Ausgabe 
13.11.1849
 
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2147) Am verflossenen Sonntage den 11. Nov. hat sich in Reiskirchener Gemarkung, ohnweit der Grenze nach Bersrod zu, eine schwarze Dachshündin, auf der Brust einen weißen Fleck, verlaufen. Man ersucht denjenigen, welchem dieselbe zugelaufen sein sollte, solche entweder an die Erpedition dies. Blts. oder an den Wirth Herrn Hoffmann in Reiskirchen gefälligst abgeben zu wollen.

2105) Fr ankfurt a. M.

Agentrirgesuch für ein lukratives Ge­schäft, welches in allen deutschen Ländern ohne Fonds betrieben werden kann. Die Provision ist 33% % und wird nur ausgebreitete Bekanntschaft und Rea­lität verlangt, besonders Bewohnern kleiner Orte anzuempfehlen. Anmeldungen unter O. R. Post restant franco Frankfurt a M. werden erbeten.

2142) Gießen. Vergangenen Sonntag wurde vor dem Seltersthor ein goldenes Armband ver­loren. Der redliche Finder wird ersucht, dasselbe gegen eine gute Belohnung in das Prof. Buff'fche Haus abzugeben.

2128) Gießen. Ich ertbcile Klavierunterricht. Bertha Am end.

2135) Gießen. Sonntag den 25.Nov. 1849. Tanzunterhaltung der

Harmonie - Gesellfckaft

im Saale des Prinzen Carl, welche als einge­schoben, allen Bethetligten der Gesellschaft hier­mit bekannt gemacht wird. Der Vorstand.

2141) Gießen. Im Laufe vergangener Woche (4. 11. Nov.) sind für die mittellosen Deut­

schen ferner eingegangen:

Transp. .

Bei C. Sartorius ....

I. Kunz

H. Ferber

C> Lang ii E. L Ferber .... G. Heß ....

Summa

fl. kr. Pf.

153 38 2

2 48

7 9 2

14

48

3 26

2 11

171 5

An Kleidungsstücken kamen ferner ein:

Bei (S. Sartorius: 4 Hemden, 2 Paar Strümpfe, 6 Westen, 1 Paar Unterhosen, 1 Paar Pantalons, 1 Rock.

Bei H. Ferber: 1 Rock, 2 Paar Hosen, und 5 Mützen.

Bei I. Kunz: 2 Röcke, 2 Westen, 2 Hem­den, 1 Paar Hosen.

Da bei Hrn. Wirth Lotz auf dem Selters­wege Nichts einging, so ist die dort aufgestellte Büchse zu Hrn. Wirth Leib gestellt worden.

Indem wir den edlen Gebern unfern herz­lichsten Dank im Namen unserer deutschen Brüder abstatten, können wir nicht umhin, die Bewohner Gießens dringend aufzufordern, in diesem men­schenfreundlichen Beginnen nicht inne zu halten, da nach den letzten Briefen die Noth sehr groß ist und da in der Schweiz selbst sich jetzt ein Central-Unter- stützungscomite gebildet hat, we.ches für nnparthei- liche und sorgfältige Vcrtheilung der eingesandten Gaben Sorge tragen wird. Der Mangel an warmen Winterkleidungsstücken ist immer noch groß.

Gießen den 13. Nov. 1849.

Das Nnterstützungöcomite.

Für dasselbe.

F. O. Schenck. Sartorius.

2148) Darmstad t.

Militär -- Stellvertretungs - Anstalt im Groß- herzogthum Hessen.

Seit dem Aufhören der Staats-Assecurranz-Anstalt für Militär-Stelloertrekung macht sich der Mangel eines Ersatzes für jene sehr zweckmäßig gewesene Einrichtung in verschiedener Weise fühlbar. Es ist nicht sowohl schwierig für diejenigen, welche sich vertreten lassen wollen, tüchtige, zuverlässige Ein- stcher aufzusuchen, als auch für die, welche gerne einstehen möchten, die dazu nöthigen Einsteller zu stnden, und beider­seits werden oftmals große Opfer aufgewendet, um den deß- fallsigen Zweck zu erreiche» Am fühlbarsten aber tritt dieser Mangel a f dem Lande hervor, wo durch die Unkenntniß der Verhältnisse den wucherischen Bestrebungen einzelner Indivi­duen Thür und Thor geöffnet ist, und auch bereits durch die fehlende Sicherheit wegen Vollzugs der Verträge vielfache Processe entstanden sind.

Um diese Mißstände zu beseitigen, haben die Unterzeich­neten, mit Wissen Gr Äriegsministeriums, eine Anstalt inS Leben gerufen, deren nächste Aufgabe für das laufende Gonscriptionsjahr isi, denjenigen Dienstpflichtigen, welche vertreten sein wollen, solide Einsteher zu beschaffen durch Ab­schluß von, den bestehenden Gesetzen genügenden Verträgen.

Wir haben, um dies zu' erreichen, die Einrichtung ge­troffen, daß die in einem gewissen Zeitraum sich anmeldenden Militärpflichtigen, welche ihre Vertretung wünschen, in eine Gesillschaft sich vereinigen, wofür wir ebensoviel Einsteher beschaffen; die ganze Stimme der Einstandgelder wird dann auf die Anzahl der Gesellschaftsmitglieder vertheilt, und somit eine jedenfalls wohlfeilere Einstandssumme für den einzelnen Einsteller erzielt Die erste Gesellschaft begreift diejenigen Einsteller in sich, welche bis zum 15. December d. I., ihre Theilnahme daran bei uns erklärt haben werden

Unsere weitere und demnächste Hauptaufgabe soll die sein, nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit, den Con- scriptionspflichtigen vor der Looszichung die Sicherheit zu gewähren, daß, bei etwaiger Ziehung eines Marschlooses, sie jedenfalls einen Einsteher erhalten und zwar zu einer viel geringeren Summe dadurch, daß bei einer bestimmten Anzahl Gesellschaftsmitglieder-immer ein kleiner oder größerer Theil sein wird, welche Freiloose ziehen.

Zu dieser Assecurranz-Anstalt können Anmeldungen für die im Jahr 1850 zur Ziehung kommenden Conscriptions- pflichligen, vom 1 December d I. an bei uns gemacht wer­den, und behalten wir uns vor, in Beziehung hierauf, noch eine weitere Bekanntmachung ergehen zu lassen.

Die Garantie für die Erfüllung aller wechselseitigen Ver­bindlichkeiten muß zunächst im gegenseitigen Vertrauen auf Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit, ohne welche die größten