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Fürst

D^ck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei in Gießen.

Charade.

Die erste findet ihr in jeder Schar Ade! so ruft die zweite immerdar Den Scheidenden, wenn fle uns lieb gewesen Das Ganze habt ihr eben jetzt gelesen.

Sträußchen für Damen.

(Fortsetzung.)

A st e r n.

Wenn im Herbst die Astern blühen, » Denk' ich an den eis'gen Winter, Der mit seinem Sturm entblättert Bald des Lenzes letzte Kinder.

Wenn im Herbst die Astern blühen, Denk' ich an die Frühlingszeiten, Lasse ihre goldnen Bilder All' an mir vorübergleiten.

Wenn im Herbst die Astern blühen, Denk' ich an die Knabenjahre;

Blick' ich ahnend in die Zukunft: Ach, fie kündet nie das Wahre." Wenn im Herbst die Astern blühen, Denk' ich an die Theuren alle, Die mir schlummern unter'm Rasen' Nach des Looses ew'geni Falle.

Wenn im Herbst die Astern blühen. Denk' ich still zu einem Grabe, Das den besten Freund umschließet, Weih' ihm eine Liebesgabe.

Wenn im Herbst die Astern blühen, Möcht' ich schweifen in die Ferne, Möchte ziehen mit der Schwalbt, Möchte flieh'n die Heimath gerne.

Wenn im Herbst die Astern blühen. Denk' ich Ihrer, die so ferne, Blick' ich fragend auf zum Himmel: Ist Sie glücklich, gold'ne Sterne?" Und es zieht mich fort ein Sehnen, Fröhlich wandr' ich in die Weite, Und ein munter Liebesliedchen Gibt mir freundlich das Geleite.

Und so wandr' ich immer weiter, Bis ich komme, wo Sie weilet; Wiedersehn ist Götterfreude! Doch die neid'sche Zeit enteilet.

Trennung naht, des Glückes Frieden, Seufzend muß ich weiter ziehen;

»Und wann sehen wir uns wieder?« »»Wenn im Herbst die Astern blühen!»«

Förderer der heimathlichen Geschichte widmet diesen Grabstein sein Freund und dankbarer Schüler C. W. L.

von Metternich."

(Schluß folgt.)

Auflösung des Räthsels in 32 71: Rase.

blühendsten Wohlstände.

Nieder-Walluf wird schon in Urkunden vom Jahr 770 genannt. Im 10. Jahrhundert unter Kaiser Olto I. kam cs mit dem Rheiugau an Kur- Maiur.Eltville (alta villa) ist einer der ältesten Orte des Nheingaues, der in der Karoling'schen Zeit sein Dasevn erhielt und fast zu gleicher Zeit mit Darina stadt, von Ludwig dem Bayer (1332) zur Stadt er­haben wurde. König G ü n t h e r v o n S ch w a r z- b ur g entsagte hier im Jahr 1349, von seinem Gegner Karl IV. belagert und bedrängt, der Krone und starb bald darauf in Frankfurt, wie man vermuthet, durch Gift Im 14. und 15. Jahrhundert war Eltville die Münzstätte und beliebte Residenz der Erzbischöfe von Mainz. Weiter abwärts erhebt sich das auf eenem 340 Fuß hohen mit Weinreben bedeckten Berge Schloß Johannisberg. Der Berg, welcher aanz der Sonne zugekehrt ist und einen der köstlichsten Weine erzeugt, dessen Feuer durch die absichtlich spatere Lese noch vermehrt wird, war früher Eigenlhum der Erzbischöfe von Mainz. Erzbischof Ruthard gründete auf demselben im Jahr 1106 ein Benedletiner-Kloster mit schöner Kirche. Unter Adalbert I. wurde das Kloster zur selbstständigen Abtei erhoben (1130) unter dem Schirme Kaiser Konrads HI. Sem Schwager, Rheingraf Richolf legte für Frauen am Fusse des Beraes dieJohannisberg Elans" an, deren Gebäude noch vorhanden sind. Der Markgraf Albrecht, von Brandenburg verbrannte im Jahr 1525 die Abte, zum Tbeile und die Schweden zerstörten im 30 jährigen Kriege'den erhaltenen 'Rest. Im Jahr 1641 wurde der Berg, der wegen seines köstlichen Weines |eit den frühesten Zeiten in großem Ansehen stand, an den Reichspfennig-Meister Hubert von Biegmann gegen 30 000 ft. verpfändet, und später (1716) von dem reichen Fürstabte von Fulda, Adalbert von Wal­der ndorf, eingelöst, und von demselben das jetzige prächtige Schloß aufgeführt. Im Jahr 1802 kam diese herrliche Besitzung an den Prinzen von Or anlen (König Wilhelm I. der Niederlande); 1806 schenkte sie Napoleon dem französischen Marschalle Keller- manu und 1816 erhielt sie der österre.ch.,che Staatskanzler, Fürst Metternich von dem Kaiser

8eßtn _ In der um 1150 im romanischen Style erbauten / Schlosskirche ließ der Fürst dem rühmlichst bekannten Mainzer Geschichtsforscher N i c o l a u s B o g t einst eine Zierde der Universität Mainz, ein Denkmal errichten mit folgender, aus des Fürsten eigener Feder geflossener Inschrift:Hier wählte jetne Ruhestätte Nicolaus Wogt, geb. zu Mainz am Decbr. 17.1 >, gest zu Frankfurt am Main am 19. Mai 183b. Dem treuen Verfechter des alten Rechts, dem begeister­ten Freun.de des deutschen Vaterlandes, dem eifrigen

Landhaus an das andere und geben dem ganzen Striche daS Ansehen einer einzigen langgestreckten Ortschaft tm