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Zn Kassel fand man vorgestern drei Laden- und ein Kü­chenmädchen des Bäckers Weißenborn durch Kohlendampf erstickt. Dieselben hatten vor Schlafengehen den Ofen mit Bäckerkohlen gefüllt.

Zwischen Frankreich und dem Großherzogthum Hessen, so­wie der Landgrafschaft Hessen-Homburg ist ein Vertrag zum Schutz des literarischen und musikalischen Eigenthums abgeschlossen worden.

Auf der Taunusbahn wurden int November d. I. 48,804 Personen befördert. Die Gesammteinnahme für diesen, so wie für den Transport von Gütern, Gepäck, Vieh ,c. betrug 28,180 fl. 38 fr.

Im Monat November l. I. wurden auf der Frankfurt-Ha­nauer Eisenbahn 18,718 Personen befördert und hiefür, sowie für Güter-, Gepäck-, Vieh- rc. Transport; und einschließlich der Postsendungen 6661 fl. 22 kr. eingenommen.

Aus dem Rheingau werden zahlreiche und annehmbare Wein­käufe gemeldet. Der neue Rebensaft wird mit 2025 fl. pr. Ohm bezahlt und sollen noch höhere Preise in Aussicht stehen. Ist den armen Winzern nur zu gönnen.

In Heidelberg ist ein Hamburger Student wegen grober Be- leidigung eines Universitätslehrers mit der geschärften Relegation auf 8 Jahre bestraft worden. Der beleidigte Docent, ein Jurist, dessen Vorlesungen am zahlreichsten besucht sind, soll von seinen Zuhörern in den nächsten Tagen einen Fackelzug erhallen.

In Baiern sollen, dem Vernehmen nach, stall der Franco- marken nunmehr gestempelte Couverts zur Einführung kommen.

Die preußischen Jäger - und Schützenabtheilungen sollen stall der Pickelhauben schwarze Hüte, mit an einer Seite aufgeschlagener Krempe erhalten, da das s. g. Sturmband am Zielen hindert und beim Tirailleurdienst auch das glänzende Metall an den Helmen nicht sehr zweckmäßig ist.

Der Prinz Carl von Preußen hatte bei einer Parforcejagd das Unglück mit dem Pferde in eine Sandgrube zu stürzen, wo­durch eine Erschütterung im Rücken und int rechten Schenkel Sr. königl. Hoheit veranlaßt wurde.

An der Rheinbrücke von Straßburg wird ein französisches Polizeicommifsariat errichtet werden; es ist beauftragt, die Püffe zu untersuchen und zu visiren.

In Berlin hat die Polizei vor einigen Tagen eine Falsch- münzerbande während deS Druckes von Chemnitzer Stadlscheinen ertappt. Der Chef ist dir wegen ähnlichen Verbrechen schon früher bestrafte Lithograph Plotho. Auch ein Schuhmacher ist unter den Schuldigen.

Bis Neujahr soll in Wien und Prag der Belagerungszu­stand aufgehoben werden. Zu gleicher Zeit dürfte das neue Bürger­wehrgesetz und mehrere Gesetze über die künftige Gestaltung Ungarns publicirt werden.

Nach denHamb. Nachr." erwartet man in Petersburg höch­sten OrtS, daß der neue franz. Kaiser feierlich die Verträge, welche dem europäischen Frieden zu Grund liegen, garantire, dann erfolge auch die Anerkennung.

Aus Hamburg werden bedeutende Getreide-Ankäufe, Seitens franz. Regierungs-Agenten, gemeldet.

Der osficiöse Correspondent der MünchenerNeuesten Nach­richten" versichert, daß verlässige Briefe aus Wien beruhigende Nach­richten für den Fortbestand des Zollvereins bringen.

Kinkel hat kürzlich in Manchester Vorlesungen über die neueste deutsche Literatur gehalten.

Ein kaiserl. Decret ertheilt allen denen Marine-Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten, die wegen Desertion oder sonstigem Ungehorsam in Untersuchung sich befinden, Amnestie. Ebenso den­jenigen, welche sich gegen die Gesetze der Küstenfischerei vergan­gen haben.

