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In Paris sind kürzlich drei Matrosen der österreich. Handels­marine aus Californien angekommen, wovon ein jeder ein Vermögen von 150,000 Fr. sich ergraben hat. Doch malen sie das Leben in den Minen nicht sehr lockend. Einer davon sagte :Man lebt dort wie unter wilden Thieren und muß immer bis an die Zähne bewaffnet sein."

Am 31. August, Abends 7 Uhr, entlud sich über Würzburg ein mit Sturm und Hagel begleitetes Gewiirer. Eine Siunde von Würzburg bei Hochberg fiel ein Wolkenbruch, wodurch der säst ver­trocknete Kühbach zu einem reißenden Strome im Nu anschwoll und die unteren Räume der Häuser und Keller, der in dec Nähe lie­genden Häuser, füllte. Der Heidelberger Eilwagen, welcher in der Nähe bei Höchberg in dieses Unwetter kam, wurde weggeschwemmt, der Postwagen zertrümmert und ein Pferd und ein Passagier kamen dabei in den Fluthen um und ein Pferd wurde stark beschädigt wieder aus den Fluthen gezogen. Der Conducteur, der Postillon und ein Passagier reiteten sich mit Mühe noch durch Hinaufsteigen auf Bäume und Mauern.

In Lupez in der Schweiz entstand bei den NationalrathS- wahlen allgemeine Prügelei. In Freiburg wurden tumulluaiische Auftritte dadurch vermieden, daß das Büreau den Tumultuanten die Fahne wegnehmen ließ. Um bei dem Volke auf die National- rathSwahl zu wirken, ist eine von einem Jesuiten in Lyon veröffent­lichte Brochüre verthetlt worden, worin unter anderen folgende Sätze vorkommen sollen :Der Jesuit, d. h. der ehrliche Mann, ist ein Kind des Volkes, aber er ist kein Demokrat."Der Demokrat stammt in gerader Linie vom Satan durch Kain, Chan, Judas, Luthers?), Calvins?), Robespierre, Carrier, Ochsenbein, Druey, Mazzini re. ab."Demokratie ist religiöse und politische Heuchelei, ein Abgrund von Schande und Elend für dre Menschheit." Un­fehlbares Mittel dagegen:Geht zur Ohrenbeichle und fleißig zum h. Abendmahl.

Der König von Schweden hat sich von Zürich nach Goldau begeben, und auch den Rigi bestiegen.

Eine originelle Art einem Selbstmörder das Leben wieder zu geben, kam jüngst auf einem ostpreußischen Dorfe zur Anwendung. Eine Frau findet ihren Sohn erhängt aus dem Speicher; in ihrer Angst holt sie den Schulnieister, der den Selbstmörder auch ab­schneidet, mit einem tüchtigen Stock aber so windelweich prügelt, daß dem Jungen das Leben wiederkehrt und er bittetman möge ihn jetzt zufrieden lassen."

Während des Gewitters schlug der Blitz in eine Scheune in Homburg v. d. H., zündete, und Scheune und Haus ward vom Feuer verheert.

In Jugenheim an der Bergstraße hat ein Igjähriger Knabe einen 12jährigen Knaben mit einem Stocke so zugerichtet, daß der Mißhandelte andern Tags starb.

Im Canton Basel hat sich kürzlich eine schiefe große Wald­fläche abgerückt, ohne sonst Schaden.anzurichten. In den entstan­denen Abgründen hört man tief unten Wasser rauschen.

Am 28. Aug. wurde der Schuhmacher Gros von Pirmasens, welcher, wie unlängst berichtet, sein eigenes Kind in einem Brunnen zu ertränken gesucht hatte, vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt.

In Paris werden bald Tausende von Stickerinnen brodlos werden, da man jetzt mit dem Jacquardsschen Webestuhl den Mousselin ebenso durchwirkt, stickt und auszackt, ivie durch Hände Arbeit.

Kl ideellen.

