Ausgabe 
13.10.1849
 
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1917) Gießen.

Betreffend die hiesige Gewerbe-Ausstellung.

Die in dem Hause des Herrn Bücking an der Stadtkirche mit Erzeugnissen hiesiger Handwerker angefüllte Raume des Gewerb-Vereins sind seit der Eröffnung von den hiesigen Einwohnern nicht so zahlreich besucht worden, wie cs von den Vorständen der Vereine nach ihren wiederholten Bekannt­machungen gewünscht und wie es die Handwerker erwartet haben. Es ist betrübend, wenn sich der mittlere Gewerbstand bei allem Unternehmen getäuscht sieht, auch der gehoffte Erwerb des Speyer'schen Projects ist thcilweise für die, welche sich ihm anschlossen nachtheilig ausgefallen. Die Zeit zur Ab­sendung des wenigen, was hier angekauft werden kann, nach Darmstadt zur Ausstellung und Verloosung ist nur noch sehr kurz und es ist möglich, daß viele Gewerbsfreunde die erwähnten Bekanntmachungen übersehen haben, deßhalb lade ich hiermit nochmals zu recht zahlreichem Besuche und Theilnahm-Bezei- gung durch Ankauf und Loseabnahme ergebenst ein. H. Schneider, Vater.

Einwohner Gießens!

Viele deutsche Männer, die für die Freiheit, Einheit und Ehre unseres Vaterlandes jüngst in Baden das Theuerste, was der Mensch besitzt, ihr Leben, gewagt haben, schniachten in Folge hiervon in fremdem Lande in hülfloser Verbannung. Mitbürger! Nicht genug, daß diese Männer für das Vaterland alle Gefahren des Krieges erduldet, ihre Eristenz geopfert haben und heimathlos geworden sind, nein! ein Feind, grimmiger als die Reaktion, verfolgt sie noch innerhalb des Asyls, das sie zu finden wähnten. Dieser Feind ist Mangel am Nothdürftigsten zur Friftung des Lebens. Dieser Zustand muß ein anderer werden. Es ist unsere Pflicht, denen, welche so hohe Güter für unser aller Sache eingesetzt, we­nigstens so viel zu bieten, als wir, ohne Mangel zu leiden, entbehren können. Unsere Ehre fordert, daß die deutsche Nation dem Auslande gegenüber zeige, daß ihre Vorkämpfer nicht für ein unwürdiges Volk geblutet haben, das sie nun schnöde verläßt. Der deutsche Namen darf durch eine solche Handlung im Angesicht des civilisirten Eurvpa's nicht geschändet werden. Wer wird so fühllos sein, ein kleines Opfer zu weigern, wo Pflicht und Ehre gebeut, wenn die Menschlichkeit und zugleich der eigene Vortheil dringend gebieten, diejenigen nicht in die Arme des unvermeidlichen Untergangs zurückzutreiben, welche schon einmal, und gewiß auch künftig, die höchsten Opfer zu bringen bereit waren und sein werden.

Hierdurch bewogen hat der März-Verein eine Commission ernannt, welche eine wöchentliche Sammlung zu diesem Zweck veranstalten soll, und hat in der festen Ueberzeugung, daß die grose Mehr­zahl der Bewohner Gießens obige Grundsätze theilt, beschlossen: von Sonntag den 14. d. M. an, alle Sonntage mehrere seiner Mitglieder zum Erheben patriotischer Gaben herumzusenden. Darum gebe Jeder, der es vermag, nach Kräften, Viel oder Wenig, auch die kleinste Gabe wird dankbar angenommen.

Gießen, den 12. October 1849.

Das, vom März-, Arbeiter-, Turn- und demokratischen Verein

(1920) niedcrgesetzte Unterftützungs-Comite.

1921) Großenbuseck.

Zur Besprechung der Wahl eines Landtagsabgeordneten des Wahlbezirks Lich laden mehrere Örtsbürger Großenbusecks auf Sonntag den 14. October, Nachmittags 3 Uhr aus die Ganseburg ein.

1893) Gießen. Ein braves Mädchen, welches mit allen häuslichen Arbeiten umzugehen weis, wird sogleich in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Erpedition dieses Blatts.

1907) Gießen. Agenten für ein lucratives Geschäft, welches ohne großen Fonds betrieben werden kann, werden gesucht, und auf Reelletät

Rücksicht genommen, die Provision ist annehmbar und werden Anmeldungen unter I. 8. franco Frank­furt a. M. erbeten.

1919) Gießen. Am 17. d. M. fährt ein Familien-Wagen nach Grünberg und können sich Personen zum Mitfahren bei Balth. Wallenfels an der Wettergassc melden.