Gerichtssiegel gelegt.
Druck u»b Verlag der Ä. D. Brühl'jchen Buch- uud Steiudruckerei.
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Todesfälle vorgekommen, und dennoch soll der Gesundheitszustand dieser Plantage noch besser, als der auf den übrigen sein! $on Interesse ist ein Gericht, welchen ein anderer „der fünf großen Gnmtss bescher," der Marques de Valenca, veröffentlicht, weil man daraui entnehmen kann, wie wenig Hoffnung Die Plantagen-Arbeiier haben,i auö ihrem Schuldverhaltnisse herauszukomnien und ihre Freiheit wieder zu gewinnen. Die Deutschen Arbeiter dieses Pflanzers halten int ersten Jahre 4000 Mil Reis (— circa 2666% Thlr.) verdient Der ihnen vorschußweise gewahrte Lebensunterhalt betrug aber 20 bis 30 Mil R. monatlich, also 240 bis 360 Mil Reis (160 bis 200 Thlr.) jährlich für jede Familie. Rechnet nun nun die Familie zu fünf Personen, so har dieselbe 117 Mil R. (—circa 78 Thlr ) im Jahre verdient, dagegen ihre Schuld, nach 'Abrechnung dieses Verdienstes, um 6 2 bis 102 Thlr. vergrößert. Diese Schuld besteht rheils in dem Uebersahrisgclde (pro Familie ungefähr 300 Thlr.,) theils in den Vorschüssen für Kleid»»', Schuhwerk,' Instrumente, Medicin u. s. w., welche in dem obigen Vorschüsse für Lebensunterhalt nicht mit einbegriffen sind.
Durch den officiellen Bericht des Präsidenten, der Provinz EK rito Santo und einen zuverläsfigen Privat-Berichl hat der CentrL Verein nähere Kunde über die in dieser Brasilianischen Provinz gelegene Deutsche Eolonie Sta. Jza bel erhalten. Dieselbe ist von 176 Deutschen bewohnt, die im Jahre 1847 durch die berüchtigte del Rue'sche Erpedition mit hierher gekommen sind. Den Cvlmi- sten wird erst jetzt ihr Land zugeinessn! Der Direclor derEolonie und Schiedsrichter ist ein'Brasilianischer Clemcniarlehrer, über tun geklagt wird. Eine Verbindung der Eolonie besteht nur mit der 4% Leguas entfernten Provinzial-Hauptstadt durch einen Reitweg. Im Ganzen hat die Eolonie sehr geringe Fortschritte gemacht.
(Fortsetzung folgt.)
Nachrichten
aus dem Gebiete der Staats- und Bolkswirthschast, mitgetheilr von Otts Hribner.
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(Fortsetzung.)
Berlin, den 24. August. Dem Cemral-Verein ist es gelungen, die Wirkfamkett der B rasil ia n ische n Werbe-Agenten, welche die Deutschen Auswanderer nach den Plantagen der Brasilianischen Pflanzer oder nach der entlegenen Eolonie Santa-Cruz zu verlocken gesucht haben, aus ein Minimum zu revuciren. Die in fast alle Deutschen Blätter ganz oder auszugsweise übergehenden Berichte der öffentlichen Sitzungen des Central-Vereins und die darin offen gelegten Thalsachen, ;o wie die auf Grund der letzteren von fast allen Deutschen Regierungen erlassenen Instructionen und Warnungen haben dies erfreuliche Reiultar veranlaßt. Hier und da tauchen zwar neue Versuche aus. So Hal ein französischer Speculant, Namens Beaucourt aus Paris, mit dem Brasilianischen Hause Francisco Jose Fialho zu Rio de Janeiro einen Vertrag abgeschlossen, wonach er für dieses Haus Deutsche und Schweizer Arbeiter zum Weiter-Ver- handeln an die Plantagen-Besitzer liefern will. Er versichert sogar in einer Annonce, daß er bereits in Deutschland umhergereist sei und Verbindungen angeknüpft habe. Möglich, daß er auch in Deutschland Helfershelfer gefundenindeß haben dieselben bis jetzt doch noch nicht gewagt, öffentlich hervorzutrelen. Ein anderer Werbe- Agent, der sich Schlesien zum Felde seiner Thätigkeit erkoren, ist sofort arrelirk worden. Der Ceniral-Verein wird nunmehr abwarten, ob neue Attentate ans die persönliche und moralische Freiheit seiner Deutlichen Landsleute werden versucht werden, und nicht ermangeln, event. mit derselben Energie wie bisher denselben entgegen zu treten.
