Sprechhalle
für
MitLheilnng e n.
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(Beiblatt.)
Gemeinderachs-Sitzitttg den 6, Juni, Abends 7 Uhr.
Hinsichtlich der bevorstehenden Versetzung Gr. Kreiöraths Prinz!, fand heute eineGemeinderaths- Sitzung Statt. Der Gr. Bürgermeister trug vor, daß er von verschiedenen Seiten ersucht. worden seu, zu veranlassen, daß eine Eingabe an die höchste Staatsbehörde cingereicht werde, um zu bitten, daß Herr Kreisrath Prinz seinen Sitz hier behalte. Da er selbst wünsche, daß ein seitheriger Verwal- tungsbeamte dem Kreis Gießen erhalten werden möge; so unterziehe er sich gern dem an ihn gestellten Ersuchen und lege die Sache dem Gemeinde- Rath vor, indem er zugleich eine dieserhalb abgefaßte Adresse vorlesen wolle. Nach erstattetem Vortrag entspann sich eine Diseusston, deren Endresultat auf Beiheiligung an einer Petition hinanö- lief. — Beschlossen wurde: daß der Gr. Bürgermeister mit mehreren Bürgern, namentlich Vorsteher bestehender Clubbs Rücksprache nehmen und das weitere veranlassen solle.
Die verschiedenen Ansichten hierbei waren folgende: Labroisfe sprach sich dafür aus, daß eine Adresse vom Stadtvorstand ausgehend und woran sich die Bürgerschaft betheiligen möge, an die höchste Staatsbehörde erlassen werde, weil Prinz als fleißiger Verwaltungsbeamte sich bewährt-habe. Möhl theilt diese Ansicht. Wirth schlägt vcr Zuerst die übrigen zum Kreise Gießen gehörigen Gememdcvor- stände hierüber zu hören und sich mit ihnen zu verständigen. Von vielen Seiten Widerspruch hiergegen, weil dieses zu weit führe und in vielen Gemeinden selbst augenblicklich eine nicht sonderliche Harmonie bestände. Viele Bürgermeister scycn von ihren Acm- tern entfernt und im Augenblicke Leute an der Spitze, welche von der Wirksamkeit des Kreisraths noch keine große Kenntniß erlangt haben könnten. Vogt spricht im Sinne von Lab roisfe und bemerkt , daß da die Friedberger wegen K ü ch l c r in gleicher Weise handelten, so hielt er dafür, mitzuwir- ken, daß die Friedberger ihr Ziel erreichten. K ü ch- l e r ließ, soviel er gehört habe in anderer Bezie
hung noch manches zu wünschen übrig, und cs wäre besser, wen» wir behielten, was wir hätten.
Appel erklärt, daß er während seiner Wirk- samkeil als Gemeinderath von der Thätigkeit und dem aufrichtigen guten Willen des KreisralhS, der Stadt zu nütze» häufig Ueberzeuguug erlangt habe und mit Vergnügen eine Adresse unterzeichnen wolle, darüber habe er sich auch schon ausgesprochen, allein er müsse dagegen sepn, daß solche voni Stadtvor- staud ausginge. Eine solche Adresse schien ihm zu einseitig und könne leicht Tadel zur Folge haben. Der Stadtvorstand repräsentire im vorliegenden Fall nicht die Ansichten der Bürgerschaft und hielt für besser, um irrigen Schlußfolgerungen zu begegnen, daß sich eine Adresse aus der Bürgerschaft heraus entwickle.
Fiilmaii» ist gleicher Meinung und schlägt vor, um die Meinungen zu ergründen, auö den verschiedenen Classsn der Bürgerschaft Vertrauen genießende Bürger zu einer Besprechung einzuladen, Prinz scy ein guter Verwaltuugöbeamter und namentlich durchaus uneigennützig; er sey dafür, daß etwas geschähe. K e m p sf stimmt dem Vorschläge F i l l m a n » S bei und glaubt, daß die Wirksamkeit eines Vcrwal- tungsbeamten nur bann wahrhaft Vorthcil bringend sein könne, wenn sei» Amt an einem und demselben Platze von Dauer sei; häufiger Wechsel wäre Nachtheil für die Gemeinden. Die Discussion endigte mit dem obigen Beschluß.
1188.
Auf die in der Sprechhalle vom 5. Juni d. I. M. 50 des Anzeigeblatts von Herrn Th. Bick- Hardt an mich ergangene Aufforderung war ich, zwar nicht geneigt eine Antwort zu geben, und zwar nm so mehr nicht, da der sehr fade abgefaßte Artikel nicht mich, sondern meinen Schwager August Rupp, auf eine nicht sehr angenehme Weste berührt. Allein tun nicht ganz den Artikel mit Stillschweigen zu übergehen, will ich hiermit erklären: daß ich für die Folge mich nicht im Geringsten auf eine derartige Aufforderung einlasse.
V. C. Fleischer.
„ft ©toif »orljanben ist, erscheint dieses Blatt als Beiblatt zum hiesigen Anzeigcblatt und wird diesem alsdann angedruckt oder mich besonders b-siegeben Ä ««»en »ürin ausg-uommen-Äufragen,ÄWi«W». - B-rth-ldignnge», - Rügen ,c. Du ^»seratgeb .hren hiervon werde» ohne Ausnahme per Zeile in gewöhnlicher Schritt mit 2 t>. bclechncn
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


