Ausgabe 
11.12.1847
 
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Im Stern : Hrn. Privatl. Somber ». Dammshausen, Arnold v. Gönnern u. Plack v. Biedenkopf. Hr Wolf, Handelsm. o. Braunfels. £>r. Bohle, Fuhrm. ». Vöhl.

in der Sonne: Lr. Wagner, Handelsm. v. Beuern. Fr. Goldmann v. Ershausen.

In der Hose: Hr. Fest, Fuhrm v Homberg. Hr. Riegel, Müll. v. Grünberg. £>r. CaSparp, Geschäftsm. v. Niederohmen. Hr. Mefferschmidt, Wagn. v. Dorfgill.

Zn den Privathäujern.

Bei Hrn. Kfm. Windccker: 2 Frls. Fresenius v. Crum­bach. Bei Hrn. Schneider Wiedemeper: Frl. Cramer v. Rodheim Bei Hrn. Prof. vr. Schäfer: Hr. Schäfer m. Fr., Kamm.-Direct. v. Schlitz. Bei Hrn. Nathan Heß:

Fr. Sorte v Frankfurt. - Bei Hrn. Hofg.-Botenmeist. Lehr: Hr Schilling. Fabrik, v. Schlitz. - Bei Hrn. Geh. Just-R. v Hclmolt: Fr. Apoth. Sander v. Alsfeld - Bei Hrn. Gpmn.-Lehr JDr. Drescher : Hr. Drescher, Actuar v. Gießen Bei Hrn Buchb. Balser: Znngfer Wich v. Ludwigsbütte. Bet Hrn Hofger -Advoc. Dr. Sundheim : Hr. Bode, Privatm. v. Marburg. Bei Hrn. Georg Becker: Fr Müller m. Sohn v. Großeneichen. Bei Hrn Landr Welcker^ Fr. Pfarr. Köller v. Hausen. Bei Fr. Lederhändl. Keil: Hr. Müller, Dort. v. Oppenheim u. Hr Müller, Mal. v- deshcim Bei Hrn. Michael Stern: Hr. Lazarus, Pferde- händl v. Gladenbach Bei Hrn Chr. Meyer: Hr. Landmann. Canzcl. v. Büdingen u. Fr. Pacht. Meyer v. Hermannstein.

Unterhaltendes und Gemeinnütziges.

Der arme Man n.

Im Schlummer

Liegt Alles! Es ruhet der Kummer, Es schweiget der düstere Schmerz.

Die Sterne,

Sie winken aus nächtlicher Ferne,

Und Ruhe durchziehet das Herz.

Die Sorgen

Des Lebens, sie ruhen bis morgen,

Es ruhet die fleißige Hand;

Es schwebet

Gott Morpheus hernieder, und webet

Um's Lager sein lieblich Gewand.

Doch draußen

Da wandert ein Mann und es brausen

Die Winde so eisig und kalt;

Das bleiche,

DaS düstere Antlitz ist Zeuge

Von Schmerz, der die Brust ihm durchwallt.

Mit Thränen

Erhebt er, mit Bangen und Sehnen,

Zum Himmel den klagenden Blick: »O sende

Mir Frieden!» so ruft er, »und wende »O Vater, mein herbes Geschick!

Zergehens!

Die eiserne Fügung des Lebens

Bleibt dunkel Dir; änderst Du sie? Die Klage

Ach, ruft die vergangenen Tage

Jn'S Leben Dir, Sterblicher ! nie.

Er faltet

Die Hände. Doch wehe! erkaltet

Ist Mitleid und Herz und Gefühl!

Das Sehnen

Nach Schätzen, dem Mammon zu stöhnen, Ist Richtung, ist ewiges Ziel!

Und wieder

Erhebt er das Auge, und nieder

Die Thräne, die brennende, rinnt;

Im weißen,

Zm schneeigen Haare, im greisen. Wühlt höhnend der tosende Wind!

Am Stabe

Er weiter wankt; ach, und zum Grabe

Führt wohl ihn der nächtliche Gang;

Zhn beuget

Die Schwere der Leiden, es bleichet

Sein Auge, zu groß ist der Drang!

Ihm winket. ,«t

Der Hafen der Ruh', und er sinket Entseelt an die felsige Wand !

Gehoben "i-ffomR

Von Seraphsschwingen nach Oben,

Verließ er das irdische Land!

Auf grauer,

Auf alter, verfallener Mauer

Der Uhu so schaurig ruft.

Und leise,

In geisterhaft klingender Weise,

Durchstreifet sein Klagen die Luft!

Im Sturme

Die Fahn' auf dem schwindelnden Thurme

So grell durch die Lüfte hin schrillt!

Es steigen

Die Geister zum festlichen Reigen

Empor in dem Todtengefild'!

Die Stätte

Der Ruh' liegt so ferne! Die Kette Der Leiden wächs't fort und fort!

Verronnen

Sind all' ihm die heiteren Sonnen;

Ihn ladet kein freundlicher Ort.

Es jagen

Die Wolken, vom Sturme getragen, Am Himmel hin regenschwer;

Das Grollen

Des Lebens, das Stürmen, das Tollen, Der Torte, er hört es nicht mehr.

Der Arme!

Er ruhet nun aus von dem Harme, Den ihm nur das Leben hier gab.

Es thürmen

Sich Wolken, die Winde, sie stürmen Dumpf klagend über sein Grab.

Theodor Loo«.

Das Leben

Kann nichts mehr dem Armen nun geben, Verschlossen bleibt jegliches Herz;

Vom Throne

Des Glücks schaut mit kastem ^obne Der Lüstling den Bruder im Schmerz!

-brad uni) Verlag der G. D. Brüll'scheu Buch- und Stembrruker«.