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gelegenheit der Metzger vor. Durch ein eingehol- les Gutachten eines Advokaten liefert er den Beweis, daß die Aeussemngen der Metzger strafbar fetjen, für feine Person würde er die Sache ohnehin gerichtlich verfolgen und frage, waö der Stadtvorstand, welcher ebenfalls angegriffen sei, zu thun gesonnen wäre. Dieser glaubte mit Stillschweigen antworten zu sollen, entschied sich bei der Abstimmung aber doch mit 5 gegen 5 Stimmen für gerichtliche Verfolgung. Zwei Mitglieder enthielten sich der Abstimmung und der Bürgermeister gab bei der Stimmengleichheit den Ausschlag. —-
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Vorläufige Erwiderung.
Der in der gestrigen Sprechhalle enthaltene Aufsatz des Herrn I. G. Appel über den „monströsen" Antrag stimmt in Bezug auf die Unterstützung, welche ich demselben zugewendet habe, nicht ganz mit dem überein, was ich in der Versammlung vom 16. d. Mts. gesprochen und gewollt habe; meine dortigen, von Herrn Appel vielleicht mißverstandene Aeussemngen enthielten weniger eine Unterstützung, als vielmehr eine wesentliche Modifieation des Homberger'schen Antrags.
Ohne nun in bett einzelnen Punkten jenen Aufsatz näher beleuchten zu wollen, und nicht aus Rechthaberei, sondern nur um der Sache selbst willen, finde ick mich dadurch veranlaßt, meine bei jener Gelegenheit offen kundgegebenen Ansichten über die zeitgemäße Möglichkeit und Nothwendigkeit einer größeren Betheiligung aller Einwohner, welche an der Gemeindeverwaltung ein Interesse haben, an dieser durch einen Bürgerausschuß oder Volksausschuß — wie man ihn nun nennen will — den Lesern der Sprechhalle vorzuführen, welche daraus entnehmen werden, daß Herr Appel den Motiven meines Vorschlags, der ebenso zeitgemäß, alö im Interesse des Gemeinderaths selbst und in dem Verlangen der Bürgerschaft begründet sein möchte, in Vielem beipflichtet.
In einem der nächsten Blätter soll eine ausführliche Behandlung dieses Gegenstandes folgen- Gießen den 27. Juni 1848.
Dr. Vogel.
Die sieben To-sun-en.
I. A b t h e i l u n g.
Die Herzogin.
(Fortsetzung.)
„Er ist ein Marquis ?" sagte Olivier.
„Was man nut Marquis heißen kann, und zwar von altem Schrot und Korn; er ist der Zweitgeborene in der herzoglichen und fürstlichen Familie von Haui- martel, deren Oberhaupt sich seit 1830 nach Deutschland zurückgezogen hat; aber obgleich Herr von Maille- fott entsetzlich buckelig ist, so ist er doch lebhaft und kräftig wie ein junger Mann, trotz seiner sünfund- vjerzig Jahre, und zudem . . . sieh ... Du und ich, wir sind, ohne uns zu rühmen, sehr gute Fechter nicht wahr?" '
„O ja."
„Wohl, der Marquis würde uns auf zwölf Stöße acht vorgeben . . . Seine Handgriffe sind des unvergleichlichen Bertrand würdig, leicht wie der Vogel, rasch wie der Blitz."
„Ach, diesen wackern, kleinen Buckeligen habe ich schon recht lieb gewonnen," sagte der Vetereran mit großem Interesse; „wenn er Duelle gehabt hat, so mögen seine Gegner gewiß komische Gesichtet geschnitten haben."
„Der Marauis hat mehrere Duelle gehabt, in welchen er unvergleichlich war durch seine fröhliche Spötterei, seine Kaltblütigkeit und seinen Muth," er- wiederte Gerald, „das sagte mir mein Vater, dessen Freund et war."
„Und trotz seines Höckers," fragte Olivier, „geht er in Gesellschaft?"
„Zuweilen geht er alle Tage, dann sieht man ihn auch ganze Monate lang nicht mehr ... es ist ein sehr origineller Charakter. Mein Vater sagte mir, der Marquis sey lange äußerst melancholisch gewesen; ich, ich habe ihn stets fröhlich, stets scherzhaft und äußerst unterhaltend gesehen."
„Aber man wird ihn fürchten wie das Feuer," bemerkte Olivier, „seinem Muthe, seiner Geschicklichkeit im Fechten und seinem Geiste."
„Allerdings. Du kannst Dir kaum eine Vorstellung machen, wie sehr er schon durch seine bloße Gegenwart manche Personen in Verlegenheit setzt, ihre Unruhe erregt, sie einschüchtert, Personen, welche unsere Welt, die so empfindlich ist in Kleinigkeiten, wegen ihrer Geburt den Zutritt gestattet, obgleich ihre Niederträchtigkeiten bekannt sind. Um wieder auf Maereuse zu kommen, so verschwindet derselbe, sobald er den Marquis durch eine Thüre eintreten sieht, durch eine andere ..."
Diese Unterhaltung wurde abgebrochen durch ein Ereigniß, das in einem andern Stadtviertel unbedeutend gewesen wäre, in Batignolles aber ziemlich ungewöhnlich war.
(Forts, folgt.)
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.


