Ausgabe 
30.6.1847
 
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Die Weiber

nahmen, war auch Graf Albert von

Die Bohnensuppe.

Erzählung.

*) Hm. B. genommen.

Ihr gütige- Anerbieten wird mit Dank am

1562. Unter

Unter den Heerführern, welche in den Kriegen Landgraf Philipps des Großmüthigen sich auszeichneten, erwarb sich Friedrich von Rolshausen einen großen Namen. Er war zu Staufenberg, aus einer dort einheimischen burgmännisä en Familie, 1513 geboren. Bei der Einnahme der Ehrenberger Clause, auf welche per -Passauer Vertrag erfolgte, war er hauptsächlich thätig. Landgraf Philipp, dem er sich durch seine Persönlichkeit besonders empfahl, zog ihn nach seiner Befreiung an seinen Hof und ernannte ihn zu seinem Hofmarschall und Obersten. In diesen Zeiten besand sich Frankreich durch erbitterte Religionskriege in großer Zerrüttung. Landgraf Philipp schickte den Hugenotten ein Heer von 6000 Mann zu Hülfe und bestellte über vasselbe Friedrich von Rolshausen zum Kriegsobersten, den Freiwilligen, welche an diesem

(Eingesendet.) In der vorigen Nummer dieses Blattes wurde darüber gesprochen, daß man zum öfteren bei den hiesigen Bäckern kein Brod erhalten könne. Dieses veranlaßt mich in Bezug dessen, Fol­gendes zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

8 Einige der hiesigen Bäcker schützen vor, daß nur deshalb zum öfteren Brodmangel -eingetreten, weil sie für die jetzige Brodtarc nicht so sortbacken konn­ten, ohne bedeutenden Verlust erleiden zu müssen. Warum werden aber in Wiesbaden 4 S desselben Brodcs zu 16 17 kr., in Herborn, Dillenburg und allen anderen Städten des HerzoqthuMs Nassau ,u 17 unt> 18 kr. schon bereits seit drei Wochen von den Bäckern verabreicht? welche ebenfalls, wie die hiesigen Bäcker, ihre Früchte größtentheils von Mainz und der hiesigen Gegend beziehen. Da dieß einen Unterschied von 5 - 7 kr. aus jedes Brod aus­macht, so können demnach die hiesigen Backer wahr, haft keinen Schaden haben wohl aber sich aus Kosten der sämmtlichen hiesigen Einwohner nur be­reichern.

Man fragte einst den berühmten Dichter Milton, woher wohl der sonderbare Widerspruch komme , daß in gewissen Ländern der Fürst im 14. Jahre für re­gierungsfähig erklärt werde, während,das Heirathen vor dem 18. Jahre verboten sev?Meß kommt bafier?' erwiederte Milton,weil es schwerer ist, eine grau, als ein Volk zu regieren." Die Weiber, die gewöhnlich solche Phrasen nicht ungeahndet lassen, haben gerade damals keine Beweise über diesen kühnen Ausspruch verlangt, was unstreitig für Milton ein großes Glück war, denn wie hätte er beweisen wol­le,, ? __ Möglich auf folgende Art, wach jedoch etwas

partheiisch klingt:--Völker geben Bittschriften

ein und warten Antworten ab; Weiber geben Ant­worten und warten noch Bittschriften ab. Völker haben viele Zungen, doch es sprechen nur wenige; Weiber haben nur eine Zunge und sprechen viel, sehr vtel. __ Völker lieben ihre Herren und kämpfen mit

Anderen; Weiber kämpfen mit ihren Herren und lieben mit Anderen. Völker scheinen Unbezwingbar, wenn sie wollen; Wckber wollen, wenn sie unbezwingbar scheinen. Völker sind eitel auf ihre Beständigkeit; Weiber sind beständig auf ihre Eitelkeit. Völker revoltiren bei sehlechten Eonstitulionen, Weiber haben vie beste Constitution beim Revoltiren. Völker su- chen sich ihrem Herrscher immer mehr anzunähern; Fp^zug Theil Weiber suchen bei ihrer Annäherung immer mehr zu herrschen. Völker lieben, so lange sie zu leben haben; Weiber leben so lange sie zu lieben haben. Völker schmähen die eisernen Ketten und ehren die

Unterhaltendes und Gemeinnütziges.

goldene Freiheit; Weiber ehren die goldenen Ketten und schmähen die eiserne Freiheit". Völker Wurzeln, woraus des Staates Blüthen feinten} SBei* ber sind die Keime, woraus des Staates Wurzeln blühen tc. re.--So allenfalls hätte Milton ge­

sprochen ! Doch er lebte nicht in unfern Zeiten, nicht mit unfern Weibern, und zudem war er ja ein Eng­länder , die ohnedieß sehr eigene Ideen haben. Ja, si la bonheur, käme er jetzt und sähe unsere Weiber ! Das sind wahre Engel; sie haben zwar keine Flügel, aber sie flattern doch. Sie sind wahre Juwelen; man kann sie zwar nicht versetzen, aber fassen. Sie sind wahre Goldstücke; hian kann sie zwar nicht ausgeben, aber einnehmen. Sie sind wahre Glücks- loose; man kann zwar mit ihnen nichts gewinnen, aber verlieren. Sie sind wahre Sterne; sie leuch­

ten zwar nicht, aber putzen sich doch. Sie sind wahre Paradieskinder; sie sagen zwar ihrem Mann nichts davon, aber sie essen Aepfel., Sie Md wahre Raritäten; man zählt sie zwar nicht zu den Seltenheiten, aber schnell zu den Antiken. Sie sind wahre Wegweiser; sie bestimmen zwar nicht die Meilen, aber sie führen einen an u. s. w. Nun komme Milton und vergleiche" seine Weiber mit den unfern! Sie sind schön! würde er sagen, und die Schönheit war immer der Gott der Welt.

Es leben die Frauen, sie flechten und weben Schelmisch und heimlich Manches daneben.

Sinv's auch nicht Rosen im irdischen Leben, .

Möge der Herr es ihnen vergeben.*)