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Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen.
Edictalladungen.
24163) Gießen. Balthaser Fill- mann von dem Hardthofe bei Gießen, Sohn des hier verstorbenen Glasers, Gottfried Conrad Fillmann, hat die unten näher verzeichneten 11 Grundstücke mit dem Hardthofe von seinem verstorbenen Vater ererbt und seit dessen Tode im Besitz, ist aber nicht im Stande, Eigenthumöurkunden über deren Erwerb vorzuweisen. Es werden daher alle diejenigen, welche glauben, (5t- genthums- oder sonstige Ansprüche an besagte Grundstücke machen zu können, hiermit aufgefordert, dieselben so gewiß binnen vier Wochen, von dem ersten Erscheinen dieser Aufforderung in der Landcszeitung an gerechnet, vor unterzeichnetem Gerichte geltend zu machen, als sonst dem jetzigen Besitzer die verlangten Eigenthumsurkunden zugestellt werden sollen.
Verzeichnis) der Grundstücke.
Gemarkung Gießen:
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Gießen den 7. Gr. f
Muhl.
Acker unter der Haidt, Acker am Gleiberger Pfad, auf der Hardt, Acker auf der Hardt, über den Gärten, Wüstung auf der Hardt, rechts am Gleiberger Pfad, Acker auf der Kop- pelhuth,
Acker daselbst, neben Bolth. Fillmann, Acker daselbst, Acker an der Koppcl- huth, am Gleiberger Weg,
Acker auf der Hardt in der Koppclhuth, Acker auf der Hardt in der Koppelhuth auf dem Gleiberger Weg,
Acker auf der Hardt an der Steinkaute, cember 1852.
|. Stadtgericht das.
Dr. v. Grolman.
2464) Wetter Nach einer dahier vorgelegten Original-Schtild- und Pfandverschreibung vom 15. März 1817, haben Johann Heinrich Schott und dessen Ehefrau, Anna Katharine, geborne Funk zu Münchhausen, von dem Stiftsvogt Günste dabier, als Curalor über die ErbschaftS- maffe des Hüttenschreibers Günste zu Fischbach, ein Darlehn von 75 fl. F. W. er
borgt und dagegen folgende, in der Münchhäuser Gemarkung gelegenen Immobilien, als E r b l a n d :
1029 = % Acker 5 Rlh. auf der Her-
A. 484)
470 = %
483)
A. 1625 = %
D. 76 =%
A. 845 = %
163 = 4
berge,
9 „ auf'm Huth,
7*4 n auf'm Morsch- rück,
4% u Erbwiese im Kesselchen,
4'4 u Erbland in Thälern,
u « Erbland Hinterm Ziegen- berq,
6 ii Erbwiese in der Grauwiese
E. 512 =
zum Specialpfand eingesetzt.
Der dermalige Besitzer der verpsändeten Immobilien hat behauptet, daß jenes Capital zurückgezahlt sei, und hat die Löschung des Pfandrechts beantragt.
Es werden daher alle die, welche Ansprüche an die gedachte Schuldverschreibung zu machen vernieinen, hiermit aufgefordert, diese binnen sechs Wochen, vom Tage dieser Bekanntmachnng an, dahier geltend zu machen, indem sonst die vorerwähnte Dar-
lehnsschuld als getilgt angesehen, und das deshalbige Pfandrecht gelöscht werden wird. Welter am 9. December 1852.
Kurfürstliches Justizamt W olfram.
241413) Kirchhain. Nachdem sich eine Ueberschuldung des Vermögens ins Johannes Pitz, Friedrichs Sohn, von Kleinseelheim ergeben hat, ist zur summarischen Schuldenliquidation, sowie zum Versuch der Güte, Termin auf
den 13. Januar k. I.,
Morgens 8 Uhr, Contumazirzeit 11 Uhr, angesetzt, in welchem die Gläubiger ihre Forderungen summarisch, wo möglich unter Vorlage etwaiger BeweiSnrkunden, anzu- meldcn, des Giüeversuchs zu gewärtigen und über die Wahl eines Concurs-Cura- tors, als welcher der Advocat Embach dahier vorläufig bestellt ist, sich zu vereinigen haben, widrigenfalls die bekannten Gläubiger als dem Beschlüsse der Mehrzahl beilretend betrachtet werden, die unbekannten aber unberücksichtigt bleiben sollen.
Kirchhain, am 9. December 1852.
Kurfürstl. Justizamt Glei m.
Besondere Bekanntmachungen.
24170) Gießen.
Die Aussetzung eines Preises ans die Entdeckultg von Freveln am öffentlichen Eigenthum.
In neuerer Zeit sind die muthwilligen und boshaften Beschädigungen am öffentlichen Eigenthum so häufig geworden, daß der Stadtvorstand sich veranlaßt gesehen hat, einen Preis von
Zehn G n l d e n auszusetzen, welcher unter Verschweigung des Namens Demjenigen aus der Stadtkasse gezahlt wird, der den Thäter eines derartigen Frevels mit solchen Merkmalen und Beweisen dem Stadlvorstande zur Anzeige bringt, daß darauf hin eine gerichtliche Verurtheilung erfolgen kann.
Gießen den 15 December 1852.
Der Gr. Bürgermeister D. Ebel.
241141) Gießen. Wagner Georg Weil und seine Ehefrau zu Großenlinden sind wegen verschwenderischen Lebenswandels unter Curatel gestellt worden, was mit dem Anfügen veröffentlicht wird, daß dieselben Rechtsgeschäfte jeder Art nur mit Zustimmung ihres Curatois des Johannes Schön III. zu Großenlinden gütig abschließen können.
Gießen den 30. November 1852.
Gr. Hess. Stadtgericht M u h l. Bott.
2301) Gießen. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Sparkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahrs fällig werden, sind nachstehende Zahltage anberaumt worden:
1) Mittwoch den 22. December,
2) Freitag „ 24. „
3) Montag I, 27. „
4) Mittwoch „ 29. „
5) Freitag „ 31. „
Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Diejenigen, welche ihre Zinsen dem Kapital zugeschrieben haben und persönlich sich nicht einfinden wollen, werden ersucht, ihre Schuldscheine vorzeigen zu lassen, damit in diese der nöthige Eintrag gemacht werden kann.
Die Zinsen werden nach dem Kalenderjahr berechnet und sind deswegen auch dann in Empfang zu nehmen, wenn das Kapital im laufenden Jahr erst eingelegt wurde und volle Jahreszinsen noch nicht


