Fremden«Register vom 4. bis 6. März 1856.
I n den Gasthäusern.
Im Einhorn : Hr. Rastendick, Jnsp. v. t>. Emmershäuser Hütte; Hr. v. Fnnk, Lieuten. ». Dessau; Hr. v. WotferSdorf, GntSbes. a. Schlesien; Hr. Beumger, Cand. v. Hacheubura; Hr. Dietz, Oec. v. Sorge; Hrn. Kfl. Lazarus, Bauer u. Michel v. Gladenbach.Längermann v. Cöln, Rüdiüger v. Ludwigshafen, Herz v. Stuttgart, Hiesmann v. Mainz, Kozenstein ». Höringshausen, Meyer v. Steinsurt, Steinhaus v. Fürth, Heinzelmaun v. Stuttgart u. Brückmann ». Mainz.
Im Prinz Carl: Hr. Dreymann, Orgelbaumstr. v. Mainz; Hr. Bergt, Verw. r>. Salzhausen, Hrn. Oec. Bernhard v. Friedberg, Schüler ». Usingen, Weil v. Höchst, Reuter v. Klosterthron, Wagner v. Wehrheini u. Damm v. Koldern; Hrn. Handelst. Hösbach ». Cassel, Setigmanu v. Homburg, Stern v. Kirchhain, Bauer d. Gladenbach, May v. Großkarben, Rosenthal v Nauheim, Fröhlich ». Fauerbach u. Lippmann v. Usingen; Hr. Schäfer, Metzgernistr. ». Usingen; Hrn. Kfl. Rosenberg v. Eschbach, Rosenberg v. Usingen, Strauß ». Großkarben, Ehrmann v. Hattersheim, Kahn ». Ranstadt, Schönfeld v. Vilbel u. Katz v. Wehrheim.
Im Rappen : Hr. Mumm, Lieuten. v. Cassel; Hr.sMeyer, Rectorats- verw. ». Kirtorf; Hr. v, Schmerfeld, Oberfinanzr. u. Hr.'Thomas, Finanzr. v. Cassel; Hrn. Ingen. Eyffen v. Frankfurt u. Smith v Loudon; Hr. Thu- dichum, Acccssist v, Büdingen; Hr. Dr. Eniden v. Berlin; Hrn. Kfl. Hoppe ». Bremen, Sternberg v. Alsfeld, Weisgerber u. Derweg v. Dortmund, Oppenheimer v. Cöln, Höchster ». Frankfurt, Conrat ». Amsterdam, Man» v. Augsburg, Waarth u. Lovth v. Rastatt, Blomberg v. Bremen, Metz v. Amsterdam, Göring v. Wien u. Ballbach ». Frankfurt.
Im Adler : Hrn. Kfl. Kahn p. Wallau, Schneider n. Brdr. u. Kranz v. Maffenheim u. Strapß n. Brdr. v. Gräfenwiesdach.
Das Brennmaterial und die Tarife der Main- Weser-Eisenbahn.
Es ist eine bekannte Sache, dasz wohlfeiler Brand ein ebenso wirksames Mittel zur Linderung der Roth ist, wie wohlfeile Lebensmittel. Während nun die Preise für Letztere bei uns fallen, steigen die Holzpreise zu einer ungeahnten Höhe, so daß namentlich Gießen und die Umgegend, wo zumeist Holz das Brennmaterial bildet, bitter darunter zu leiden hat. In andern Städten, die den Wasserstraßen näher liegen, gibt nämlich das Holz den Ausschlag nicht mehr, es ist Nebensache geworden, an seine Stelle sind die Steinkohlen getreten. Selbst in Darmstadt bilden die Steinkohlen das hauptsächlichste Brennmaterial, sie werden mit der Eisenbahn dorthin geführt. — Auch Gießen liegt ja an der Eisenbahn, und dennoch haben wir keine Steinkohlen, ein Umstand, durch welchen unsere Stadt jährlich einen Schaden von etwa 45000 Gulden leidet, wenn man erwägt, daß wir den Gentner Steinkohlen recht wohl für 45 Kreuzer haben könnten. — Nehmen wir nämlich an, daß Gießen etwa 15000 Stecken Buchenscheidholz im Jahr nöthig hat, daß der Stecken mindestens auf 7 Gulden 42 Kreuzer zu stehen kommt, bis man ihn verbrennen kann, erwägt man ferner, daß 620 Pfund Steinkohlen eben so viel Heizkrast besitzen als ein' Stecken Holz, daß aber diese 620 Psunv Steinkohlen nur zu 4 Gulden 42 Kreuzer bezogen werden könnten, so ergibt sich für jeden Stecken Holz eine Mehrausgabe von mindestens 3 Gulden, also bei 15000 Stecken eine solche von 45000 Gulden.
Wie kann nun dieser Schaden beseitigt werden oder wie kommt es überhaupt, daß man den so bedeutend billigeren Brand hier nicht hat?
Die Frage ist rasch dahin zu beantworten: die Steinkohlen werden für uns durch den Transport zu theuer und zwar nur deßhalb, weil die Frachttarife auf der Main-Weser- Eisenbahn für Rohstoffe zu hoch gestellt sind. In Gotha, das von den ^Kohlenlagern so weit entfernt ist, als Gießen, brennt man Steinkohlen und dort kostet der Gentner 13 Sgr.; denn die Frachttarife auf der Thüringer Eisenbahn sind um die Hälfte niedriger, als die der Main-Weser-Bahn. Daraus folgt, daß wir eben so gut, als die Gothaer Steinkohlen zu 45 Kreuzer brennen könnten, wenn unsere Tarife niedriger stünden. Denn unsere Steinkohlen würden wir dann direet von den Lagern über Gaffel beziehen.
