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— Dir Direktion der Friedrich-Wilhelms-Nordbabn schreibt auf den 29. d. M,, Dorm. 9 Uhr, in dein Hanau'schen Saal in Kassel eine General-Versammlung der Aktionäre aus.
— In der Nacht vom 9. auf den 10. d. M. wurde auf der Eisenbahn zwischen Gunzenhausen und Nördlingen einem Locomotiv- führer von der Maschine der Fuß weggeriffe».
— Das Marschfertigmachen deS Mannheimer Militärs in voriger Woche hatte darin seinen Grund, daß die Behörden in Heidelberg Demonstrationen der Studenten befürchteten, welch' letztere auf ven neuen Amtmann, wegen Verbots der „attischen Nächte" (lärmenden Uebersitz) nicht gut zu sprechen sind.
— General Niellon soll nunmehr auch von der preuß. Regierung die Erlaubniß zum Bau einer Eisenbahn von Deuz über den Westerwald nach Wiesbaden erhalten haben.
— Kaiser Ferdinand von Oesterreich schenkte dem Prager Kunstverein die große Summe von 10,000 fl. C. - M. Eine gleiche Summe erhielt dieser Verein von dem ständigen Landesausschuß.
— Auch Würtemberg hat das neue französische Kaiserthum anerkannt.
— Man spricht von der Verbindung des Kaisers Napoleon mit einer spanischen Prinzessin. Die Prinzessin von Wasa wird wahrscheinlich den sächsischen Thronfolger heirathen.
— An den Mauern der Unterpräfectur von Pontoise sind in einer der letzten Nächte aufrührerische Placate angeschlagen worven; sie enthalten Schmähungen und Todesdrohungen gegen den Kaiser und die Behörden der Stadt; sic schließen mit den Worten : „Es lebe Heinrich V., der alleinige wahrhafte Souverain!"
— Der Senat soll die vom General Maguan beantragte Erhöhung der Civilliste von 25 auf 30 Millionen zurückgewiesen haben. 25 Millionen bezog auch Napoleon I.
— Dieser Tage begegnete eS einer armen alten Frau in Paris, als sie Sr. Maj. eine Bittschrift überreichen wollte, von dem Pferde des Kaisers umgeworfen zu werden. Letzterer ritt nicht eher weiter, bis er überzeugt war, daß der Unfall keine Folgen habe. Fortan find Petitionen nur den Portiers zu übergeben; welche sie dem Se- cretariat vorlegen.
— Jeder Tag sieht in Paris eine neue Aktiengesellschaft auftauchen ; so ist jetzt eine Gesellschaft zusammengetreten, die unter gewissen Bedingungen den Canal von Aisne nach der Marne vollenden, die Marne selbst von Vitry nach Joinville canalisiren und den Steinkohlencanal fertig machen will.
— Der Professor der Chemie, Balling, in Prag, hat die Erfindung gemacht, Bier so wie Suppe aus Bouillontafeln zu erzeugen, d. h. aus gepreßtem Hopfen und Malz schnell zu brauen.
— Die „Presse" schreibt : In der jüngsten Zeit sind in Olmütz gar seltene Gäste aufgetaucht. Es haben sich auf dem Markte Zwanziger sehen lassen. Sie wurden sogar ohne Agio weggegeben und als Boten deS Auferstehungsfestes aller andern eingesargten Zwanziger voll Freude in Empfang genommen.
— Während eS in Savoyen frühlingsmilde ist, liegt in den Straßen Turins hoher Schnee und die Posten über die Alpen sind auSgeblieben.
— Der Ausbruch des Aetna hat nunmehr gänzlich aufgehört.
— Die neuesten Nachrichten aus dem Goldlande Californien lauten wiederum günstig. In San Franzisco wurden vier gelegte Brände im Keim erstickt. Der Krieg mit den Indianern hat durch deren Unterwerfung fein Ende erreicht. Die goldgrabenden Chinesen feierten ein Nationalfest.