Dabei muß wiederholt darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Central-Verein auf die freie Ansiedlung in Der Eolonie San Leopoloo und auf die Engagements für die beiden, unter Deutscher Verwaltung stehenden Colonien Dona Francisca und Blumeiiau seine Warnung nicht ausdehnt, so lange dort die Verhältnisse so befriedi.end wie bisher bleiben.
Dem Central-Vereine liegen sowohl Briefe als glaubhafte Be-
— Ein Ertrablatt des „Dresdner Journals" meldet, der Kaiser von Rußland'habe die bekannten türkischen Modificalionen unbedingt abgelehnt. Doch enthält der Bericht in der „A. A. Z." den Zusatz, daß ein neues russisches Memorandum erscheinen solle.
— In der Schweiz erregen Schaaren kleiner schwarzer Würmchen auf den Rübenäckern große Besorgnisse. Also zu den Kartoffel-, Trauben-, Bohnen-, und wie die anbern Krankheiten alle heißen mögen, am Ende auch noch eine Rübenkrankheit? !
— Der bekanntlich vor einiger Zeit wegen großartiger Betrügerei ausgekniffene Hofbanquier L. Heine aus Bückeburg ist in Sydney vor Hringer und Elenv gestorben.
— Am St. Eugenientage (16. d.) sollen auf Bitten der Kaiserin zahlreiche Begnadigungen, worunter mehrere rochen Preßvergehen, in Frankreich verkündet werden.
— Man berechnet die Kosten .der Rüstungen der Pforte auf 120 Mill. Piaster, und bis zum Ausgang der Affaite, selbst dem friedlichen, auf 200 Mill.
— Die seit der Revolution verschwunden gewesene ungarische Königskrone ist jammt den Insignien dieser Taue bei Orsowa vergraben aufgefunden worden. Sie ist auf dem Weg nach Wien.
— Der Dampfer Georgia ist mit 1,550,000 Dollars in Gold- ffaub von Aspinwall in New-Dork eingetroffen.
Kliscellen.
— Ein nachahtnenswerihes Verbot ist in Freiburg i. d. Schweiz erlassen worden; daß nemlicb Kinder unter 16 Jahren nicht Talck rauchen sollen. Ebenso sollen die Eltern den Kindern keine Femv zeuge überlassen.
richte vor, nach Denen die Lage der nach den Plantagen der Br», lianischen Pflanzer verlockten Deutschen keinesweges befriedige« ist. Die auf der Plantage Martin de Sa befindlichen schildern ihn Lage als verzweiflungsvoll, klagen bitter, daß ihnen nichts von dem was ihnen versprochen, gehalten werde, und sie auch bei Gericht' nicht Recht bekommen könnten und versichern, daß sie in der Hfi-z Math Alle ihr Brod gehabt hätten und nur durch „große Vorspiegelung in öffentlichen Blättern" durch die bekannten Werbe-Agenlen Fröbel und Valentin (welche bekanntlich auch die mit der „America" ' nach Brasilien gesandten und in Rio de Janeiro auf öffentlich« Markte ausgebotenen Auswanderer angeworben haben!) zu ihr« jetzt bitter bereuten Schritte verlockt worren seien. Auf einer ancern Plantage, Der des Visconde de Baependi, sind nach dem eigenen Berichte dieses Pflanzers unter seinen 178 Deutschen Plant,igen-Ar- beitern in Den ersten sieben Monaten 193 Krankhelts- und |Q
— Dieser Tage wurde im Schlosse Weichs bei Regensburg o(i Wegnahme einer Kellerinauer eine rostige eiserne Thüre und 6« Oeffnung derselben ein bis Dato unbekannter Keller aufgefunDen. Der Keller enthielt einige Fässer Wein, Der, wie nach Dem angelegten Weinstein zu schließen ist, ein sehr hohes Alter hat. 6in|"in>(ito ,
und bis zur Ermittelung Des Cigcntbuiusrechtcs ist der Fund untiIT.. 0 . et »c


