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Truck unv Verlag der G. D. Brühl'schm Puch, unv Smndruckerei.
August Herbst ist in Konstantinopel ergriffen worden. Er war be- kanntlich mit der Ehefrau unv den Kindern eines Schneirers, dessen Effekten er an sich genommen, heimlich fortgegangcn, und hat außerdem den dringenden Verdacht eines gegen den in Rede stehenden Schneider verübten Betruges, so wie der Urkundenfälschung nach sich gezogen. Da er jedoch diese Frau und ihre Kinder ohne ihr Wissen schon in Wien verließ, wußten diese nichts Besseres zu thun, als zurückzukehren. Die Ehefrau fand jedoch bei dem erzürnten Gatten keine Aufnahme. Die preußische Gesandtschaft in Konstantinopel war von der Ankunft des Herbst daselbst unterrichtet, ließ ihn verhaften uns zu Schiffe über Amsterdam nach Magdeburg zurückschicken.
__ Hs cursiren falsche Guldenstücke bayerischen Gepräges nut d-r Jahreszahl 1841. Dieselben sind von Zinn und am schlechten Gepräge und Klange erkennbar.
— In Freiburg i. B. ist jetzt die Statue Berthold Schwarz, des Pulvererfinders, fertig aufgestellt.
__ In London wurden zwei Engländer von fünf russischen Matrosen ermordet. Letztere gehörten zu einem, wegen Ausbesserung im Hafen liegenden ruff. Schiffe, und die Leute der unteren Klasse« ließen die Russen manche Spottreden verschlucken, die jene wieder nicht verdauen konnten und da gab eS endlich Mord und Tovt- schlag. Die fünf ruff. Matrosen sind cingezogen.
__ In Manchester null man endlich die Arbeiterstreitigkeitcn ordnen. Ein Arbeiterparlament soll einberufen werour und die Sache in’S Reine bringen.
__ Bald werden wir hören, daß der Dampf auch mi^ B.ertuos ijt Aus London wird gemeldet, Herr E. Prudcl aus Paris habe in En land binnen dreißig Tagen auch dreißig Kö derte ge- gegeben, 35 Städte besucht und dabei sechs Erard'sche Flügel gebraucht — wahrscheinlich auch verbraucht. Ja, dieser Mann hat auf dieser Parforce-Fingertour sogar in 24 Stuirden drei Koncerie gegeben: in Brighton, Chichester und auf der Insel Wight.
' Nach osficiellen An oben ist seit dem Jahr 1849 in England nicht weniger als 1 Mil. Pfv. Sterl, auf die Ausrüstungen von Crpeditiont» nach dem Nordpol verwendet worden.
__ Mehrere Auswanderer - Familien aus dem Posen'schen, die sich auf ver an der irischen Küste gescheiterten „Queen von der West" befanden, beim Schiffbruch wohl das Leben, aber auch fonji nichts mehr davon trugen, haben an diesem gleich bei Beginn ihrer Meersahrt zugestoßenen Unglück so übrig genug gehabt, daß ne eiligst wieder in ihre alte Heimath zurückeilten. Sie kamen kürzlich durch Berlin.
__ Die letzten aus Kaiisch eingegangenen Nachrichten melden, daß nunmehr das gejammte im Königreiche Polen stehende russische Militär Befehl zum Aufbruch erhalten habe und größtentheils schon auf dem Marsche sei, sich der Südarmee anzuschließen.
— Reisende erzählen, daß Kalafat durch die Besetzung von Seite der Türken sehr gelitten habe. Beinahe jedes Haus wurde in eine Caserne verwandelt. Was nicht freiwillig gegeben wurde, haben die Asiaten genommen. Die Beschädigung von österr. Eigenlhum ist bei Todesstrafe verboten unv die bedeutenden dort befindlichen Ge- treidelager haben nicht den geringsten Schaden genommen. Bei den größeren Magazinen wurden sogar türkische Wachposten ausgestellt.