Man schreibt aus Stetiin vom 23. August : Ein furchtbar tragisches Ereigniß erfüllt heute die ganze Start mit Schrecken. Am gestrigen Sonntag Nachmittags hatten sich die beiden hiesigen Marler

in einem Boote zur Entenjagd auf den Damm'schen See begeben. Beim Nachhausefahren schwirrt noch eine vereinzelte Ente auf; v. D. legt an, aber in dem Moment des Losdrückens steht auch sein Freund B. hinten im Kahne auf und empfängt die ganze Schrot­ladung in den Hintcrkopf. Der Getroffene stürzt zusammen, und fein unglücklicher Gefährte wird von Schmerz und Reue io über­mannt, daß er in übereilter That den zweiten Gewehrlauf unteres Kinn setzt und sich den Kopf zerschmettert. So wurden die beiden unglückseligen Schützen von den Booksführern nach Hause gebracht, v. D. als gräßlich verstümmelte Leiche, B. noch lebend, aber bereits mit dem Tode ringend. Er ist in der Nacht gestorben, v. D. lebte in den glücklichsten Verhältnissen und hinterläßt eine zahlreiche Familie, während B. unverheirathet war. Möchten doch alle Sonntagsjäger diese schaurige Warnung beherzigen!

(Im Kaltwasserbad.) (Der Wärter trifft einen schon aus- gekleideten Patienten in der Nähe der großen Touche mit einem Regenschirm an, und will ihm diesen entreißen.! Wärtern I, was wollend denn mttii Schirm?" Patient :Millionen Donner­wetter ! Ich kann doch wahrhaftig nicht unter die furchtbare Brause treten ohne Schirm? Wenn ich nun am ganzen Leibe naß werde? Den Tod kann ich ja davon haben!"

Eine junge Dame warf sich nach vollendetem Tanze ihrer ganzen Länge nach mit übergeschlagenen Füßen sehr erhitzt in einen unweit ihres Tänzers befindlichen Lehnsessel und sprach :Ach ich bin wie gekocht!"Und doch noch so roh!" erwiederke der Herr.

Nach und nach macht das hiesige Theater Propaganda, und mau sieht mit Freuden, daß die Zahl der Zuschauer sich mit jedem Male vergrößert, und was mehr heißen will, daß die einmal Ge­wonnenen nicht wieder untreu werden, sondern mit gesteigertem Interesse ihre Besuche wiederholen. Es ist dieß das beste Testimo- nium für die guten Leistungen dieser Gesellschaft, und man scheint einzusehen, daß auch das nicht ganz Vollkommene bilden und er­götzen kann, ja daß der Genuß hier ost ein größerer ist, als da, wo die schützende Firma eines Hof - oder Stadtiheaters die Acteurs zu Nachlässigkeiten und Unarten, die Direetion zur Ueberschätzung ihrer Kräfte und zu Mißgriffen in der Wahl des Repertoirö ver­leitet. Wenn Einige etwas unklug bedeutendere Stücke auf dieser Bühne zu sehen wünschten, so meine ich, daß gerade in dieser Hinsicht die Direetion einsichtsvoll zu Werke gegangen sei, da sie sich wohl bewußt ist, daß nur ein Beuedir, Kalisch, Töpser w. ihre Sphäre ist, unv daß sie lieber etwas Unvollkoinntenes verbessert, als Besseres unvollkommen darstellt. Ich bin weit entfernt, der hiesigen Bühne ein unbedingtes Lob zu spenden, von diesem Vorwurfe werde ich mich reinigen, wenn es mir erlaubt sein wird, nächstens dein Publikum eine kurze Kritik über die einzelnen Kräfte derselben vorzulegen, aber ich meine, wer Einmal das hiesige Sommertheater besucht, könne nicht, ohne ungerecht over unver­ständig zu erscheinen, läugnen, daß dasselbe Elemente in sich faßt, die in ihrer Sphäre das Beste zu leisten vermögen. Betrachtet man nun noch Sie Verhältnisse, unter denen diese Bühne steht, die völlig aufgehobene Illusion, die erst dem Spiele Natürlichkeit und Annehmlichkeit gibt, die mannigfachen Störungen, die von dem Theil des Publikums, der mit den eingetretenen Ferien zum Glücke sich entfernt hat, mit der größten Anmaßung und Rücksichtslosigkeit ausgeführt wurden, so muß man sowohl den Muth, wie die Fähigkeit der Schauspieler bewundern, die das leisten, was diese in

Wahrheit leisten.

Die Hinterbliebene Familie des in der Lindener Mark verun-

glückteit Bahnwärters widerspricht dem Artikel in Beilage Nro. 7

d. Buchholtz und Dadelsen, zwei intime Freunde und geübte Schützen,

insofern : daß der Tod desselben nicht durch Trunkenheit und Selbst­verschulden berbeigeführt. worden sei.

pieDacnoii, Druck und Verlag von G. D. Brühl I.