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Im Einhorn: 5t. Dr. Seide, Prof. v. Wien. Hr. Älingelbcrger, Fabrik, v. Elberfeld. Hr. Schwarzenberg, Part. v. Hannover. Hrn. Kfl. Pfeil v. Breslau, Baumann v. Nordhausen, Homburger v. Berlin, Wischheim u. Posen v. Elberfeld, Laißner v. Lünneburg, Kahlo v. Cassel, Mees ö. Lpon, Seligmann v. Carlsruhe, Liebmann v. Homburg, Wolf.v. Rhepdt u. MebuS v. Straßburg, Hr. Barth, Negot v Chaur-de-Fond. Hr. Frhr. v. Hefner, Profess, v. Aschaffenburg. Hr. Bauer, Dr. med. v. Fritzlar. Hr. v. Costrevern, Rent v. Baden-Baden. Hr. Dr. Erlenmeper, Apothek. v. Wiesbaden. Hr. v. Greve, Offiz, v. Berlin Hr. Maurer, Fähndrich v. Trier. Hr. Werthmüller, Stud' v. Berlin. Hr. Seipp, Reutin, v. Werdorf. Hr. Baron de Courric, Propriet. v. Berlin. Hr. Keil, Marchand v Lissabon. Hrn. Kfl. Beckmann v. Wesel, Falk v. Mainz,

Sterns. Äp?ig"' Söni3flein Rauch v. Frankfurt u.

Im Prinz Carl: Hr. Vogt, Feldw. v. Mainr. Hr. Herling, Spengler v. Darmstadt. Hr. Robert, Oecon v. Wetzlar. Hr. Ohl, Stud. v. Heidelberg. Hr. v. Mala- gowski, Lieutn. v. Mainz. Hr. Hoffmann, Apothek. v. Mannheim. Hr. Negelein, Dr. v. Heidelberg. Hr. Winck, Fabrik, v. Bruchsal. Hr. Vogt, Handelsm. v. Kuhlstädt. Hr. Kling, Oecon. v. Diedelsheim. Hr. Hähr, Uhrenh. v. Schönach. Hr. Schwärze!, Gutsbes. v. Rambach. Hr. Rapp, Fuhrm. v. Hatzfeld.

In den Privathäusern.

Bei Hrn. Herbert: Frl. Ettling v. Alsfeld - Bei Hrn. Bürgern,.-Geh. Faber- Frl. Jung v. Heuchelheim. -

Zur Unterhaltung und Belehrung.

Ein Mick auf London.

London hat in einem Jahrhundert 43 Dorfschaften und einen Flecken in sich vereinigt. Ungeachtet ihrer Unge­heuern Ausdehnung istdie Zunahme dieser Stadt doch so be­deutend, daß alljährlich für 20,000 neue Bewohner Woh­nungen hergestellt werden müssen; daher fleht man auch ru jeder Zeit 4000 Häuser, die im Neubau begriffen sind. Nach den neuesten statistischen Documenten hat London einen Flächen- raum von beinahe 45,000 Acres, worauf man mehr als 260,000 Häuser und in diesen eine Bevölkerung von 1,820,000 Seelen zählt. Sie gleicht nicht allein dem be­völkertsten und thätigsten Bienenstock- von der Welt sondern sie ist auch die bewundernswürdigste Werkstatt und das reichste Banquierhaus der Erde. Der bloße Name London erweckt schon eine Menge verschiedener Gedanken. Man stellt eS sich vielleicht zuerst als einen Heerd der modernen Civilifation vor, oder als einen Schmelztiegel, in welchem die socialen Elemente sieden und sich am thätigsten hin- und herbewegen. Für Denjenigen, welchen besonders ihr westlicher Theilanzieht, ist sie eine Stadt von Palästen, die durch Parks, Triumph­bogen, kolossale Statuen und großartige Monumente ge­schmückt und verschönert wird, während für Den, welcher seine Blicke auf die östliche Hälfte richtet, fast einzig und allein ein Labyrinth von engen Straßen, eine Anhäufung von Comp- toiren, einWald von Schornsteinen, die ununterbrochen schwarz Wolken ausathmen, eine ungeheure Masse von Magazinen mit ihren Thüren und Winden, Krahnen und Hebeleitern ist. Für Beide jedoch ist London ein fremdes, unentwirr­bares Chaos von Reichthum und Elend, Ehrgeiz und Ver­zweiflung, der reinsten Menschenliebe und des schwärzesten Berbrechens, derjenige Ort der Erde, wo es die meisten Häu­ser und die meisten Menschen ohne Obdach, die größte Pracht und die grenzenloseste Roth gibt. Dies Alles gruppirt sich um einen Ungeheuern Mittelpunkt, dessen vergoldete Kuppel durch den Rauch hindurchglänzt und den Reisenden, von wel­cher Gegend er auch kommen mag, die Hauptstadt erken­nen läßt.