__ Einem Gerüchte zufolge soll bei Kalarasch neuerdings ein Zusammenstoß stattgefunden haben, worüber jedoch bis jetzt noch
i keine bestimmte Nachricht eingctroffen ist.
| _ Nach telegr. Berichte auS Czernowitz vom 26. v. Ms. ist
! p«s russische 3. Armeekorps Osten-Sacken in formten Marschen
: i „ach den Donaufurstenthümern begriffen. In Bessarabien sind a 6 • i Anstalten zu dessen Verpflegung bereits getroffen. —„
— Gießen. Wenn in neuerer Zeit nicht selten in vielen Gegenden unv Himmelsstrichen die verschiedenartigsten Liebesabentheuer zur Oeffenilichkeit gelangt sind, so entbehrten wir hier bisher doch die Gelegenheit, ein solches aus hiesiger Gegend berichten zu können. Wie es aber scheinen wolle, so will uns bedünken, als wollten sich derartige Abentheuer, durch die höhere Atmosphäre wie eine Epidemie, auch in hiesige Gegend verpflanzen und weiter verbreiten. Es bat nämlich vor ein Paar Tagen ein hiesiges Frauenzimmer durch einen anonymen Brief zu einem „Stellvicheiir" an der Wieseck- br liefe vabier einen hier wohnenvei, Herrn, welchen sie näher kennen zu lernen wünschte, auf Abends 9 Uhr eingeladen. Der Herr, welcher sich jedoch gemüßigt fand, Freunden Mittheilung davon zu machen unv solche über die Annahme unv Ausführung zu Raihe zu ziehen, befürworteten dieselben die Annahme und sagten, daß er sich zur bestimmten Stunde an der bezeichneten Lielle eiiifhitei* und die Liebende empfangen möge; — sie dagegen aber wollten sich, im Falle eine versteckte gefährliche List gegen ihn, — seiner Einladung zu Grunde liege, gemeinsamlich, ganz in der Nähe der stelle, im Versteck der an der Chausseeböschung befindliche» Fichten pünktlich ber.ithalten, so, daß er in einem denkbaren Falle keine Gefahr laufen könne Nachdem olle diese besprochenen Vorkehrungen getroffen waren, so säumte der Eingeladene nicht unv erschien zu der bestimmten Stunve unv Steile. Dort angelangt, erscheint eine verschleierte, fein schwarz gekleidete Dame und redet ihn folgend.rmaßen an : „Wie ich sehe, so haben Sie meinen Brief erhalten und pch wob'l mit d m Inhalt desselben bekannt gemacht? Dürfte ich Sie wohl bitten und wäre es Ihnen wohl nicht unangenehm, nut nur ein kleines Gängelchen der Chaussee hinauf zu machen?" Der Em- geladene antwortete: „o ja, wie Sie wollen." Hierauf nahmen sich Herr nito' Dame am Arm- und gingen so der Chaussee entlang bis zum Zörb'schen Hause, lenkten dort ab nach dem Friedhöfe; hier angekommen, gingen beide an den vielen Gräbern auf und ab, bis die Dame endlich bemerkt, daß das Grab, wo sie oeben Vorständen, das Grab ihrer Schwester sei, er (der Herr wolle ihr daher hierbei schwören : daß er sie nie und mmmermehr verlassen wolle. Hierauf ließ die Dame den Schleier fallen und gab zu erinnern Der Herr dagegen entschuldigte sich unv gab ihr zu erkennen, daß er darüber mit sich zu Raihe gehen, ihr deßhalb seine Zuneigung wohl nicht versagen und ihr alsdann das Resultat seines EnischluffeS mittheilen wolle. So trennten sie sich bet emem fortgesetzten Zwiegespräch auf dein Heimwege. Hat wohl die ~»me liefe Art der Rendez -Vous aus Romanen gelernt -
— Die Leiche eines vor etwa einem halben Jahr in Niedermelse» lKurheffen) verstorbenen Knechtes wurde dieser Tage wieder ausge- araben, da man eine Vergiftung vermüthet, die mit einewBrand- stifiung znsammeiihängen soll. Der Knecht soll durch den eaod zum Schweigen gebracht worden sein. .... .... .
— In Hanau wurden erstmals wieder Stockprugel applicirt und zwar einer Strohmerin 15 Stück. ;
__ In Berlin ist der schöne, geräumige Renz sch- Kunsireiter- Circns gänzlich nievergebrannt, zum Glück Morgens um 11 Uhr, wo Niemand sich darin befand. Von den 60 - 70 Pferden sind
nur zwei verunglückt.
— In Cöln Hal sich bereits ein Comitv gebildet, welches die Herstellung der mehrfach besprochenen rechts-rheinischen Eisenbahnver- binduni mit der nieder- und oberrheinischen nachvrüälich betrüben n-iU Rechisseilig soll von Deutz über Dillenburg und Wetzlar nach Gießen durch die Cöln-MindeNer Gesellschaft gebaut werden, linksseitig aber von Bonn über Coblenz »ach Bingen.
— Der Arm der Gerecht! cheit ist lang. Der Magdeb. tzorresp. enthielt im April einen Steckbrief, dessen Erledigung jetzt berichtet wirv; der am 16. April d. I. von dort entwichene Golvarbeiter
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