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„Die Trennung," fügte Eusebia hinzu, „auf kurze Augenblicke, läßt mich die Wonne der Heimkehr in erneuter Seligkeit empfinden." Manche Worte, fremd dem eigentlichen Gefühle und nur dein lauernden Verstände entsprossen, flogen noch herüber und hinüber, bis endlich Marnstein, den anscheinend herzlichen Bitten Eusebieiis die — ungern verzögerte — Gewährung verlieh und auf bestieae- nem Rosse das Schloß verließ.
(Fortsetzung folgt).
Was giebt es Neues?
In der Nacht vom 1. auf den 2. Christtag haben etliche junge Leute auf dem Wege vom Neuwegerthor bis zum Wallthor mehrere Gartenthüren und anderes fremde Eigenthum zerstört und die Trümmer in den Vach geworfen. Als nach vollbrachter That einer von den Thätern kaum geäußert hatte: „es ist doch gut, daß wir nicht abgefaßt worden sind!" traten zwei Polizeiofficianten hinter ihrem Versteck, von wo sie die Heldenthaten der jungen Herren mitansahen, hervor. Einer von den Thätern, ein Stud. jur., irurbe sofort in's Bezirkögefängniß gesteckt. — Auf eine unwür- vigere Weise läßt sich der erste Christtag schwerlich feiern! — In derselben Nacht haben zwei andere Herren (B, und W.) einen
„Er will mich sprechen, muß mich dringend sprechen. Wie kommt er hier in meine Nähe und was hat sich ereignet?" so flüsterte sie leise für sich hin und ihr Antlitz wurde bleich.
„Wie meinen Sie?" fragte Marnstein aus seinen Träumen aufgescheucht und trat befremdet näher.
Die Angeredete erbebte. Furcht und Vesorgniß hielten sie in qualvoller Spannung. — Aber auch sie wußte in dem jetzigen Momente sich zu beherrschen; unfähig jedoch, den peinlichen Zustand auf die Dauer zu ertragen, sann sie auf einen Ausweg.
Nicht lange, so lächelte sie freundlich dem betretenen Barone entgegen. Der Ausweg war gefunden. Zwar schien er gefährlich; aber Noth kennt kein Gebot.
„Ich habe heute Morgen Sie von dem Spazierritte abgehalten," begann sie mit schmeichlerischer Rede, „und nahm recht gern dies Opfer Ihrer Zärtlichkeit. Doch wollen Sie noch weitere Beweise Ihrer Neigung mir geben, so gewähren Sie meine Bitte
andere und leicht wird sie zur starken Schlinge, welche die Hand uns bindet.
Marnstein fühlte das Peinliche seiner Lage und in ihm lebte die Ueberzeugung, daß es so nicht bleiben könnte. Die Frage: Wie und Wann er dem Zauberbanne zu entweichen vermöge? durchzuckte alle Nerven seines Gehirnes; der Argus aber hielt das Netz geschlossen.
und nützen Sie den schönen Abend, das Versäumte nachzuholen." „So gütig?" entgegnete der Baron in mildklingendem Tone, und schöne Hoffnungssterne erleuchteten ihm mit sanftem Lichte die tri:5 umflorte Seele.
So nahte der Abend heran und leichte blaue Nebel begannen schon durch die Thäler zu streichen, als an dem Schloßthore eine mantelverhüllte Figur sichtbar ward und nach den Fenstern spähte.
Eusebien, die allein an einem derselben lehnte, schien die Gestalt nicht fremd und wie sie mit angestrengterem Auge schaut, gibt die Figur ein ihr, aber auch nur ihr allein, Zeichen.
Auch in dem Keiteusturm die Fiebe.
Novelle aus dem Frühjahre 1848.
(Fortsetzung.)
Gänzlich erfüllt von einem beseligenden Gedanken, der die geheimsten Fasern seines Innern mit wonnevollem Beben durchzitterte, trat ihm die Angekommene wie ein frostiges Schauerbild in den buntgelLmückten Rahmen seiner glühenden Phaniasieen. Wer vermag seinen Seelenzustand zu schildern?
Wie mit dämonischer Gewalt an die Stelle, die sein Fuß betrat, geschmiedet, stand er da und starrte der plötzlich von neidi- '*et* ftu|tcvn Mächten heraufbeschwornen Erscheinung mit glanzlosem Z^cke >u das feuersprühende Auge.
, ,?ra"9 au8 bcm Wagen und flog auf den wie be-
wuptlos Dastehenden hinzu, indem sie ihn mit lebhafter Zärtlichkeit an der Hand faßte.
„Sie haben mich wohl nicht vermulhet? — Allein die Sehn- liehen"" In'^ Eschuldigen, die ihre ungestümen Flügel mir ge-
Marnstein wollte etwas erwiedern, der Mann indessen, wel- cher kühn und frei vor Taufenden gesprochen, sand hier die rechten -luorte nicht und unklar und verwirrt war feine Rede.
Endlich ermannte er sich und — Eusebia war die erklärte -maut und die davon unterrichtete Dienerschaft hatte sich voll Ehr- etbietung an vem Portale der Treppe versammelt — führte die ^"ell erzwungenem freundlichen Antlitze hinauf in die oberen Zimmer. y 1
burchrauschte mit flüchtigem Fuße die lange Reihe der G nacher, dann öffnete sie im großen Saale die geschnörkelten Glavthnren und trat hinaus auf den Söller.
„Welch freundlicher Märztag! — Wie dort der Buchwald chon grüne Spitzen treibt und der muntere klare Bach durch den fuichen Sammt der Wiesen gleitet! — Fürwahr Sie thaten Recht, tem ^Wülste auf Augenblicke zu entfliehen, dem !er6Mngt bic ^"steren Regungen gern
«ollst Marnstein antwortete fo gewandt und so glatt, als der, ihm M ^unen zu Gebot stehende, Unierhandlungston der gebildeten ^ell es gestatten wollte. Die Worte hatten Sinn und Verstand aber.es fehlte ihnen Eins: belebende Wärme — das Herz.
.toat Äe,uurin genug, zu bemerken, daß hier sich > s ereignet hatte; allein sie besaß auch hinlängliche Feinheit und ughklt, nm ihre Wahrnehmung zu verbergen. Die Reise des lautigams nach dem Marnstein war ihr unerwünscht, doch konnte " dieselbe nicht verhindern, ohne ihr Spiel zu verrathen. Aber losgen konnte sie und Überwachen, dies waren Resultate ihrer eißen Neigung, wobei der Argwohn keinen Antheil hatte. So achte ne wenigstens und |o hielt sie ihre Schritte für geeignet und gerechtserttgt.
Der Nachmittag flog auf diese Weise herum und Eusebia blieb dem Barone zur Seite. Ohne daß dieser es bemerkte, war er mit ^" 'eher, argwöhnischer Sorgfalt gehütet; denn der gefährliche annberg war nicht fern und von dem alten Söller konnte man w>e sich die Sonne nach dem Westen senkte, dort über dem Fich. nftfnun auf den goldig schillernden Wolken die dunkel begrenzten "mit! e der gefährlichen Nachbarschaft recht wohl bemerken
meitCÜ jc6o(6 oft ein früher getaner, nicht ?l ^dachter, Zug. Um eine Faser Wolle schlingt sich gern die


