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mlttelten Einwohnern vorüber, denn gar Manche derselben verhindert Alter, Kränklichkeit oder häusliche Abhaltung, ihren Lebensunterhalt zu gewinnen, Viele können nicht so viel erwerben, als sie nur zur Noth- durft, selbst bei der eingeschränktesten Sparsamkeit gebrauchen und Alle drückt die Theuerung in hohem Grade.

Es ist deßhalb, was wir hier öffentlich kund geben zu müssen glauben, bei der am 3. d. M. abgehal­tenen General-Versammlung der Vereins-Mitglieder einstimmig als sehr wüuschenswerth, ja als nothwendig, erkannt worden, daß mit der Erschöpfung des früher gesammelten Unterstützungsfonds die gegründete Anstalt nicht geschlossen, sondern solche auch forthin und zwar, wenn irgend möglich, dis zur Erndte, erhalten wer­den möge, wodurch namentlich auch der wichtige Zweck erreicht werden könne, daß die unbemittelte arbei­tende Klasse der Einwohner sich eine weit billigere Nahrung zu verschaffen im Stande sey, als dieß sonst wohl ausführbar wäre.

Um aber die Fortdauer der Anstalt zu sichern, muß das unterzeichnett Comitö in Auftrag der General- Versammlung die Mildthätigkeit der hiesigen wohlhabenden und bemittelten Einwohner nochmals in Anspruch nehmen und um Verwilligung weiterer Beiträge für die Zeit vom 15. d. M. bis wohin die Anstalt noch aus vorhandenen Mitteln erhalten werden kann bis gegen Ende Juli, also für weitere 3 Monate, dringend anstehen.

Es wird in diesen Tagen die frühere Subskriptionsliste abermals in Cirkulation gesetzt werden und eS glaubt sich das unterzeichnete Comite der angenehmen Hoffnung überlassen zu dürfen, daß die neue Samm­lung einen eben so erfreulichen Erfolg haben werde, wie die früher veranstaltete und daß dieselbe allsei­tige Theilnahme, in allen Ständen der Einwohnerschaft, nach den Kräften und Mitteln eines Jeden, finden werde.

Zugleich aber entspricht das Comite dem Beschlüsse der General-Versammlung, indem es nachstehend über die bisherige Verwaltung eine kurzgefaßte Nachweisung liefert:

Die Einnahmen des Vereins betrugen bis zum 31. v. M.

1 .) aus den in der Stadt veranstalteten Sammlungen . . . 1312 fl. 27 fr.

2 .) von verschiedenen Geschenken 5 ,, 50

3 .) von in der Suppenanstalt verkaufter Suppe 507 ,, 18 ,,

4 .) von Karten, welche zur Abgabe an Arme angekaust wurden . . 13 56

Zusammen 1839 fl. 31 fr.

Vom 11. Januar bis 31. März wurden im Durchschnitte täglich 700 Portionen Suppe, also in so Tagen etwa 36,000 Portionen abgegeben, sicherlich ein Beweis, daß man das Bedürsniß einer solchen Anstalt gefühlt hat und daß sie dem Armen eine Wohlthat war. Der Kostenaufwand für diese Suppen betrug 1655 fl. l*/t fr., wonach die Portion Suppe etwas mehr als 1% fr. (genau 713X40 Heller) gekostet hat.

In der Summe von 1655 fl. 1% fr. sind die Kosten begriffen, welche die Anschaffung des Geschirrs, des Brennmaterials, der Belohnung des Aufsehers und der Köchinnen rc. verursacht haben, nicht aber die der Einrichtung der Küche, welche der Stadtvorstand mit dem Kostenaufwande von ungefähr 150 fl. her- gestellt hat.

Der tägliche Geldbedarf betrug sonach durchschnittlich 20 fl. 41% fr., ist aber nach und nach von ungefähr 15 fl. auf nahe an 24 fl. gestiegen.

Verbraucht wurden vom 11. Januar bis 31. März:

Bohnen 3 Mesten.

Milch 128 Maas.

Zwiebel 436 K.

Salz 728 K.

Gerste 792 S. Brod 392 Laibe Mehl 752 K.

Kartoffeln 73% Mir.

Erbsen 77IS Mir.

Linsen 3'/'s Mltr.

Hirse 897 g. . Fett 450 K. Bohnen 3 Mesten.

Für Weißkraut, Würsing, gelbe Rüben sind etwa 35 fl. verwendet

Reis 55 K.

Fleisch 150 g.

worden.

Gießen den 5. April 1847.

Für das Comite des Hülfsvereins.

Prinz. Dr. Bansa.