Sprechhalle
für
zeitgemäße Mittheilungen.
(Beiblatt.)
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Es hat wohl ein Jeder gehört und rernommen, Daß das Volk dahier thut zusammenkommen, Im Busch'schea Garten allfreitaglich, Ueber Dies und Jen's zu bereden sich;
Was denn auch für die liebe Stadt Mannigfältigen Nutzen hat. Erstlich kanns als Theater dienen, (Vornehmlich, wenn die Sonne recht heiß geschienen); Zweitens ist es zu Nutz und Frommen, Derer, so in die V rsammlung kommen, Denn es wird dorten Manches gehört, Was in Kirchen und Schulen nicht wird gelehrt; Drittens wird auch stummen und tauben Personen Der Busch'sche Garten der Mühe lohnen, Weil er, vorzüglich zur Sommerzeit, Ist eine reizende Oertlichkeit.
Werden auch ohne die Tauben und Stummen Manche aus diesem Grunde kummen, Weil man doch, wenn der Abend schön, Wird ein Wenig spazieren gehn.
Gehet man also um die Schooren, Oder aber wo anders spazoren, Kann man (ich hab' meinen Grund dafür), Auch dorten bewundern die Natür;
Und ist aus einem besondern Grund, Manchem die Versammlung noch extra gesund.
Doch wollt' ich heute vor allen Dingen Bericht von der letzten Versammlung bringen, Weil der oberhessische Bauersmann Sie doch nicht hat können hören an.
Zuerst hat man zur Stiindlichkeit
Sich versammelt mit Schmauchen und Heiterkeit, Bis dann Herr Ricker einen Präsident Laut und vernehmbar dem Volk genennt, Welches dann, ob dem einstimmigen „Ja", Den Präsident sich erheben sah. — Wurde gercd't nun von manchen Sachen, Oftmals gebravot, geklatscht und gelachen Gekritisirct auch mancher Ort, Ueber ein fälschlich betontes Wort.
Sämmtlich aber die ausgetreten, D. h., förmlich um's Wort gebeten,
Sprachen verständlich und klar sich aus, Weßmaßen geworden ost groß Applaus. Einer doch von den Rednern Allen Hat, wie sich kund that, sehr gefallen, Weil er mit Ernst und mit Eifrigkeit Treulich geschildert uusre Zeit. Insonderheit aber thät's ihn rühren, Daß so viel Deutsche nach Amerika führen, Die doch an ihrem heim'schen Heerd Gerne geblieben und sich genährt, Die lieber bebauet ihr deutsches Feld, Als in Texas die Wälder gefällt, Wenn Kabale sie nicht m d politisch Leid Hätte getrieben aus ihrer Häuslichkeit. Meinte dann aber schließlich weiter, In jedem Falle sei's gescheidter, Daß, so Viele wären da, Die ziehen w oll'n nach Amerika, Sie sich besprächen massenweise, Und also auch anträten ihre Reise; Dann könne sich bilden überm Atlant, Noch ein mächtiglich deutsches Land.
Was nun noch weiter geredet worden, Von Bürgerbewaffnung mit kräf'gen Worten, Und daß das zu Fahnen bestimmte Geld, Würde zum Fonds der Bewaffnung gestellt, Würde diesen meinen Gesang Doch am Ende machen zu lang.
Einen Vorfall doch muß ich berühren Und mit 'nem säubern Bildlein zürcn, Weil das letzte von vieler Seit, Ist beschaut mit Poffirlichkeit.
Durch's Spiel des Schicksals ist's vorgekommen. Daß ein Mann der Weisheit das Wort genommen, Welcher, weil es ihm so beliebte, Generäle etzätra gemüthlich siebte, Ohne es vorhero im Programm Der ehrwürdgen Versammlung zu zeigen an; Ohnedem aber hat er gesprochen. Daß Gelächter ist ausgebrochen, Und hat Mancher gedacht an Wein Oder an wüthenden Sonnenschein, Weßmaßen ihn auch der Präsident Manchmal leis' an den Arm gerennt.


