Ausgabe 
17.11.1847
 
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Sartorius- Jungfer Nenzel ». Oberbreidenbach. Bei Hrn. Crimin.-Richt. Klingelhöfer: Hr. Buff m. gr., Landricht. ». Rödelheim. Bei Hrn. Chr. Vogel: Hr. Scharmann, Privatm. v. Köddingen. Bei Wilhelmine Ritter : Frl. Huber v. Badenrod. Bei Hrn. Steindeck. Koch: Hr. Strss her, Wcißbind. v Bischoffen. Bei Hrn. Schuhm. Wagner

Unterhaltendes

Das g e st ö r t e G l ü ck. Zweites Dild.

Monde kreisten, Jahre schwanden In dem Strom der Zeit, Doch dem Gatten blieb der Kummer, Blieb das bange Leid. In dem Kreis', wo die Berblich'ne Ehmals herrschte mild, Waltet nun die liebeleere Gattin störend, wild!

Und es flicht des Hauses Friede, - Zwietracht kehret ein, Und es thiirmcn tausend Schrecken Sich in schwarzen Reih'n! In die freudenlose Ocde Blinkt kein heit'rer Stern, Und so bleibt des Himmels Segen Ewig, ewig fern'! »Schwer, o Welt, sind deine Träume!» Ruft der Gatte laut, »Weh'! wer auf des Weibes Treue, »Auf die Falsche I baut. »Wer an ihrer truggefüllten, »Gift'gcn Schlangenbrust »Erst zu spät den Stachel ahnet »In der sel'gcn Lust!» «Lüstern in des Mannes Armen »Sie von Liebe brennt, »Heuchelt glühend ihm Gefühle, »Die ihr Herz nicht kennt! »Manches Weh', von ihr gestiftet, »Manche Grausamkeit »Ruhet blutig in dem Schooße »Der Vergangenheit!« »Doch nicht Dir, verklärtes Wesen, »Weih' ich meinen Groll! »Edle Gattin ruh' in-Frieden, »Schlummre sanft und wohl! Träume-süß von Deinen Lieben »In dem Todtenhain, »Wo kein Leiden dieser Erde »Dringt gunt Herzen ein.» D'rauf schließt er an's Herz das theure, Vielgeliebte Kind, Und auf seine Locken eine Vatcrthräne rinnt.

Blicket trauernd zu ihm nieder; Ein verblich'nes Bild Zieht ihm durch die düstre Seele Lieblich, engelmild:

Plötzlich wie die Blitze sprühen Durch den Wolkensaum Schreckt die Gattin, die entmenschte, Ihn aus seinem Traum.

Reißt das Kind ihm von dem Herzen, Von der Vaterbrust!

Und sein Angstgeschrei, sein Beben Ist ihr hohe Lust!

. Hr. Wagner, Beigeordn. v Crumbach. Bei Hr». Maj. Moter: Hr. v. Zangen, Access, v. Gießen Bei Hrn.

, Leinweb. Arnold: HP. Rausch m. Fr., Oecon, Fr. Herber u. Fr. König v. Merlau. Bei Hrn. Zimmermeist Grube: Fr.

. Dederer m. Tocht. v. Oehringen. Bei Hrn. Heinr. Bätz: Fr. Bätz v. Stockhausen.

Gemeinnütziges.

Auf den Knieen liegt der Knabe

Vor der Richterin;

Ach! es mildert nicht sein Flehen Ihren harten Sinn!

Und in seine zarten Glieder Prägt in Raserei Sie die grauenhaften Spuren Ihrer Tprannei!

Schrecklich ist das Weib im Zorne, Schrecklich in dir Wnth!

Unheil und Entsetzen brütet Sie in wilder Glut!

Ihre Pläne, die dem schwarzen Höllenpfuhl verwandt. Streuen Gifte, trüg'risch süße, In das Erdcnland!

In der Brust' der falschen Mutter Wohnt kein Zartgefühl, Ihre kalte, harte Strenge Kennt kein Maaß, kein Ziel. Uebt nicht jene süßen Pflichten, Nicht das Sorgen zart, Das im häuslich stillen Kreise Treu die Lieben wahrt.

Und so ist der arme Kleine Ewig ihr ein Dorn, Und so ist er eine Beute Ewig ihrem Zorn.

Immer neue Qualen schmiedet Ihm ihr falsches Herz, Jeder neue Morgen bringet Ihm auch neuen Schmerz.

Freudlos gleiten seine Tage, Düster wie die Nacht, Die in tausend bunten Farben Ehmals ihm gelacht.

Und ps bleichen seine Wangen, Und sein Lenz verblüht;

Denn ein Leiden schon sein zartes, Junges Herz durchzieht.

Abend wird's. In Schlummer sinket Er in Vaters Arm, Und es drückt die treue Liebe Ihn am Busen warm;

Und es steigt der Engel nieder Stille, ungeseh'n, Kehrt die Fackel um und lächelnd Schwebt er in die Höh'n.

Morgen ward's Im tiefen Oste» Stieg das sühe Roth;

Doch das Kind am Vatcrhcrzcn, / Ach! das Kind war tobt. -

Weh'! schon wird des Richters Stimme In der Sünd'rin wach, Schon folgt ihr des Himmels Strafe Auf dem Fuße nach!

. Theodor Loo».

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Druck und Verlag der G. D. Brühl' schen Buch-- und Steindruckerei.