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Auf Anstehen dieser beiden Boten haben wir nun den IV. Bezirk dem Bezirksboten Ritter und den V. Bezirk dem Bezirksboten Rühl zugetheilt, was wir nachträglich zur öffentlichen Kenntniß bringen,
Gießen den 9. November 1848.
Die Gr. Hess. Regierungs-Commission des Regierungsbezirks Gießen.
K ü ch l e r.
Pietsch.
Verein
Jitr Unterstützung und Deaufstchtigung der ans den Gr. Heff. Landes- und Proviiyial- Strasanstaltrn Entlaßenen.
(Zu vergleichen Nr. 82 und 83 von 1842. Nr. 3(4 von 1843, Nr. 336 von 1844, Nr. 62 von 1846 und Nr. 220 von 1817 der Gr. Hess. Zeitung.)
(Abgedruckt aus der Beilage zur Darmstädter Zeitung Nr. 297 vom 25. Octobcr 1848.)
Am 9. October dieses Jahres ward die sechste Generalversammlung dieses Vereins, dießmal, der Bestimmnng des §. 22 der Vereinsstatuten gemäß, wieder in Rheinhessen zu Mainz, in dem Sitzungssaale des dafigen Stadthauses abgehalten, nachdem hierzu am 29. Septemder die Vereins- Mitglieder in der Darmstädter und Mainzer Zeitung zweimal eingeladen worden waren.
Zufolge dem, dieser Versammlung von dem Präsidenten des Vereins, im Namen der Großh. Vereins-Central-Behörde vorgelegten fünften, sich auf die Jahre 1846 und 1847 erstreckenden, Haupt-Rechenschafts-Bericht betrug
fl. fr.
die Einnahme im Jahr 1846 .... 4672 59
„ " u <> 1847 .... 3710 10
die Ausgabe „ „ 1846 . .... • . 4513 14
,, " <’ " 1847 ... . 3973 307.
Der hiernach zur Bestreitung der Ausgaben erschienene Mangel von 103 fl. 45% fr. wurde durch die Einnahme von 1848 gedeckt.
An Beiträgen von Vereinsmitgliedern gingen 1846 — 193 fl. 6 fr., und 1847 — 183 fl. 13 fr. weniger als im Jahr 1845 ein.
An Geschenken und Gaben, welche, wie die Dankbarkeit erheischt, zu einer besonderen Erwähnung auffordern, wurden dem Verein zu Theil:
1846 abermals 100 fl. in einer Großh. Hess. Partial- Obligation mit den dazu gehörigen Zins-Coupons von demselben, ungenannt sein wollenden Menschenfreund, dessen im vierten oder im Rechenschastsbericht für 1845 dankbarlichst gedacht ist.
1847 — 69 fl. von der israelitischen Gemeinde zu Mainz.
Jenes Capital, wie das früher gespendete, soll nach dem Beschlüsse des Vereins-Ausschuffes beflehen und erscheint daher in der Rechnungs-Ausgabe für 1846.
An Biireaukosten wurden 1846 — 2 fl. 3 fr. weniger, als die dafür veranschlagten und genehmigten 635 fl. — im Jahr 1847 aber 61 fl. 57 fr mehr, als dafür in dem mit 649 fl. genehmigten Voranschlag vorgesehen, vorausgabt welches Mehr von der nicht zu umgehen gewesenen Ergänzung und Anschaffung von Büreau-Requisiten herrührt.
Der Ausfall an, durch Sterbfälle, Verweigerung und Austritt aus dem Verein verloren gegangenen, Beiträgen zur Vereinsfasse stellt sich 1846 um öl fl. 1 fr. weniger und 1847 um 40 fl, 41 fr. mehr heraus, als im Jahr 1815
Vereinspfleglinge worden:
find auf Anmelden ausgenommen
unter dem Alter von 20 Jahren . von 20 und unter 30 »
u 30 n „ 40 „ .
ii 40 ii n 50 • .
ii 50 ii ii 60 ii
i, 60 und darüber . . . . .
18'16
. . 31
. . 101
. . 80
. . 65
. . 22
. . 8
1847
43 136 106
68
37
15
im Ganzen . . 307 405
darunter weibliche ........ 53 86
Die Verbreche n, weßwegcn dieselben mit Corrections- oder Zuchthausstrafe belegt gewesen waren, bestehen größten- theils in Diebstahl, der Landstreicherei, Fälschung, Gewal- thätigkeit und Mißhandlung, Unterschlagung und Widersetz-
Unterstützungen wurden verabreicht an Vereinspfleglinge: aus den früheren Jahren..... 1425 fl. 52 fr.
an Pfleglinge von 1846 ..... 2182 u 32 n ii " n 1847 ..... 2688 ii 3 ii
zusammen . . . 6296 fl. 27 fr
Von diesen Pfleglingen und von den 18-45 Aufgenommenen sind bezeichnet als: gebessert der Aufsicht enlhoden 3, gut 297, schlecht 210, unverbesserlich ausgestoßen 51, freiwillig ausgetreten 46, abwesend, flüchtig, oder ausgewmi- dert 89, gestorben 22.
Nach dieser, auf amtlichen Notizen gegründeten Darstellung kann wahrlich nicht verkannt werden, daß der Verein fortwährend, auch in den Jahren 1846 und 1847, viel geleistet und somit seinem Zwecke, wenn auch nicht vollständig, doch wie es nur bei den Menschen, wie sie einmal sind, und die den dermalen noch bestehenden und gewiß einer baldigen gründlichen Verbesserung nnterworfeu werdenden Strafanstalten möglich entspricht. Sehr zu bedauern" und zu beklagen ist es daher, daß in Verkennung dessen sich die Vereinsmit- gliederzahl immer mehr mindert. Im Jahr 1817 war nämlich seit dem Jahr 1845 die Zahl der Mitglieder des Vereins von 1645 auf 1233 und damit die Gesammtsumme deren jährlichen Beiträge von 1622 fl. 37 fr. auf 1439 fl. 24 fr. heruntergesunken,i und jetzt beträgt erstere um 66 und letztere um 204 fl. 15 fr. wieder weniger, so daß der Verein beinahe nicht mehr die dringend nöthigeu materiellen