Wer London nur am Tage gesehen hat, wo die Le- benswogeu von dem unermüdlichen Herzen bis zu den äu­ßersten Adern getragen werden, kennt eS nicht unter seinem imposantesten Anblick. Nicht inmitten deS Geräusches und Getöses, welches der Verkehr in seinen Straßen wieder­tönen läßt, nicht in seinen Wäldern von Masten, noch in seinen Docks, oder in seinen Magazinen, entfaltet sich das Gemälde in nie gesehenem Glanze. Um London auf dem Gipfel seiner Pracht, die eS vor dem Auge des Be­schauers darlegt', zu sehen, muß man eS bei Nacht, in ei- mgct Entfernung von der Höhe irgend eines Hügels betrach­ten. Den wundervollflen Anblick gewährt London während einer schönen Winternacht von seinen Vorstädten aus. Die Sterne glänzen am Himmel, aber z» unfern Füßen entfaltet sich ein anderes Firmament mit Myriaden von leuchtenden Punkten. Lange Feuerlinien, ähnlich den in den Wolken

zurückbleibenden Spuren der Meteore, ziehen sich in weite Fer­nen und durchschiieiden und kreuzen sich auf die seltsamste Weise. Ueber dem Ganzen schwebt eine fürchterliche Wolke in röthlichem Reflex, gleichsam als wenn das Ungeheuer von Stadt in Flammen stände. Nur bei Nacht können die selt­samen Anomalien Londons am besten gesehen werden. Erst wenn das Gesumme des gewöhnlichen Lebens aufhört, wenn die Läden geschloffen werden und die glänzenden Paläste des Gin ihre schmutzigen und zerlumpten Gäste in die Straßen ausspeien, erst dann nimmt London sein festliches Ansehen an. Auf den Bänken der Gärten, in den Nischen der Brücken, auf den Kehrichthaufen der Märkte suchen die Unglücklichen, die Leute ohne Obdach, ihre Nachtruhe. Die einzigen leben­den Wesen, welche noch die Stadt durchschleichen, sind arme vor Kälte bebende Geschöpfe.

Hier ans der Schwelle einer Thür kauert ein armes, barfüßiges Kind, das am Tage durch die Mildthätigkeit Be­güterter nicht einmal so viel zusammenbrachte, daß es sein Schlafgeld mit 2 Pence bezahlen kann. Dort, bei den auf der Straße zusammengehäuften Bausteinen versammeln sich unter dem Scheine des Gaslichts, das ans der Reverbere fällt, um ein Coaksfeuer, das sich der Bauwächter au^ezüiidet hat, eine in Lumpen gehüllte Menge, die rauchend und schwatzend den neuen Tag erwartet. Zuletzt, wenn bei der Rückkehr der Morgenröthe die Straßen in bläulichem Schimmer erscheinen, wenn die Tbürme der Kirchen und'die Gipfel der Schornsteine sich mit einer Reinheit des Profils, die man nur daun hat, wenn nicht die dicken Rauchwolken über der Stadt schweben, an dem Himmel zu zeichnen an- fangen, dann verbreiten sich andere arme Geschöpfe, fast ebenso zerlumpt wie jene, aber arbeitsamer, durch die Stras­sen. Sie tragen einen Qnersack auf dem Rücken: sie durch­wühlen alle Kothhaufeil; sie fristen ihr Leben, indem sie die von den Köchinnen hinweggeworfenen Knochen, Lumpen und alte Eisenstücke sammeln und für ein Paar Pence verkaufen. Andere versammeln sich, bevor sie in ihre Werkstätten gehen, an einer Straßenecke um einen Kaffeehändler, dessen Getränk in einem großen zinnernen Gefäße dampft, und dessen Kohlen- feuer durch die Löcher der Feuerkike einen glühenden Schein in dem Grau des anbrechenden Tages verbreitet, während schon die Hökerin mit ihrem Grünkram durch die noch im Schlummer liegenden Straßen eilt. Wer würdr bei dem Anblicke des Elends, den London in der Nacht darbietet, sich denken können, daß allein 29 seiner Bauquiers in einem einzigen Jahre 950 Mill. Pfd. St., also mehr als 3 Mill, täglich durch ihre Hände laufen sehen; wer würde glauben, daß ein einziger Bauquier der City in einem Jahre mehr als 30 Mill. Pfd. Sterling ausgeliehen hat? Wer könnte alle die scheußlichen Einzelheiten von bitterster Armuth und Roth im Stadtviertel St. Giles gesehen haben und noch glauben, daß die Stadt solcher Schrecken auchder Bauquier der Welt" fei, wie sie der verstorbene Herr v. Rothschild ge­nannt hat; daß sie die Stadt fei, bis zu welcher alle Ge- fchäste Indiens, Chinas und Rußlands, aller Länder der Erde reichen?

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.