Die in Frankreich noch verweilenden Polen haben dem Kaiser ein Anerbieten gemacht, dem zufolge sie sich bereit erklären, sich zur Disposition des Kaisers zu stellen , im Falle Frankreich von den fremden Mächten angegriffen werden sollte. Sie wollen hierin dem Beispiele ihrer Voreltern folgen, die dem verstorbenen Kaiser in allen seinen Kriegen bis auf den letzten Augenblick beigestanden haben und treu geblieben sind.

Das vorsiebend erwähnte Anerbieten der polnischen Emigranten soll vom Staatsminister Fonld sehr unfreundlich aufgenommen worden sein. Er soll bemerkt haben, der Kaiser werde sich von seiner Politik nicht entfernen.

Die ungewöhnlichen Rüstungen Englands, welche nach der Versicherung der englischen Staatsmänner durch die Gefahr einer französischen Invasion motivirt sein sollen, haben die französische Regierung zu einem außergewöhnlichen Anerbieten veranlaßt. Die englische Regierung ist nämlich aufgefordert worden, die französi­schen Häfen von einer Commission besuchen zu lassen, um sicv zu überzeugen, daß daselbst keine Vorbereitungen gemacht werden, die auf eilt drohendes Unternehmen gegen England deuten könnten.

Aus Merico wird der Ausbruch neuer Aufstände gemeldet.

Paris soll noch nie so vollständig erleuchtet gewesen seyn, als am Abend der Proklamirung deS neuerstandenen Kaiserreichs. Die meisten Gesandtschaftshotels, alle öffentlichen Gebäuoe, Läden und außerordentliche Privaihäuser strahlten im Lichkschmucke. ^>N den Departements ist die Wiederherstellung des Kaiserreichs mit großem Enthusiasmus begrüßt worden.

Würzburg soll mit Holzgas erleuchtet werden, da die Ver­suche in Heilbronn jüngst sehr gut ausgefallen sind.

Napoleon III. erster Ausgang galt den Kranken. Se. Ma­jestät verfügte sich in die Civil- unv Militärhosvitäler und weilte über eine Stunde an den Krankenbetten. Im Hotel Dieu ließ er 20 000, int Militärhospital 10,000 Frcs. zurück.

Das dänische Militär in Altona beging den Tag der Wieder­herstellung des sranz. Kaiserreichs durch eine Parade.

__ Um 28. November wurde zu Saarlouis bei einem Uhr­macher, auf Veranlassung des Letzteren, ein Mann vom Lande fest- gehalten und der Polizei Übergeben, welcher zusammengeschlagen-S Silber, von Kirchen-Geräthschaften herrührend, verkaufen wollte, und welcher wahrscheinlich zu jener Bande gehört, die seit einiger Zeit so viele verwegene Diebstähle in den Kirchen der Gegend aus- geübt hat. T

Die neue Kaiserkrone Napoleons III |o(t nicht nur ein Meisterstück der Juwelierkunst seyn, sondern auch durch ihren Neich- thum an Edelsteinen und Perlen jeden bis dahin gesehenen Für- stenschmuck übertreffen. Der Juwelier Lemonier ist zum Ankauf von Edelsteinen zu diesem Prachtstücke in Rußland gewesen. Die Prinzessin Mathilde, welche eine kostbare Auswahl schwarzer Per- len besitzt, hat dieselben alle zum Schmucke der Krone zur Verfü­gung gestellt, welche Ende dieses Monats vollendet seyn muß. Nicht minder prachtvoll werden die Krönungswagen seyn, nach Zeichnungen der tüchtigsten Künstler in allen Theilen ausgeführt von den Wagen-Fabrikanten Diniere und Thomire. Aehiiliches soll Paris noch nie gesehen haben. Der Krönungs-Wagen Karl's X. soll damit gar nicht zu vergleichen seyn. Die Pferdegeschirre sind nicht weniger prächtig und unglaublich reich, so daß die Wa­gen mit den Geschirren auf 600,000 Franken geschätzt werden. Der Krönungsmantel wird auch auf 140,000 Franken geschützt.

__ Nach derRevue des beaur Arts" wird Napoleon das tra­ditionelle Kostüm nicht anlegen, sondern bei feierlichen Anlässen Generallieutenants-Uniform mit dem Mantel und der Krone tragen.

Abd-el-Kader ist am 9. d. M. über Lyon und Marseille nach Vrnffa abgegangen.

Druck unv Verlag der G. D. Brühi'schen Buck- und Steindruckerei.