Ausgabe 
16.6.1847
 
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Im Darmstaedter Haus . Hr. Hirge, Schausp. v. Mann­heim. Hrn. Geschäfts! Dielmann v. Bicken, Burckhardt ». Reifenberg, Ziffe! v. Holzhausen, H. Müller v. Karlsruhe u. I. Müller v. Kirchgöns. Hr. Ditschler, Fuhrm. v. Bü­dingen. Hr. Negell, Oecon. v. Kirchgöns. Hr. Wenderoth, Geschäftsm. v. Cassel. Hr. Kuhl, Fuhrm. v. Homberg.

In der Sonne: Hr. Schmitt, Geschäftsm. v. Münster. Hr. Wagner, Handelsm. v. Beuern. Hr. Baldus, Gastw. v. Niederscheld. Hr Goldmann, Handelsm. v. Ershausen. Jungfer Bolp v. Grünberg. Hr. Reh, Geschäftsm. v. Billin- gen. Hrn. Geschäfts!. Decher u. Klein v. Landenhausen.

In der Rose: Hr. Mehl, Handelsm. v. Hochelheim. Jungfer Walz v. Hungen. Hrn. Maur. Mepcr v. Weiler u. Junker v. Winnenrod. Hr. Oehme, Knopfmach. v Görlitz Hr. Feldmann, Glaser v. Grünberg. Hr. Theiß, Geschäftsm.

Feuilleton.

(Aus der Flora des Lebens.) Manns­treue. (Fidelitas masculina.) Diese Pflanze ist gänzlich im Eingehen; sie wird ganz und gar von der Oberfläche der Erde verschwunden sehn, wie das aus­gestorbene Geschlecht der Möpse, daher nicht viel von ihr zu sagen ist.

Rosinenstengcl. (Gummi Specereikraemerei.) Auch Kramdiener, Ladenjüngling, Schwung genannt, ist von verschiedener Qualität in großen und kleinen Städten zu sinden. Die großen Rosinenstengel neh­men sich des Sonntags viel heraus, verbergen die erfrorenen Auswüchse in Glaskapseln, geben den Ton auf den Kirchweihen und Tanzböden an, beäugeln die weibliche Blüthe durch eine Lorgnette von Fensterglas, leiden Montags an Katzenjammer, verschwenden viele süße Worte und Händedrücke an die Köchinnen aus ihrer Kundschaft, nähren sich die Woche über von schmaler Kost und den Schimpfreden ihrer Principale und sind an Schmutz und Oelflecken kenntlich. Die kleinen Rosinenstengel, auch Lehrjungen genannt, sind die Sündenböcke der großen: auf sie wird jedes Ver­sehen geschoben. Sie werden häufig gezwungen, wider Willen Kopfnüsse, Ohrfeigen und Backfische zu genie­ßen , weshalb sie sich ost selbst mit Thränen begießen.

Süßling oder Zuckerwurzel. (Radix dul- camara.) Diese Pflanze, die in jedem Klima fort­kommt , ist bei Stutzern und Modeherren sehr beliebt. Dumme Gänse ziehen sie jeder andern Nahrung vor und schreiben ihr nährende Kräfte zu. Bei verständi­gen Frauenzimmern erregt sie leicht Eckel und Er­brechen.

Vor einiger Zeit wurde in Loitsche ein Kind geboren, welches eine Mutter und drei Großmütter am Leben hat. Die Mutter des Kindes ist 22 Jahre alt, die erste Großmutter ist 44 Jahre alt, die zweite Großmutter ist 68 und die dritte Großmutter ist 91 Jahre alt.

v. Flensungen. Sr. Horst, Sold. v. Lohrau. Hr. Jsenbach, Geschäftsm. v. Wetzlar. He. Wolf, Steinh. v. Lich.

In den Privathäufern.

Bei Hrn. Hofger. - Secret. Balser: Jungfer Lohr v. Schlitz. Bei Hrn. Schuhm. Holberg: Jungfer Präger v. Lasphe. Bei Hrn. Reallehr. Dickor«: Frl. Kraft v. Friedberg. Bei Hrn. Geh. Just.-Rath v. Helmolt: Hr. v. Helmolt, Oecon. v. Neustadt. Bei Fr. Dr. Möbus: Frls. Reiß v. Dieburg u. Römheld v. Dautphe Bei Hrn. Salom. Kaufmann: Hr. Herz, Kfm. v. Weilburg. Bei Hrn. Dr. Tasche: Hr. Tasche, Bergverwalt. v. Salz­hausen. Bei Hrn. Apoth. Witte: Fr. Decan Algeper v. Langgöns. Bei Hrn. Schuhm. Berg: Fr. Schäfer m. Kind v. Bellersdorf. Bei Wittwe Kühn: Hr. Wachter, Cand. v. Darmstadt.

In dem Blutstropfen eines Menschen durch ein Hydrogen-Mikroskop, das 20,000,000 vergrößert, ge­sehen , sollen sich nach Bronsen alle Thierarten der Erde befinden, und in demselben der Grundurstoff des Universums enthalten seyn. Im gesunden Zustande sind die Thiere ganz ruhig, wenn der Mensch aber krank ist, kämpfen sie gegenseitig miteinailder. Das klingt allerdings etwas kurios, wenn man bedenkt, daß man so kleine Löwen, Tiger und Elephantchen bei sich hat, während manche zarte Dame sich vor einem kleinen Würmchen fürchtet.

Vier Bursche waren vom Statisten-Direktor ge- miethet, die Elephantenbeine beim Aufzuge der großen Oper vorzustellen. Als der Elephant langsam und gravitätisch vorn über die Scene schritt, fing es im linken Hinterfuße sich seltsam zu regen und zu geberden an. Der rechte Hinterfuß, welchem dieß auffiel, sprach zu dem unruhigen:Du! was machst Du denn für Spektakel?" Der linke Hinterfuß erwiederte:Drü­ben ist meine Liebste auf der Gallerte, und die soll mich spielen sehen."

Ballmann, der bekannte beliebte Komiker des Leip­ziger Theaters, kehrte spät in der Nacht aus einer Gesellschaft zurück. Lustig, wie immer, trällerte er ziemlich laut einige der neuesten Opern-Arien vor sich hin. Plötzlich trat einer der mit langen Spießen be­waffneten Nachtwächter auf ihn zu.Herr, wissen Sie nicht, daß man in Leipzig, wenn man nach Hause geht, nicht singen darf?" Ruhig legte Ballmaun seine Hand auf die Schulter des Bespießten und sagte:Ja, lieber Freunv, ich gehe aber noch nicht nach Haufe."

Als kürzlich ein Mörder in Ereter gehängt werden sollte, trat der Scharfrichter vor ihn hin und sagte: Mein Herr, wenn Sie dort oben auf der Plattform seyn werden, so halten Sie den Kopf etwas hoch, Sie werden sich besser dabei befinden." Der De­linquent antwortete:Ich danke Ihnen verbindlichst," und stieg ruhig die Leiter hinan.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'fchen Buch- und Steindruckerei in Gießen.