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Unterhaltendes und Gemeinnütziges.
Die jetzigen gesellschaftlichen Zustände.
Jeder ist seines Glückes Schmied. Das ist ein maiiichastes Sprichwort und wer es gemacht hat, dem hat das Herz aus dem rechten Fleck geschlagen. Es hat's aber nicht ein Einzelner gemacht, sondern das deutsche Volk ist sein Vater, und darum ist's ein maiiichastes Volk, das deutsche. Der Türke hat für ein solches Sprichwort keinen Sinn, er meint, ein blindes Verhängniß theile Glück und Unglück auS und habe Alles von Anfang her bestimmt, was darum Einer auch unternehmen möge, so könne er doch an seinem Geschick nichts ändern und die größte Weisheit bestehe darum in schweigender Unterwerfung unter die Hand des SchicksickS.---Darum
ist auch die Herrlichkeit des Türkenvolkes längst verschwunden, kraft- und thatlos sieht es stumpfsiurng seiner Auflösung entgegen, - es ist ihm nicht mehr zu helfen. Selbst ist der Mann, und kann ein Volk sich selber nicht mehr helfen, so hat sein Stündlein geschlagen, es muß von der Schaubühne der Weltgeschichte abtreten, um Lenen Platz zu machen, die noch von eigener Kraft getragen sind. Es giebt freilich auch unter den Christen Viele, die lieber mit Beten und Singen ihr Glück suchen, als durch eigene That erkämpfen möchten. Die gleichen eben den Kindern, die weiter nichts können, als schreien, wenn sie hungrig sind, bis man ihnen den Brei in den Mund streicht So meinen manche Leute, wenn sie zum Himmel schreien, so müßten ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen und ihr Glück fir und fertig vom Himmel herabfgllen, ohne daß sie eine Hand deshalb rühren. DaS ist freilich wahr unv wir wissen es Alle: Der Mensch denkt und Gott lenkt, unv ohne den Segen von oben ist all' unser Thun und Treiben vergeblich. Aber wenn der Himmel unser Thun segnen soll, so setzt das eben voraus, daß wir etwas thun, also thätig sind, und je thäti- ger wir sind, desto reicher der Segen. Wer aber n i ch t s thut, wie kann dessen Thun gesegnet werden? Der Schmied hat das Eisen nicht geschaffen und. die Kohlen nicht gemacht, daß sie brenne», das sind Stücke aus der reichen Schatzkammer der Natur, die ein Anderer angelegt und gefüllt hat. Aber wenn er nun am Auibos steht und warten wollte, bis ein Engel vom Himmel käme und ihm das Eisen schmiedete, würde er dann nicht in's Narrenhaus reif feint Darum wenn's Dir schief geht, so laß die Hände nicht sinken, sondern rühre sie um so rüstiger, um den Leck am Schifflein Deines Glückes zu verstopfen. Wenn Du aber statt deffen nichts als klagst und recht wüst thust, so steigt das Wasser immer höber und endlich ertrinkst Du. Es ist aber nicht nur beim Einzelnen so. Die Bürgerschaft klagt z. B. über-
schlechte Gemeindeverwaltung Was nutzt das? Jeder ist seines Glückes Schmied, auch jede Gemeinde. Warum habt ihr — — — gewählt?
Macht's das nächste Mal besser, so wird's besser geten, habt statt der Vetterfchast und Gevatterschaft die Gemeinde im Auge, und wählt einen Mann, der den Hammer tüchtig zu führen versteht, um das Glück der Gemeinde zu schmieden. Bloßes Naison- niren hilft nichts, sondern besser machen.
Der Bastard von Gemappe.
Historische Erzählung von F Menk.
(Fortsetzung.)
Da vernahm er das Raffeln der Schlussel, knarrend drehte sich eine kleine Seitenpforle und zwei Männer, ihm unbekannt von Angesicht, traten herein. Ihr scheues Umsehen, die Angst, mit welcher sie die Pforte wieder schlossen, hatte etwas Verdächtiges, und dennoch schienen es keine Diebe zu sehn. Pascal's Herz klopfte, als die beiden Fremden an ihm vorüberkamen; sie sprachen so leise, daß er trotz aller Aufmerksamkeit nichts hören konnte. Endlich hielten sie vor dem Altar, wokan der König stets zu beten pflegte, still.
„Du bist also sicher, Gascon, daß dieser der Altar des Königs ist," fragte der eine halblaut, doch so, daß cs unser Freund vernehmen konnte.
„Ob ich es weiß?" erwiederte der Andere ebenso; „das Bett meiner Frau kann mir nicht bekannter seyn. Rasch her das Fläschchen, der König vergißt nie, so ost er betet, die Ecken des Altars zu küssen, der Himmel gebe, daß er es heute mit besonderer Inbrunst thue, er mag sich den Tod daran holen."
Lachend schüttete er dann auf jede der Ecken einige Tropfen aus seiner Phiole. Pascal schauderte vor diesem unerhörten Bubenstück und pries die Allgewalt des Ewigen, der ihn Zeuge desselben werden ließ. Wie aber konnte er, der Einzelne, der Schwächere sich dieser beiden Schurken bemächtigen? — Sein Entschluß war kühn — eben, als sie an ihm vorüberschlichen, um die Kirche zu verlassen, sprang er aus seinem Versteck hervor und rannte dem ihm Zunächststehenden den Degen durch den Leib. Der ungeheuere Schreck wirkte auf den andern so furchtbar, daß er wie versteinert dastand; Pascal warf ihn mit einem leichten Stoß nieder und rannte daun laut rufend an die Kirchenthür, an welcher durch glücklichen Zufall, in diesem Augenblick ein Detachement der Königs-Leibwache vorüberzvg. Die beiden Böfewichter wurden Tristan übergeben irnd das ganze Complott dadurch enthüllt. Der Prinz von Oranien war die Seele dieser unerhörten Schandthat. Er hatte im vorigen Jahre Frankreich verlassen und


