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Der gcsündern Kartoffeln giebt es dermalen so viele und der Preis der auserlesenen Waare ä t fl. 45 fr. bis 2 fl. per Malter ist so mäßig, ja dieser scheint nach allen Anzeichen noch so herabzugchen, daß kein Abhe.ltungsgrund dazu vorliegt. Hat man ja diesen Preis in Jahren ohne allen Mangel an Lebensmitteln, rcsp. mit geringeren Preisen derselben, zu bezahlen keinen Anstand genommen
Nie und nirgends wäre sodann das Sparen an Saatgut, durch Ausschneiden der Keime, Zerschneiden der Kartoffeln un d a ndere Kü nsteleien, womit man so gerne bei der Hand ist, weniger am Orte als diesmal, bei einem Saatgute, dessen völliger Gesundheit wir nicht gewiß sind, in einer Zeit wie der jetzigen, die nun schon seit einer Reihe von Jahren in dem Character der Witterung die so wohlthätige nöthigc Abwechselung so wenig zu zeigen pflegt, wo Nässe oder Trockenheit, Kälte oder Wärme je immer nur zu lauge anzuhalten pflegen, wo somit der dem Schooße der Erve anvertraute Keim der ihm von der Natur angewiesenen Hülle, als Schutzmittel gegen solche Unbilde, nur um so nöthiger bedarf. Darum unterlasse man auch das sonst weniger unsichere Auslegen größerer Stücke, zumal bei nicht ganz entschieden gesunden Kartoffeln, als, nach allen Erfahrungen, die aus ungewöhnliche Nässe oder Trockenheit zuerst zurückbleibenden Kartoffelstöcke immer zu denjenigen gehören, wo Stücke ausgelegt wurden.
Auch die Auswahl ganzer Kartoffeln verdient, in Beziehung auf die Größe, eine ganz besondere Beherzigung und ganz andere Rücksichten, als die, von denen man gewöhnlich auszugeben pflegt Um ebenfalls an der Saat zu svaren, werden gar häufig kleine Kartoffeln verwendet Durch sichere Versuche ist es aber längst erwiesen, daß auf gleicher Fläche, bei gleichem Gewichte oder Quantum kleiner Saatkartoffeln die Ernte von diesen immer etwas geringer ist, als von dem gleichen Gewichte und Quantum größerer Srat- kartoffeln. Kleine Kartoffeln, als ohnehin häufig durch Nachwuchs entstanden, vermeide man daher um so pflichilicher, je weniger ihre geringe Größe in der Art der Kartoffeln selbst liegt. Kartoffeln mittlerer Größe unzerschnitten zu legen, bleibt darum nach allem diesen gewiß immer das Beste.
Daß man, wie in diesen Blättern schon mehrmals angeregt, die Saatkartoffeln auch noch zur Zeit des Steckens vor aller Gefährdung, wie z. B. Stchenlassm in Säcken k. , sorgfältig zu schützen habe, bedarf wohl kaum einer Erinnerung. Insbesondere hüte man sich vor Verletzungen der bei der ge inden Witterung des verflossenen Winters zum Thcil schon sehr vorangeschrittenen Keime; denn mit diesen ist das der Kartoffel von der Natur auferlegte Geschäft um so mehr als geschlossen zu betrachten, je schwächer ihre eigenen Kräfte sind.
Frischer Dünger, wenigstens der von Pferden und Schafen, jetzt noch, möchte nicht zuträglich sein, wenigstens nicht auf unthäfigcm schweren oder gegentheils allzuhitzigem Boden. Mit Ausnahme des letzteren würden hier Asche, Gpps, Salrabsälle re. gewiß zuträglicher sein.
2. Behandlung der Kartoffeln beim Legen.
Das freudige Wachsthum der Kartoffeln ist von einem mäßigen Grade von Wärme und Feuchtigkeit des Bodens wesentlich bedingt. Tritt darin ein Uebermaaß ein, so leidet es alsbald. Wir müssen daher auf Schutzmittel hiergegen sehr bedacht sein, und zwar ganz besonders für die erste Zeit der Vegetation, d. h. so lange die Kartoffeln noch nicht kräftig genug sind, um Unbilden jener Art zu trotzen. Mit dem gewöhnlichen Felgen (Hacken) und Häufeln kommt men häufig viel zu spät, denn bis dahin können die Kartoffeln schon sehr Noch gelitten haben. Wer es mit zur Nässe geneigtem Boden, undurchlass ndem Untergründe, ja selbst nur mit kaltem Boden zu thnn, hat jedenfalls ganz besondere Vorficht anznwenden Einer der solidesten Wege ist der, daß man auf Boden jener Art die Kartoffeln, statt in den Acker, auf den Acker, nach vorher gezogenen Streifen, legt und sie mit der zwischen diesen liegenden Erde überdeckt. Dadurch ist schon vom ersten Anfänge an der Feuchtigkeit Gelegenheit zum Abziehen gegeben. Der Boden erwärmt sich in seinen oberen Schichten früher als in den unteren und die Vegetation nimmt daher einen rascheren Fortgang.*)
Selbst aus Boden, welcher der Nässe weniger ausgesetzt ist, namentlich aber beim Einstufen der Kartoffeln, versäume man nicht, dafür zu soraeu, daß doch wenigstens später regelmäßige Furchen gezogen werden können. Das vorige Jahr hat ganz deutlich gezeigt, wie unter gleich guter Beschaffenheit und Bearbeitung von wenig durchlassendem Boden die mit der Hand in Verband gelegten Kartoffeln weit mehr von der Nässe litten, als die cingepflügten, weil dort allerdings die Feuchtigkeit nicht so leicht abzichen konnte.
Beim Einpflügen der Kartoffeln selbst werden häufig noch zwei Fehler begangen, nämlich a) das Legen der Kartoffeln in den Winkel der vom Pfluge gezogenen Furche, und
*) Die nähere Beschreibung dieses Verfahrens, vom Herausgeber der landwirthschastlichen Zeitschrift, findet fich in Nr. 29 derselben vom vorigen Jahre.


