Ausgabe 
15.3.1856
 
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für die

Stadt und den Kreis Gießen.

Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwochs und Samstags. Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 st. 30 fr., für Auswärtige, incl. Postaufschlags, 1 st. 53 fr. Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Erpedition (Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1.) Einrückungsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 2 fr. Anzeigen aus verschiedenen Schriften die gespaltene Zeile 3 fr. Annoncen in Tabellenform werden doppelt berechnet.

22.

Samstag den 13. März

A rn t l i ch e r T h e i l.

Steckbrief Großherzoglichm Kreisamts Giefen.

Die nachbenannten, in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar d. I. aus der Strafanstalt zu Kaschau in Ungarn entsprun­genen Sträflinge, welche am 16. Januar d. I.., nachdem sic auf ihrer Flucht zu Sandau angehaltcn und an das Königlich Preußische Landrarhsamt zu Pleß abgeliefert worden waren, aus dem dortigen Gefängnisse entkommen sind, sollen auf Requisition der k. k. österreichischen Regierung im Betretungsfalle verhaftet werden. Die Lokalpolizeibeamten des Kreises werden für diesen Fall ange­wiesen, sie hierher einzuliefern.

1) Adolph Adams aus Pcsth, Lithograph, wegen Nachahmung öffentlicher Creditpapiere zu 20sährigem Kerker verurthcilt, 33 Jahre alt, groß, stark, mit länglichem blassem Gesicht, dunkelbraunen Haaren und Augenbraunen, gewölbter Stirne, grauen Augen, dicker Nase, mangelhaften Zähnen, spitzem Kinn und einem Vollbart; er. spricht deutsch und ungarisch, und trug einen drapfarbigen Obcrrock, weiße Wvllhose und Mütze.

2) Jo se p-h S z a kücs aus Ofen, Zeichnenlehrer, wegen Nachahmung öffentlicher Creditpapiere zu 20jährigem Kerker ver-

urtheilt; er ist 46 Jahre alt, klein, untersetzt, hat ein rundes blasses Gesicht, braune Haare und Augenbraunen, graue

Augen, spitze Nase, gewöhnlichen Mund, gute Zähne, rundes Kinn und einen Vollbart. Er spricht deutsch, ungarisch, lateinisch und walachisch, und trug eine graue Hose und Weste, braunen Rock, Schuhe und einen Hut.

3) Au gu st Gottschalk aus Peckh, ein geborener Mecklenburger, Kaufmann, 37 Jahre alt, mittelgroß, stark gebaut, mit

rundem, blassem Gesicht, lichtblonden Haaren und Augenbraunen, langer Nase, gewöhnlichem Munde, hoher Stirne, blauen Augen, guten Zähnen, rundem Kinn und einem Vollbarte. Er spricht deutsch, und trug eine Zwilchhose, bunte Weste, blauen Oberrock und weißen Hut.

E r n e n n n n g.

Eberhard Wagner von Allendvrf a. d. Lda. ist zum Bürgermeister der Bürgermeisterei Allcndorf a. d. Lda. ernannt und in seinen Dienst eingewiesen worden.

Polizeiliche Bekanntmachung.

G e f u n d e n e Gegenstände.

Ein einklingiges schwarzes Federmesser, ein dunkelbrauner Glacehandschuh, ein feines Balltaschentuch mit gestickten Ecken und Spitzen, zwei zusammengebundene Schlüssel, worunter ein Hohlschlüsselchen, und ein Fünsguldenschein, sind auf Großherzog­lichem Polizei - Büreau dahier abgegeben worden. Ferner ist ein weißer, gelbgetupfter Wachtelhund zugelaufen. Die Eigenthümer haben sich baldig zu melden.

Gießen am 14. März 1856. Der Großherzogliche Polizei-Commissär für die Provinzialhauptstadt Gießen:

L. Nover.

Gerichtliche und privat-Bekanntmachungen.

Edictalladung.

286) Forderungen und Ansprüche aller Art an Georg Schmelz II. zu Großen- luiden, über welchen der Coneursprozssz er­kannt worden ist, sind, bei Vermeidung still­schweigend eintretenden Ausschlusses von der Masse, im Termin

Donnerstag den 24. April d. I., Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen. Bei den weiteren, in diesem Termine über ver­gleichsweise Beseitigung des Coneurses, Be­stellung eines Curators re. gefaßt werdenden Beschlüssen, werden alle nicht mitwirkendcn Gläubiger, sowie diejenigen, welche ihre

Vertreter nicht mit der genügenden Vollmacht versehen, so betrachtet werden, als wären sie Der Mehrheit beigetreten.

Gießen den 8. Februar 1856.

Großherzoglichcs Stadtgericht Gießen.

Muhl, Wörner,

Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.