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Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen.
Besondere B e k a n n t m a ch u n g.
203) Lich.
Die Rechnung über den hier seit mehreren Jahren bestehenden Arinenverein, welcher zur Besciligung deS Bettelns gegründet wurde, hat im Jahre 1851 felgendes Resultat geliefert:
Vorrath vom Jahre 1850 ..... 653 st. 5'/2 fr.
Freiwillige Beiträge von 1851 .... 1134 ,, 15 u
Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien . . . 21 „ 40 „
Summe . 1809 st. */2' fr.
Davon wurden auSgegeben:
an 1959 HandwerkSbursche h 8 fr. . 261 fl. 12 fr.
u 50 Arme zu Lich, Haltenrod, Ettingshausen, Muschenheim, Birk- lar, Oppenrod, Garbenleich und Oberbessingen regelmäßige Unterstützungen ........ 298 * 56 „
n 15 Arme einmalige Unterstützungen 23 » 4 »
ii den hiesigen Unlerstützungsvcrein . 300 „ — n
ii Besoldungen.......30 „ — «
u uneinbringlichen Posten.... 6 u 57 » 920 fl. 9 fr.
Bleibt Vorrath . 888 fl. ölVz fr.
Davon sind einstweilen 750 fl. ä 4 pCt. verzinslich ausgeliehen und 138 st. 51V2 fr. vorräthig.
Lich den 26. Januar 1852.
Namens deS Vorstandes des ArmenvercinS:
C o l o n i u S, Kaffcnraih.
Vorstehendem Verein znr Seite steht feit Februar 1850 der sog. Unterst ü tzungS- Vercin, welcher von jenem unter gewissen Bedingungen 25 st. monatlich erhält, womit er der Armennoih auf verschiedene Art abzuhelfen sucht, nämlich durch Unterstützungen — dauernde und (z. B. bei Kranfen) temporäre —, durch kleine unverzinsliche Vorlage», deren Abtragung in kleinen Quoten geschehen kann, durch Abgeben von Hemden, Betttüchern, Strümpfen re. an Unbemittelte gegen allmälige Zahlung brr Auslage dafür, durch Arbeitgebcn zur Winterszeit an Arme und Unbemittelte — an ganz alte und kränkliche Frauen auch im Sommer. So habe» wir namentlich im Jahre 1851 spinnen lassen 1198 Zable FlachSgarn ä 6 fr. Arbeitslohn, 40 Herrenhemden a 14 fr. und 20 Frauenbemden ä 12 fr. Arbeitslohn fertigen lassen und einige Betttücher :c., — an zwei Gemeinden wöchentlich für 1 fl. 20 fr. Brod abgegeben, — verschiedener anderer Unterstützungen nicht zu gedenkeu. Ein solcher Verein verdient ganz besondere Empfehlung und Nachahmung. Wenn es Ernst gilt, die Noth der Armen lindern zu helfen und nicht eine Abwehr der Armen sich als erste Aufgabe vorsetzt, der wird die damit verbundene Mühe und Arbeit nicht scheuen.
Lich den 26. Januar 1852. Dr. Cäsemann,
d. Z. Geschäftsführer.
Versteigerungen.
197) Gießen.
Arbeitöversteigening bei der Stadt Gießen.
Donnerstag den 5. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr, sollen die Arbeiten zur Aufführung eines Dammes an dem städtischen Mühlfopf, veranschlagt zu 225 fl. und in Hand- und Fuhrarbeiten bestehend, auf dem Rathhausc dahier an den Wenigstsorderndcn vergeben werden. Gießen den 29. Januar 1852.
Der Bürgermeister Hch. Ferber.
122) Gießen.
Versteigerung eines Wohnhauses.
Donnerstag den 5. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf freiwilliges Ansuchen des hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters Philipp Steuerwald dessen in der Neustadt neben Ehristian Schwall gelegenes Wohnhaus nebst Hofraum und Miststäite auf hiesigem Rathhause einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden.
Gießen den 20. Januar 1852.
Der Bürgermeister Hch. Ferber.
211) Gardenie ich. Lohriudcn-Versteigerung.
Donnerstag den 5. Februar >. I., des Mittags um 12 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei dahier circa 100 Ceutner eichene Lohrinden versteigert werden.
Garbenteich am 30. Januar 1852.
Der Bürgermeister Schwarz.
206) Gießen.
Main Weser-Eisenbahn.
Montag den 9. d. M,
des Vormittags um 10 llbr, soll auf dem Seetiousbüreau dahier die Fundalion und das Legen deS Gleises vom Bai nhofe bei Langgöns bis zum Lindener Markwalde, beziehungsweise veranschlagt zu 3116 fl. und 1128 fl., durch öffentliche Versteigerung in Aecord gegeben werden.
Gießen am 1. Februar 1852.
Der Gr. Hess. Seetions-Jngenieur der Sectionen Gießen und Butzbach Eickemeper.
198) Gießen.
Versteigerung eines Gasthauses.
Die hiesigen Bürger und Oeeouomen Friedrich und Heinrich Lampus beabsichtigen das ihnen zustebende auf dem Seltersweg gelegene Gastbaus zur Sonne nebst allen dazu gehörigen Gebäulichkeiten einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung aus- zusetzen.
Von den Betheiligten beauftragt, setze ich hierzu Termin aus
Mittwoch den 11. Februar 1852, Nachmiltags 3 Uhr, auf hiesigem Ralhhause an.
Gießen den 30. Januar 1852.
Der Bürgermeister Hch. Ferber.
212) Gießen.
Die Vergebung von Arbeiten und Lieferung bei der Stadt Gießen.
Die zur Uniformiruug der Polizcidrener der Stadt Gießen erforderlichen Arbeiien ic, bestehend
1) in der Fertigung von 5 Uniforms- Oberröcken mit dem erforderlichen Zubehör, ausschließlich der Knöpfe,
2) in der Feitigung von 5 Mänteln und 10 Paar Hosen mit allem Zubehör,
3) in der Lieferung von 5 Mützen von demselben Tuch, wie eS zu den Uniformen verwendet wird, Preis 3 fl. per Elle,
4) in der Lieferung von 144 Stück glatten metallenen Knöpfen,