— Nach dem „F. I." wären die sechs Schiffe der deutschen Flotte: Ernst August, Großherzog von Oldenburg, Hamburg, Frankfurt, Lübeck und Bremen um den Preis von 238,0.00 Rthlrn. nunmehr verkauft.______________
Druck und Verlag der G. D. Brü
— Am 12. Nov. sprangen auf dem Ohio, nicht weit von der Stadt Beverly, die Keffel eines Dampfers Buckeye-Belle. Es waren außer der Schiffsmannfckaft vierzig Passagiere an Bord; unter diesen befanden sich sieben Frauen und Kinder, welche wie durch ein Wunder gerettet wurden; denn wenn auch die Cajüke über ihnen zusammenbrach, so wurde doch keine lebensgefährlich verwundet. Im Ganzen weiß mau nur so viel, daß 22 Personen bei dem Unfälle umkamen, wiewohl vorauszusetzen, daß derse!be mehr Opfer gefordert hat. Die Erploston war so stark, daß einzelne Stücke des Schiffes 400 Uards weit geschleudert und Leichen selbst auf den Ufern gefunden würd n.
— In Neuenburg hatte ein dort etablirter Franzose sein Kaffeehaus illuminirt und mit einem Transparent „8 Mill. für Napoleon" versehen. Alsbald rottete sich Volk zusammen, das mit Steinwürfen das Ende der Beleuchtung herbeiführte.
— Nach dem neuesten Tarif zahlt man jetzt von Gießen über Frankfurt »ach Paris (über Ludwigshafen und Forbach) in zweiter Klaffe 24 fl. 15 kr. Ueber Carlsruhe und Straßburg kostet es 27 ft. 11 kr.
— Der aus dem Cölner Communisten-Prozeß bekannte Dr. jur. Becker ist nach Stettin gebracht worden.
— Wie der „S. M." schreibt, gehen der Festung Landau sehr respectable Sendungen Munition ic. aus dem Mutterlande zu. Ebenso der Festung Germersheim.
— Der Hamburger Senat beabsichtigt nun ebenfalls, eine wesentliche Beschränkung der Rechte der Israeliten eintreten zu lassen.
— In Bremerhaven ist bereits ein englisches Dampfboot mit 200 Mann Besatzung angekommen, um die angekauften Schiffe von der deutschen Flotte zu übernehmen.
— Die „N. Pr. Ztg." berichtet mit vieler Bestimmtheit ans Wien, daß von einer Vermählung des Kaisers Napaleon mit der Prinzessin Carola v. Wasa durchaus keine Rede mehr sei, indem der Prinz v. Wasa nimmer seine Einwilligung dazu gebe.
— Der deutsche Bund wird das neue Kaiserreich erst nach erfolgter Anerkennung Seitens sämmtlicher Einzelstaaten ebenfalls anerkennen.
— Der Schmuck der Kaiserin ist in Arbeit. Er stammt von Maria Antoinette her, kam dann an Josephine, die ihn der Königin von Westphalen vermachte. Hierauf erbte ihn die Königin Hortense und dann der jetzige Kaiser. Dieser versetzte ihn in London und löste ihn in letzter Zeit aus.
— In Ungarn treiben die Räuberbanden ihr Unwesen in schaudererregender Weift, so daß jetzt die Civilgerichte durch Militair- standgerichte ersetzt werden. Vor Kurzem erst ist wieder ein Gutsbesitzer von 8 maskirten Räubern überfallen und getödtet worden.
— In Madrid herrscht wegen der Auflösung der Cortes und wegen Einführung einer neuen Verfassung große Aufregung. Das Militair ist Tag und Nacht auf den Beinen.
— Borsäure, die bis jetzt nur int Tinkal und in einigen wenigen Mineralien, dann aber noch in dem Wasser der durch vulkanische Dämpfe erhitzten Lagunen im ToScanischen und in der Salzsoole von Straßfnrth gefunden worden ist, hat Prof. Dr. Fresenius in dem Thermalwaffer des Kochbrunnens zu Wiesbaden nachgewiesen. Die Entdeckung findet sich in dem soeben erschienenen reichhaltigen neunten Hefte der „Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogthum Nassau", welches unter Anderem auch eine ausführliche Abhandlung von Dr. A. Schulz: „Mikroskopische Untersuchungen der wichtigsten Mineralquellen im Herzogthum Nassau" enthält, in welcher das Vorhandensein eines sehr vielartig gestalteten kleinsten thiersschen Lebens in jenen Wassern nachgewiesen wird, ©e.ioue Beschreibungen und Abbildungen dieser Thietchen sind den recht verdienstlichen Untersuchungen beigefügt.
lU'schen Buch- und Sttindruckem.


