»Ehret die Frauen! sie flechten und weben Himmlische Rosen in’3 irdische geben.»
Aber gehört zu diesem Kranze auch die Theilnahme an der Politik? an öffentlicheu Verhandlungen? Seht sie die bleichen, hohläugigen Gesichter, wie sie sich abmühen ' an Lorbeerkränzen für Angeschuldigte, wie sie in ihren Thec- und Kasseekränzen vom Parlament und ihren geliebten Abgeordneten sprechen und Jede» zu einem Ketzer stempeln, der da aus Gründen und Grundsätzen anders denkt und handelt! Wahrlich, ihr, die wir meinen und denen das Blut auf die Wangen tritt, wenn sie dieß lesen, ihr kennt die Aufgabe der Frauen nicht.
»Aber zufrieden mit stillerem Ruhme, Brechen die Frauen des Augenblicks Blume, Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß, Freier in ihrem gebundenen Wirken.»
Und wie der Dichter „der Würde der Frauen" in der „Glocke" mahnt:
Die züchtige Hausfrau
Die Mutter der Kinder Sie herrschet weise 3m häuslichen Kreise.» re.
»Und dies sei fortan ihr Beruf, Wozu der Meister sie erschuf.»
Dieser einfache dem Wesen des Weibes entnommene Gedanke kehrt steh um zur widrigsten Prosa, wenn wir Euch mit langen Hälsen und den gefallenen Maschen Eures Strickzeugs sitzen und lauschen sehen auf den Bänken der öffentlichen Verhandlungen, die Frau welche sonst die „Dame" spielt, neben einer Santuronna oder einem Fischweibe, oder gar mitten unter dem Drucke blaubekittelter und langbärtiger Republikaner. Es ist kein Gerichtsdiencr da, welcher Euch die Thüre zeigt, aber die Sirtsamkeit sollte die Polizei über Euch üben — wenn nicht auch dieser Theil des Polizeistaats untergegaugeu zu sein schiene. Beim Himmel! Ihr thätet besser, wenn ihr mehr die Kirche besuchtet, Eure Männer vom tollen Treiben der Politik und der Wirthshauslüderlichkeit zurückhieltet, als daß Ihr zur Demoralisation noch mehr beitragt, indem Ihr „die Würde der Frauen" verletzet. Geht hin in andere größere Städte, wo man Bildung und Sitte noch achtet, dort fehlen, wie im Alterthume, bei öffentlichen Verhandlungen die Frauen — und man findet nur Monola's oder Grisetten, welche dort Geschäfte machen! Folget diesem wohlgemeinten Wegweiser, wo nicht, so werden wir diejenigen öffentlich nennen, welche sich öffentlich prostituiren wollen! (280
Angekommene und abgereiste Fremde vom 16. bis 18. Februar 1850.
I n den Gasthäusern.
Im Einhorn: Hrn. Kfl. Braun v. Cöln, von Meers v. Frankfurt, Bauer v. Würzburg u. Müller v. Wegen. Hr. Steubesand, Lehrer v Homburg. Hr Lephton, Reut, v. London. Hrn. Kfl. Emden v. Frankfurt, Jörger v. Leipzig, Hölzling v. Breslau Knapp v. Stuttgardt u. Herbert v. Mannheim. Hr. Spitznagel, Offiz v. Coblenz. Hr. Reichenberger, llhrm. v Frankfurt. Hr. Schäffer, Partik. v Cöln. Hr. Görgens, Zustizrath v. Worms. Hrn. Occon. Henzel u Puth v Karben. Hrn. Kfl. Götze! v. Neuwied, Neltimer r. Wallenstädten u, Wolfgang v. Straßburg.
Im Raypen Hr. v Rollshausen, Privatm. v. Schü- nich. Hr. Echwarzschild, Kfm. v. Freienwald. Hr. Guerin, Privatm. v. Waldbach. Hr. Klingler, Handelsm. v. Frankfurt. Hr. Brauscheid, Kfm. v. Lüdenscheid. Hr. Schmidt, Partik. u. Hr. Schmidt, Pelzhndl. v. Carlsruhec Hrn. Oecon. Cemmet v. Offcnthal u- Feuerbach v. Groskarbcn. Hr. Sauerteig, Kfm. v. Ludwigshafen. Hr, Knüppel, Fabrik, v. Oppenheim.
Im Prinz Carl: Hk. Körner, Privatm. v. Frankfurt. Hrn. Spcdit. Borger v Offenbach u. Becker v. Schotten. Hr. Hahr, Uhrm. v. Schönach. Hr. Schlörb, Metzg. v.
Schotten. Hr. Hauck, Töpfer v. Rastatt. Hr. Welck, Glas, v. Schlitz. Hr. Helfmami Oecon. v. Weilburg. Hr. Ulris Kfm. u. Höhr. Hr. Stiebet, Scrib. v. Homberg. Hr. Bitz, Schlosser v Friedberg. Hr. Krank, Militär v. Homberg.
Im Da-imslaedier Haust Stil. Geschäfts!. Philippi v. Hermannstein, Rühl v. Freieliseen, Biikenseld v. Lauter, Lichter v. Frankfurt, Haveooru v Großhaven, Ditschler v. Büdingen, Damm v. Holzhausen, Judenthal v. Hattenrod, Wahl v. Winterberg, Diehmer v. Kirchheimbolanden, Leibt v. Kaiserslautern, Löber v. Freienseen, Braun v Winterberg, Wahl v. Berghausen. Braun v. Breitenbach, Kammrer u. Noll v Winterberg, Burckhardt v. Reifenberg, Bastert v. Lauterbach, Hesselbach v. Keffelbach u. Kullermann v. Ortenberg.
Im Siern'. Hr. Färb. Musik, v. Mettenheim. Hrn. Drechsl. Paulus v. Eggershausen u. Weber v. Leisa. Hr. Schneider, Fuhrm. v. Marburg.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Act. Drescher: Hr. Frickhöfer, Cand. theoL v. Herborn. — Bei Wtw. Schaf: Frl.Wehn v. Biedenkopf.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


