Der deutsche Michel.

(Beiblatt.)

Mr. Samstag -en 22. April IS^S*

Diese« Blatt erscheint so ost dazu vorhanden ist, als Beiblatt zum hiesigen Anzeigeblatt, Lnseratgebühren werden die gebrochene Zeile in gewöhnlicher Schrift mit 2 fr. berechnet.

3) Antwort.

Denmehreren Bürgern" welche imdeutschen Michel" ihre politische Bildung an den Tag zu le­gen, versucht haben, brauche ich nur sehr kurz zu antworten:

Die Frage über Ein - Kammer - System oder Zwei - Kammer - System, behaupten diese Herren, sey der wichtigste Punkt, die Hauptsache, denn: Ein System mit einem einzigen Volkshause sei nichts an­deres als eine Republik: ein System mit einem Ober- und Unterhause, wie in England, sei eine cvnstitutionclle Monarchie.

Dies ist nicht wahr. Kurhessen ist eine con- stitutionelle Monarchie und hat nur eine Kammer; Nordamerika ist ein republikanischer Staatenbund - und hat zwei Kainmern. Auf dies gestützt, könnte ich eben so gut behaupten, ein System mit einem ein­zigen Volkshause sei die cvnstitutionclle Monarchie, eines mit zwei Kammern die Republik. Das wäre gerade so wahr, als die Behauptung der mehreren Bürger im deutschen Michel; man sieht, daß die Zahl der Kammern nur ein Nebenpunkt ist.

Eine Verdächtigung liegt in den Worten,diesen kleinen Zwetschenländchen gestattet Herr Prof. Vogt kein selbstständiges Bestehen."

Eine besondere Vertretung dieser Stäätchen im Staat würde an ihren Fortbestand ein specielles In­teresse knüpfen, was mir verderblich scheint. Von Aufheben" odernicht gestatten" habe ich nicht ge­sprochen, und verwahre mich dagegen; aber jeder Patriot, der Deutschlands Zerrissenheit beklagt, wird mit mir wünschen, daß auf dem Wege gütlicher Uebereinkunft eine Zusammcnschmelzuug mancher Landestheile geschehe und daß einige der kleineren Fürsten ein solches Herz im Busen tragen möchten, wie der Herzog von Braunschweig, der seine Souve­ränität dem Ganzen zur Verfügung gestellt hat.

E. Vogt.

4) Bescheidene Anfrage.

Diemehrere Bürger" welche imdeutschen Michel" gegen Herrn Prof Vogt auftraten, sind wohl dieselben, welche vor einiger Zeit zur Bildung eines zweiten Bürgerclubs ausforderten? N.

5) Da in jetziger Zeit alle Welt Bürger seyn will, so fragen mehrere Bürger, die wirklich nur Bürger sind, diemehreren Bürger" des deutschen Michels vom 19. April, wieviel Besoldung sie schon vom Staate erhalten haben? Wir könnten dann erfahren, wie theuer so ausgezeichnete politische Kenntnisse zu stehen kommen, als in dem bezeichneten deutschen Michel ausgekramt sind.

Mehrere Bürger.

F.

6)Mehrere Bürger" imdeutschen Michel" scheinen zu glauben, daß es dem Vvlkcwillen nicht überlassen bleiben soll, die Verfassung selbst zu be­stimmen. Wir möchten sie fragen, wer denn Preußen und Oestreich zu constitutionellen Staaten gemacht hat? Das Volk in Wien und Berlin ist es wahr­scheinlich nicht gewesen? K.

7) Mehrere Bürger imdeutschen Michel" hoffen, daß Herr Obrist Vogt es nicht so machen werde, wie Hecker und Struve. Herr Vogt hat sich öffent­lich gegen solches Unternehmen an demselben Tage ausgesprochen, als die Nachricht hierher kam und man noch nicht wissen konnte, wie es ausfallen würde. Das haben diemehrere Bürger" wahrscheinlich ver­gessen? Mehrere S fi rg er.

8) llebei* das politische Glaubens­bekenntnis

des Professors Vogt. Michel und Jost.

Jost. Michel, was hältst Du denn von der Er­klärung des Professors Vogt über das, was er i» Frankfurt toiU?