Ausgabe 
20.10.1847
 
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§50

Hr. Sommer, Schloff, v. Holstein. Hr. Hallenberg, Fuhrm. V. Sachsenberq Hrn. Bnchdr Bormitier v. Stuttgart u. Nageln ». Altenau He. Becker, Först, v. Oberweidbach. Hr. Negemann, Handelsm. v. Hesborn. .Hr. Schmitt, Privatm. v. Frohnhausen- Jungs. Koppel v. Londorf. Hrn. Fuhrt. Weimar u. Schneider v. Marburg..

In der Sonne; Hr. Llndenrolh, Fuhrm. v. Frankenhain. Hr. Schäfer, Handelsm. v. Weilburg.

In der Rose. Hr. Dorncmann, Fabrik, v Kesselbach/ Hr. Metzger, Schneid, v. Lich. Hr. Kräuter, Fuhrm. v. Oberofleiden.

In den P r i v q t h ä u s e r n.

Bei Hrn. Schneiderin H.-Schneidcr II.: Hr. Schraner, Schneid, v. Hechingen. Bei Wittwe Berber im Hessischen Hof: Fr. Pfarr. Lindenborn v. Beedenkirchen. Bei Hrn. Prof. vr. Bogel: Hr. Di'. ".v.n:, Prof. v. Schaffhau­sen. Bei Wittwe Schmink'.: Hr. Krailtna. Schneid v. Mainz. Bei Wittwe Rothenberger- Hr. Hesse, Antiz. v. Hamburg. Bei Hrn. Prof. Dr. Wernher: Hr. »; sttteffel, Lieut. v. Darmstadt. Bei Hrn. Apoth. Witte- Hr. Vize­lins, Cand. v. ^Dodenau. Bei Hrn. Kaufm. Windecker: Hr. Fresenius, Act. v. Gladenbach. Bei. Hrn. Postm. Kempf: Hr. Eckstein mit Fr., Kaufm. v. Rotter vam.

NRteryalLeuLes und GeMsimrützLges.

A n frag e.

Wie kommt es daß in Gießen schon seit ge­raumer Zeit die Maß Milch 8 fr. kostet? wäh­rend solche in Darmstadt, Franksurt, Mainz re. nur 6 fr. kostökT-7" - '

Erwiederung auf die Erwiederung von S ....

Schluß.

Aus also, Ihr Handwerker! Vereinigt Euch, kommt zusammen zu einer gemeinschaftlichen Bera- thung, und überlegt, unter Zuziehung von sachkun­digen Männern, wie uni) auf welche Art Ihr Eure Gewerbe heben und in Flor bringen könnt. Laßt es aber bei Eurer Berathung nicht allein bewenden; sind die Mittel aufgefunden, wodurch eine Ver­besserung herbeigeführt werden kann, dann frisch ans Werk, und was Ihr beschlossen, kräftig durch­geführt. Ich habe Euch in Obigem meine Gedan­ken in Betreff einer Gewerbshalle für hiesige Stadt auseinandergesetzt; findet Ihr es Eurem Interesse angemessen, daß eine solche errichtet werde, dann nicht länger gezaudert. Ihr werdet finden, daß eine Sache, die so mancher Stadt zum Wohl uud Nützen gereicht, auch für Euch von ersprießlichem Erfolge seyn wird. Auch das habt Ihr noch zu bedenken, welch ein nvthwendiges Erfordcrniß, streng genommen, eine Jndustriehalle auch in anderer Hin- ficht für hiesigen Platz sey; denn laßt einmal die Eisenbahn fertig seyn, und es sehlie hier ein sol­ches Institut, so wird sich Zeder nach Frankfurt oder Mainz wenden, um seinen Bedarf einzukaufen.

Endlich nun noch die Vorschußkasse anlangend, die nothwendig mit einer solchen Anstalt, wenn sie dem armen Handwerksmanne Nutzen bringend seyn soll, verbunden seyn muß, so wird, falls der Gewerb- verein sich der Einmischung in diese Angelegenheit ent­halten sollte, hierfür doch leicht Rath zu schaffen seyn, so wie auch alle übrigen noch nicht näher er­örterten Puncte leicht erledigt werden können. Vor Allem kömmt eS erst darauf an, daß Ihr zusam­

mentretet und einen Beschluß fasset. Was mich anbetrifft, so habe ich im Geringsten kein persön­liches Interesse bei dieser Angelegenheit; nur Euer Gesammtwohl und dasjenige eines jeden Einzelnen von Euch möchte ich gerne fördern, und darum würde ich mich, sehr darüber freuen, wenn Ihr meine Worte beherzigtet, auf daß sie dazu Veran­lassung gäben, daß Eure Gewerbe gehoben und sie alle bald in einen recht blühenden Zustand versetzt würde».

Zum Schluffe aber, und bei dieser Gelegenheit kann ich es nicht unterlassen, noch einen Uebelstand zur Sprache zu bringen, welcher auf's Höchste geeig­net ist, die Ausbildung der Handwerker zu verhin­dern und der Hebung der Industrie entgegen zu treten, nämlich die leidige Gewohnheit der jungen Handwerker, am heimischen Herde zu bleiben, und sich nur nothdürftig mit den Kenntnissen auszustatten zu suchen, die in dem Heimathsorte erlangt werden können.

Jeder verständige Handwerker wird mir aber einräumen müssen, daß das Wandern die meiste Gelegenheit darbietet, den angehenden Gewerbtrei- benben in seiner Profession zu vervollkommnen und an nützlichen Kenntnissen und Erfahrungen reicher zu machen. Wer keine weitere Ausbildung sucht, als die, welche er in seiner Heimath erlangen kann, wird ewig ein Stümper in seinem Fache bleiben; denn er lernt sein Geschäft nur einseitig kennen. Alle diejenigen Handwerksvortheile, die in dieser oder jener Stadt, in diesem oder jenem Lande an­gewendet werden, bleiben ihm fremd; er lernt nur diejenigen Formen kennen, die in seiner Vaterstadt vorkommen; empfängt er bei künftiger Ausübung seines Gewerbes irgend einen Auftrag, der eine höhere Ausbildung erfordert, er kann ihn nicht zur Zufriedenheit des Auftraggebers ausführen, und muß, wenigstens sich selbst, zu seiner eigenen Schande gestehen, daß seine geringe Kenntniß von seinem Ge­schäfte daran Schuld sey. Der Besteller aber ver­liert das Zutrauen zu ihm und wird sich mit seiner Arbeit künftig zu einem andern, geschickteren Meister wenden. Kommen dergleichen Vorfälle öfter vor,