Ausgabe 
10.12.1845
 
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Diesem zu entsprechen haben sich auch hier die Unterzeichneten verbunden, um ihre Mitbüraer und Freunde aufzufordern zu einem Verein, der zum Zwecke haben soll, die Noth und das sittliche Ele d mancher Kinder in chrer traurigen Stätte aufzusuchen und sie daraus zu erretten. Dieser Dere n mrd den Namen fuhren: 0 1 "°uc,u nirD

Pestalozzi-Berei«.

Bon der Ueberzmgung ausgehend, daß man in dem engem und nahen Kreise umsichtiger und wirksamer emgreifen und helfen kann als m großer» Kreisen und in der Ferne, glauben die Unterzeichneten sich vorerst aus den Kreis Gießen beschranken zu müssen , um in der Nähe das Elend nach Kräften möglichst verbannen zu helfen.eit baven entfernt, dem Ausruf von Diesterweg in Berlin, und dem aus der Schweiz von Zschokke und anderen Aufrufen edler Männer hindernd in den Weg zu treten, glaube» sie vielmehr diesem Zwecke ,m Ganzen und im Großen auf diese Weise am förderlichsten beizutreten. ! '

Der vorläufig besprochene Plan der Ausführung würde etwa folgender scpn. Da, wo ein Kind in wnuncr und Elend verkümmert, und in sittlicher Verderbniß zu Grunde zu gehen droht, da sucht der Verein durch seine dafür thaugen Mitglieder bas arme Kind her Stätte seiner Noch oder seines Verderbens zu entziehen. Ein solches Kind wnd dann einer braven und fleißigen, sittlich-religiösen Familie in Pflege und Erziehung, veer am besten wohl dein Lehrer eines andern Dorfes oder Ortes in Psteae, Erriebunn und Unterricht übergeben. Die Pflegeeltern sind verbunden, ein solches Kind zur Ordnung und Reinlichkett, z,l

'Ubettsamkeit, Überhaupt zu sitlich-religiösen und brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft mit Ernst, Aufmerksamkeit und Liebe heranzuziehen. Da solche Kinder nur die einfachste Lebensweise eines geordneten Fleißes erfahren müssen, so erfordert ihre Rettung in dieser Weise nur kleine Summen, chvas Wemges mehr, alsibreNahrung -e. verlangt. RettungsHäuser, wie Waisenhäuser, zu erbauen das wmde für kleinere Kreise zu große Summen erfordern, und außerdem nicht die Vortheile häuslicher Erziehung und Arbeit in der Familie ersetzen. Diese geringeren Summen aber ausznbringen, um den ^führten Plan in der besagten Weise auszuführen, dafür glauben die Unterzeichneten in dem Sinne und Willen der ihnen Mannten Umgebung zu handeln, wenn sie sich an dieselbe wenden, und zur Rettung jammervoller Kmdcr ihre Hulse in Anspruch nehmen. ®

Und so ergeht dann an alle unsere Mitbürger, die bei der Sorge für sich selbst mich noch Schmer- suhlen für das Elend und Unglück hülfloscr Kinder, unsere dringende Bitte, daß sie möchten ihre Hand bieten zu einem Werke, das von ihrem edlen Wollen nur ein kleines Opfer erwartet, und -u dem der Sr tf?tbanrer fcen Worten ermuntert: Was Ihr einem der Geringsten thut, das habt Ihr

.Wir wissen es wohl, daß die Anforderungen auf allen Seiten an die Kräfte des Familienvaters und der Mnuüe groß, oft zu groß, sind, und wir wollen darum keine Hülfe von da, wo die Selbübülse oft ^wer wird; aber wir zweifeln auch nicht, daß Viele recht fröhliche Geber seyn werde», wenn sie ihre» Kräften nach nur wenig geben könne». Darum wird Jedermann, der jährlich einen kleinen, auck selbst de» kleinsten Beitrag leistet, Mitglied des Vereins. V W Cen

Jedem Mitglied steht es frei, jederzeit auszutreten, wann es will.

Alljährlich findet wenigstens eine Generalversammlung Statt am 12. Januar, als dem Geburtstaae Pestalozzi s, m welchem dann der Rechenschaftsbericht, sowie die Vorlage der Einnahme» und Ausgaben re erfolgt. Auf den 5. Januar des nächsten Jahres bösst man die beigetretenen Mitglieder zu einer erste» Versammlung berufe» zu komien, damit die Uuterzeichueten das Werk dem Verein übergeben, dieser sich den Vorstand wählt und der gewählte die weitern Arbeiten unter sich vertheilt. Der darauf folgende 12. Januar Mahl? m AernWafoaii6 @ekße^rit ßcben' seinen hundertsten Geburtstag mit^ einem einfachen

Die Unterzeichfleten sind bereit, Anmeldungen anzunehmen; man wird jedoch nicht unterlassen auck eine Subseriptionslifte spater umgehen zu lassen. Mit besonderem Dank wird es angenommen werden' wen» Emzelne, Männer und Frauen, die der Sache ihr Wohlwollen schenken, in ihrem"mÄS sammeln und einsenden wollen.

Und so möge denn dem edlen Vater Pestalozzi ein lebendiges Monument der Humanität erwachsen in R^s-Sung ftmes Werkes, Gott noch wohlgefälliger als Marmor und Stein. Er segne das beginnende Werk imd gebe ihm Gedeihen in allen Kreisen. , y

Gießen im November 1845.

Bonhard. Professor vr. Braubach. Kirchenrath Dr. Engel. Professor Dr. Schäfer Hofgerichtsrath Schaffer. Gymnasiallehrer Dr. Soldan '