La Trappe

wäre.'

(Fortsetzung folgt.)

Ein Besuch in dem Kloster (Fortsetzung ) Also auch hier, wo jede Eitelkeit

der Welt abge­storben sein sollte, waren die Eitelkeiten und die Prunk­sucht der Welt nicht vergessen. Wir begnügten uns schüchtern die Frage des Mönchs zu verneinen und überließen eS seiner eigenen Ueberlegung, seine Thor-

beit zu bereuen.

Der Hof, den wir bisher durchwandert hatten, akich einem wohleingerichteten Pachthos Heuschober, Schuppen, Ställe, Düngerhaufen, Kühe, Schaf- und Federvieh Alles war vorhanden. Doch von dem kleinen Pförtchen an, wo wir einen Augenblick ge­wartet hatten, um die Kritik unsers kleinen Führers über unsere Kleidung zu vernehmen, Muten wir durch einen gut eingerichteten Garten, m welchem dann und wann ein hübsches Stiefmütterchen oder

ein einzeln stehender Strauch stand, und der von ei­nem mit Unkraut bewachsenen Fußpfad umgeben war und einen kleinen Kreis einschloß, von welchem eine Ecke einen angenehmen Ruheplatz unter den weit ausgebreiteten Aesten einer Buche bot.

Das Äeußere des eigentlichen Klosters verrieth durch - nichts den Zweck, für den es bestimmt war oder den eigentlichen Charakter seiner Bewohner. Nur an der Mauer der Norvseite mar eine Darstellung der Kreu­zigung in ungeheuren Verhältnissen angeheftet und ein kleines Bild der Jungfrau mit dem Kinde stand in einer kleinen Nische über dem Eingänge mit der Inschrift: Monstrat esse matrem Dei.

Am Eingang in daö Hauptgebäude ging unser Be­gleiter voran und zog die Klingel, trat dann eilig zu­rück, stellte sich in demüthiger Stellung an die Seite hin und erwartete, seine Arme über die Brust gekreuzt und seine Augen auf den Boden geheftet, die Antwort auf seine Aufforderung. Fast in demselben Augen- blicke ward die Thür leise von einem ältlichen Mönche geöffnet, der, als er Fremde in Begleitung eines Bru­ders erblickte, sich instinktartig, wie es schien, verbeugte. Dann fand eine Pantomime Unterredung zwischen den Brüdern statt, indem sie wechselseitig drei horizontale Kreisbewegungen mit der rechten Hand machten, dann eben so oft mit dem Finger an die Lippen eine An­mahnung des Schweigens machten und dann mit der flachen aus gestreckten Hand die Gegend des Herzens berührten.

So wie dies geendet war, winkte uns der ältliche Mönch höflich einzlitreten unb' in einem kleinen Ge­mache , das als Vorzimmer für Fremde diente uns niederzufetzen. Einige Augenblicke nachher erschien ein anderer weißgekleideter Mönch, verbeugte Jid) höflich und bat um unsere Pässe, indem er zu lleich ver­sicherte, daß dies nicht aus Mißtrauen geschähe, son­dern weil der Abt stets mit der Nation, und dem Charakter seiner Besucher bekannt sein müsse, um der Regierung die gehörigen Nachweisungen zu geben, sobald sie solche verlange. Während seiner Abwesen­heit lasen wir eine kleine im Zimmer aufgehängte Be­kanntmachung, die ohngefähr also lautete:

Die Personen, weiche die göttliche Vorsehung hierher führen will, werden gebeten, folgender Forde­rungen eingedenk zu bleiben

Die Mönche dürfen so wenig als möglich gestört werden, besonders wenn sie beschäftigt iino."

Wenn Jemand etwas bedarf, so wird er gebeten, sich an den Pere Hotelier zu wenden, weil die übri­gen Mönche, an strenges Schweigen gebunden, denen nicht antworten dürfen, welche mit ihnen zu sprechen wünschen sollten." .

Wenn irgend wer unter den Mönchen eine Per­son wiedererkennt, die er in der Welt gekannt )at so darf er dies nicht offenbaren, selbst wenn der Mönch ein Sohn, Bruder oder anderer Verwandter

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und anders einrichtet, und darin liegt zum großen Theil die Lösung der verhängnißvollcn Arbeiterfrage. Die praktische Bestätigung dieser Behauptung findet sich in der Werkstätte der Industrie selbst. Nur einige Beispiele.

Im Jahre 1828 erhob man lebhafte Klagen über die ungenügende Beschaffenheit der Löhne in den ße- rühmten Tuchfabriken von Louviers in Frankreich. Eine ähnliche Aufregung darüber durchzog die Provinz, wie wir sie 1848 in Sachsen erlebten. Eine amtliche Un­tersuchung , die in Folge dessen stattsand, brachte die schreiendsten Uebelstände an's Lichts Hauptsächlich war man erstaunt über die Unreinlichkeit, die erschreckliche Entblößung, die Ungesundheit der Wohnungen der Arbeiter, deren Zustand ein treues Bild von dem Elend ihrer Insassen gab. Gleichwohl fand man mit­ten unter diesen Spelunken auch andere gar bescheidene Wohnungen, aus welchen aber Friede und Behagen athmete. Es waren die Wohnungen der Werkmeister und Aufseher. Man glaubte anfänglich gerade in diesem Umstande den Beweis zu finden, daß die Be­schwerden der Arbeiter gegründet und ihr Verlangen nach Lohnerhöhung gerechtfertigt feiern Allein die nähere Untersuchung ergab sehr bald, daß die Arbeiter sich jährlich auf 11 - 1200 Frs. standen, während die Werkmeister, welche monatlich bezahlt wurden, im Jahre nur 900 Frs. erhielten. Die Ursachen der Verschiedenheit der Lage waren leicht zu ermitteln. Die Werkmeister und Aufseher, welche aus den besten Arbeitern herausgezogcn werden, sind schon durch die Monatsbezahlung zu einer gewissen Vorsicht genöthigt; sie müssen sich selbst achten, um bei ihren Untergebenen Gehorsam zu finden und gewöhnen sich daher an ein ordentliches Leben, dessen Früchte ihnen auch zu Gute kommen. Die Arbeiter dagegen, die von einem Tag zum andern leben, bringen einen zufälligen Nebenge­winn nicht in Anschlag und verschwenden ohne sich gegen Mißgeschick vorzusehen, den Lohn ihrer Arbeit in Unordnung.

(Schluß folgt)