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In der Rose: Hrn. Gefchästsl. Zuckfchwert #. Sellnrod, Dietrich v. Hattenrod, Ziegler v. Altenbuleck u. Finck v. Staufenberg. Hr. Schmitt, Geschäftsm v. Schönberg. Hr. Dechert, Barb. v. Darmstadt. Hr. Lotz, Geschäftsm. v. Holzhausen. Hr. Schaub, Steinh. v. Kleinlinden.
In den Privathäusern.
Bei Sophie Höpfner: Hr. Seibert m. Tocht, Pfarr v. Nauheim. — Bei Hrn. Bauaufseh. Amendt: Frl. Schenck v. Grünberg. — Bei Hrn. Forstmeist v. Buscck: Fr. Audit. Siebert m. Fam. u. Frl. Hesse v. Darmstadt. — Bei Hrn.
Rcallehr. Dr. Weigand: Hr. Roth, Lehr. v. Frankfurt. — Bei Wittwe Kühn; Frl. Herme» v. Niederolm. — Bei Hrn. Sturt. Beck: Hr. Beck, Gymn. v. Kohlzrund. — Bei Fr. Profess, br Wiibrand: Hr. Ruhl, Privatm. ».Wiesbaden.— Bei Hrn. Oecon Hoffmann: Frl. uloch v. Braunfels. — Bei Fr. Postsecret. Ditting: Frl. Müller v Marburg — Bei Hrn. Weinhändl AsmuS: Fr. Prof. Müller m. Fam. v Freiburg. - Bei Fr. Landr. Knorr: Fr. Steuercommiss. । Bigelius v. Dillenburg. — Bei Hrn. Frisenr Oppermann:
Jungfer Sachs v. Marburg. — Bei Hrn Postsecret. Hoffmann: Hr. Kaiser, Pfarr. v. Gernsheim.
Unterhaltendes und Gemeinnütziges.
Einladung.
In Betreff der Errichtung von Gesellschafts- Backöfen , wird künftigen Montag den 2. August- Abends 8 Ubr, eine Versammlung im Gasthaus zum Prinz Carl gehalten; es werden diejenigen Mitglieder, welche sich daran be- theiligt haben und Alle die sich noch betheiligen wollen, höflichst eingeladen zu jener Stunde daselbst zu erscheinen, um die entworfenen sehr interessanten Statuten zu vernehmen.
Die Nothwendigkeit dieser höchst wichtigen Angelegenheit gibt uns die Hoffnung, daß die Gesellschaft recht zahlreich werden wird, um so mehr, da die Einrichtung so getroffen ist, daß auch der geringere Einwohner Mitglied der Gesellschaft werden kann.
Der Bastard von Gemappe.
Historische Erzählung von F Mcnk.
(Fortsetzung.)
„Ich beklage Euer Schicksal," nahm er das Wort. „Ich beklage es, aber ich kann Euch keine Linderung gewähren. Ich liebe an dem Weib den sausten, bescheidenen Sinn, die Reinheit des Herzens — beides habe ich nicht an Euch gefunden. Verzeiht, wenn ich es Euch sagen muß, aber beim ewigen Gott, ich kann nicht anders."
Hoch auf sprang Leokadia; sie weinte nicht, aber jede ihrer Fibern zitterte, krampfhaft streckte sie die Arme vor sich.
„Unerhört, unerhört!" rief sie schneidend, „verschmäht! o daß ich es aussprechen muß! Könnte mein Athem Gift werden, daß ich Euch vernichten dürste — doch," setzte sie Plötzlich beruhigt hinzu, „Geduld, armes Herz, auch dem Schwachen ist ein Stachel verliehen!"
„Leokadia," ermahnte der Jüngling sanft, „laßt Euch nicht von Eurem Schmerz hinreihen und begeht nicht Handlungen, dre Ihr dereinst tief bereuen dürftet." Er warf noch einen Blick des innigsten Mitleids aus die Zürnende und entfernte sich dann schweigend.
Leokadia aber sprang hastig auf, eilte an den Tisch und schrieb lange, bis vom Thurm zu Notre-Dame die Morgenglocke tönte, dann warf sie sich erschöpft auf ihr Lager.
6.
Am andern Morgen trat Olivier, der Barbier, frohlockend in das Gemach des Königs. „Der Requeten- meister ist vorige Nacht gestorben," begann er geschmeidig, dem König die Serviette um den Hals legend. „Sollten Ew. Majestät noch nicht gewählt haben, so eignete sich mein Vetter vortrefflich zu dieser Stelle."
„Päque-Dieu!" rief Ludwig XI etwas unwillig, „Du wirst mir noch Deine ganze Sippschaft an den Hals hängen; geh zum Teufel mit all Deinen Vettern und Basen. Wo ich um mich sehe, erblicke ich nichts als Deine Ereaturen!"
Olivier lächelte boshaft nnd schwieg; der Zorn des Königs schien ihm aber bei Weitem nicht so furchtbar, als daß er von seinem Gesuche nicht hätte noch einmal beginnen sollen.
„Bei unserer lieben Frau," nahm er nach einer Pause wieder das Wort, „eine schöne Stelle — die der Requetenmeisters. Und mein Vetter ist ein gewandtes Menschlein. Tauglich zu Allem, auch in Staatshän- delu nicht unerfahren. Hat der Teufelskerl doch bewirkt, daß ich Ew, Majestät eine sehr freudige Nachricht überbringen kann."
Der König horchte hoch auf.
„Der Teufel, das wäre?" fragte er neugierig.
„Nicht anders, als ich sagte ," erwiederte listig Olivier, „aber, Sire, bedenken Sie doch den verstorbenen Requetenmeister."
„Blutsauger!" schalt der König in komischem Unwillen. „Der Vetter soll die Stelle haben, nun aber auch heraus damit, was Du zu sagen hast."
„Ich küsse Ew. Majestät Füße," sprach der Barbier devot. „Ja, Sire, Ihr entsinnt Euch doch, vor wenigen Wochen den Wunsch ausgesprochen zu haben, eine der Schwestern von Berry möchte Euch Gehör leiben. Seht her, da habe ich gestern durch meinen Vetter dies Papier erhalten, nehmt Euch nun Euer Theil daraus."
Der König entriß ihm hastig den Brief und laS


