir Auswärtige, incl. Postaufschlags, 1 ff. 53 fr. Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Erpedition (Eauzleiberg Lit. B. Nr.. I.) Einrückungsgebühr für hie gespaltene Zeile oder deren Raum 2 kr. Anzeigen aus verschiedenen Schriften die gespaltene Zeile 3 fr. Annoncen in Tabellenform werden doppelt berechnet.

,1». 2<5t. Mittwoch den 22. März 1836.

A m t l i ch e r T h e i l.

Zu Nr. K. G. 2503. , Güßen am 18. Mäy 1856.

Betreffend: Besprechung verschiedener Verwaltungsgegenstände.

Das

Grohhcriogliche K r e i s a m t G i e ft c n

an

die Großherroglichcn Bürgermeistereien.

Wir laden Sie zu einer Versammlung auf Freitag den 28. d. Mts., Vormittags 9'/2 Uhr, zu einer Besprechung verschie­dener Verwaltungsgegenstände aus dahiesigcs Rathhaus ein.

K ü ch I e r.

B e kan n tm a ch u u g.

' Zu einer lancwirthschastlichen Bezirksvereins-Versammlung lade ich die Mitglieder des Vereins, insbesondere auch die Herren Bürgermeister, aus Freitag den 28. d. Mts , Vormittags 11 Uhr,

auf das Rathhaus dahier ein.

Gießen den 18. März 1856.

Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Bezirksvereins für den Kreis Gießen:

K ü ch l e r.

Steckbriefe Großherzoglichen Kreisamts Gießen.

Am 11. d. Mts. ist in Roßdorf, Kreises Hanau, das nachstehend signalisirte unbekannte männliche Individuum aufgeqriffen worden, welches sich taubstumm stellt. Auf Requisition Kurfürstlich Hessischer Polizei-Dircction Hanau werden die Localpolizeibeamten des Kreises, welche irgendwelche Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Verhafteten zu geben vermögen, aufqefordert, solche umgehend anher mitzutheilen. '

Derselbe ist etwa 25 bis 30 Jahre alt; mittlerer Statur; hat schwarzbraune Haare; hohe, schmale, bedeckte Stirne; schwarze Augenbraunen; graublaue Augen; kurze, stumpfe, eingebogene Rase; großen Mund; gesunde, vollzählige Zähne; blonden, rasirten Bart; langes Gesicht und Kinn; blasse, gelbliche Gesichtsfarbe; eine Blatternarbe am rechten Backen vor dem Ohre und eine solche an demselben Backen unten.

Seine Kleidung besteht: 1) aus einer geflickten Jacke von blaugraucm Beiderwand, welche an beiden Vorderärmeln neu geflickt ist; 2) einer sehr defecten Hose von naturfarbenem Tuch; 3) einer befetten Weste von hellgrauem, baumwollenem Zeug- 4) einer defecten gestrickten grauen Unterjacke; 5) einer groblcinenen, grauen, ungebleichten Hose, als Unterhose (wie aus einer Strafanstalt herrührend); 6) einem alten, leinenen Hemde; 7) einem Paar defecter langer, wollener, weiß angcstrickter Strümpfe und 8) einem Paar starker rindslederner Schnürschuhe.

. , Johannes Pfeiffer aus Günterod soll auf Requisition Großherzoglichcn Kreisamts Biedenkopf wegen Bettelns und Land­streicherei verhaftet werden. Im Betretungsfalle ist derselbe an Großherzogliches Landgericht Gladenbach abzuliefern.

Derselbe ist 17 Jahre alt; untersetzter Statur, und hat angeblich blonde Haare; breite Stirne; graue Augen- blonde Augenbraunen; gewöhnlichen Mund und Nase und geht in sehr zerlumpten Kleidern.