Im Darmstädter Haus : Hrn. Fuhrt. Rausch ». Großeneichen, Drull- mann ». Wetzlar, Thome v. Hemmelshausen, Schutz v. Hungen n. Sleuer- nuget »'. Nievercchmen; Hrn. Geschäfts!. Erlenbach v. Cpblenz, Gannerbaum ». Rendel, Katz ». Münzenberg, Müller, Hagel u. Hammer v. Bettenhorn, Engel u. Henzel v. Ebersgöns, Platen v. Lengsfeld, Benner v. Eschborn u. Wenzel v Alsfeld.
Im deutschen Hof: Hrn. Geschäfts!. Dannewitz u. Müller v. Buckenheini, Klipstein v. Grußenbnseck, Heeg v Ruppersburg, Saalstadt v. Braunfels u. Weitz, Schlörb u. Meyer v. Schotten.
Im Stern : Hrn. Geschäfts!. Müller u. Achenbach v. Schinalkalden, Harbecke ». Hesborn, Metzger ». Münzenberg, Katz v. JeSberg, Roth », Niederohmen, Stein v. Griedel u. Löwenstern v. Ostheini.
In der Sonne: Hr Kratz, Fuhrm. v. Ruppertenrod; Hrn. Musiker Bursche! v. Fulda u. Reith ». ObergeiS; Hrn. Geschäfts!. Ekler v. Sichenhausen, Hofmann u. Hinkel ». Allertshausen, Mohr v. Niederohmcn u. Heuser ». Gladenbach.
In der Rose : Hr. Heber, Schornsteinfeger v. Ziegenhain; Hr. Stamm, HandelSm. ». Gladenbach; Hr. Hopp, Soldat ». Kesselbach; Hrn. Geschäfts!. Baad v. Seukershausen, Heizer u. Schmidt v. Eichelsachsen, Müller ». Achenbach, Schmidt v. Damshauseri, EtmS v. Kappel', Hinterlaug v. Hattenrod, Fischer v. Burkhards, Beiß v. Steinpeif, Neurath v. Weibenhausen, Wurm ».Vilbel, Grieb ».Gladenbach, Rausch v. Grußeueichen, Weitz v. Schotten, Bender v. Güntherode, Rühl v. Freienseen u. Simon v. Gladenbach.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Gg. Schmidt : Frl. Schäfer v. Butzbach. — Bei Wittwe Nehmeyer : Hr. Nehnreyer, Kfm. v. New-Dork.^ — Bei Fr. Hoger.-Rath v. Grolman ; Hr. v. Grvlman, Obers, v. Eudorf. — Bei Hrn. Stud. Möllinger: Hr. Herring, Stud. v. Heidelberg.
Wo Steinkohlen sind, da blüht die Industrie, da gibt es Arbeit und folgeweise steigt der Wohlstand. Auch hier ist nach Erkundigungen, die wir eingezogen, schon manches schöne Projekt an dem Mangel der Steinkohlen und folgeweise an dem hohen Preise der Fracht gescheitert, die Eisenbahn entspricht also für uns wenigstens in dieser einen Beziehung ihrem Zwecke nicht, ihre Tarife lassen uns hinter andern Gegenden, wo man durch jede mögliche Verkehrserleichterung industrielle Unternehmungen fördert, zurückstehen, so daß der Schaden für Stadt und Land, den die hohen Frachttarife gerade uns bringen, ein unschätzbarer und unersetzlicher wird.
Im Allgemeinen ist überhaupt nicht einzusehen, weßhalb der Gentner Steinkohlen, der im offenen Wagen transportirt wird, gerade so viel Fracht kostet, als ein Gentner Seivewaaren, mit einem Wort, weßhalb man nicht die Tarife nach den Qualitäten der Frachtgüter modullirt. Geschähe dies;, würde überhaupt der Taris auf das richtige Maß herabgesetzt, so würden ohne Zweifel nicht nur Steinkohlen, sondern auch noch andere Güter in größerer Menge als bisher mit der Main-Weser-Eisenbahn befördert werdens die Einnahme müßte dadurch nothwendig steigen und wir würden nicht mehr schmerzlich darüber seufzen, daß wir jährlich noch 1 y4 Proeent weniger Einnahme haben, als diese Eisenstraße dem Lande einbringen könnte. Bei einer Gesellschaft von Industriellen ist der Gedanke aufgestiegen, sie wollte die Eisenbahn gegen Erlegung von 5 Proeent des Eapitals pachten und doch durch Herabsetzung des Tarifs noch ein gutes Geschäft machen.
Wie sehr die Tarifermäßigung unfern schon bestehenden Fabriken, Eisenhütten, Oeeonomen und jedem Geschäftsmann zu gut kommen würde, das bedarf wohl keiner Ausführung. Es genügt uns, die große Frage, die eine mächtige Tragweite hat, einmal angeregt zu haben, damit das Für und das Wider gleich gewissenhaft geprüft und eine dem Interesse des Einzelnen wie des großen Ganzen gleich angemessene Entscheidung ungebahnt werde. Wohl mögen gewichtige Gründe gegen unsere Ansicht schon an eompetenter Stelle vorgebracht worden sein; allein wir haben noch keinen Geschäftsmann gesprochen, der sich uns nicht freudig angeschlossen hätte. Auch halten wir das Gerücht für eine baare Erfindung, wonach ein hochgestellter Bahnbeamter geäußert haben soll: je weniger die Eisenbahn zu befördern habe, desto lieber fei es der Verwaltung. — Die ja dann weniger Arbeit habe.
Gießen, im März 1856.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei.


